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Stadt Kempen
Raffiniert und inspiriert ohne Tierprodukte

Stadt Kempen: Raffiniert und inspiriert ohne Tierprodukte
Egal ob Lebenseinstellung, Trend oder gesunde Küche: In "Vegan" bedienen die Rezepte von Jean-Christian Jury alle. FOTO: TENEUES/JÖRG LEHMANN
Stadt Kempen. Im Kempener teNeues-Verlag erschien ein Kochbuch für vegane Gerichte, das inhaltlich wie in der Gestaltung Maßstäbe setzt. Der Berliner Fotograf Joerg Lehmann setzt die Rezepte des Franzosen Jean-Christian Jury anregend ins Bild. Von Heribert Brinkmann

Das Buch wiegt schwer, nicht weil die Gerichte einem schwer im Magen liegen, sondern weil das Format ungewöhnlich ist. "Vegan Cuisine" hat Bibelformat, auch inhaltlich könnte es die Bibel für die Liebhaber veganer Küche werden. 496 Seiten im Format von 24,5 x 34 Zentimetern, mit über 800 Rezepten von Vorspeisen über Saucen und Chutneys, Smoothies bis Cracker und Extras wie Chili-Zitronen-Öl und vegane Croissants. Die Rezepte stammen von Jean-Christian Jury, fotografiert von Jörg Lehmann.

Der Franzose Jury kam 2008 nach Berlin und führte dort sieben Jahre lang das vegane Gourmet-Restaurant La Mano Verde. Nicht nur von diesen Erfahrungen, sondern auch von seiner Weltläufigkeit lebt dieses außergewöhnliche Kochbuch. Der Leser findet dort keine französische, italienische oder deutsche Küche, sondern Rezepte aus aller Welt: Gleich mit tunesischen Gewürztaschen geht es los, man stößt auf Spargel mit Kalamata-Oliven und Thai-Salapao mit Shiitake-Pilzen. Jury ist ein Weltbummler, der überall auf der Welt Rezepte sammelt. Dabei ist er nicht bloß ein Gourmet-Koch fürs Luxussegment, sondern ein kleiner Weltverbesserer, der dem Satz folgt: Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann können sie das Gesicht der Welt verändern.

Doch in einem Interview eines Berliner Portals verrät Jury, dass es ihm bei veganer Küche weniger um Ethik geht, sondern vor allem um Gesundheit. Die Rezepte sollen es ermöglichen, so gesund wie möglich zu kochen. Und so lecker, muss man hinzufügen. Denn gesund heißt hier nicht Schonkost, sondern köstliche Gerichte aus aller Welt auf rein pflanzlicher Basis. Auf Fleisch und Milchprodukte wird verzichtet, was aber nicht als Mangel empfunden werden muss. Schon die angeschnittene Porreestange auf dem Titel wirkt wie als V nicht nur für vegan, sondern auch für Victory. Joerg Lehmann ist als Fotograf auf Essen und Trinken spezialisiert, fotografiert aber auch für viele Länderreportagen, besonders aus Asien. Für Gäste in seinem Berliner Mietstudio für Food-Fotografie gibt es auch ein japanisches Zimmer. Die Verlagswerbung, "vegane Küche, wie man sie bisher noch nicht gesehen hat", stimmt in der Tat. Beide Parts, Rezepte wie Fotos, sind einfach grandios. Die Fotos in ihrer puristischen Stimmung machen Appetit, die Rezepte sind leicht nachzukochen, bieten aber auch dem anspruchsvollen Koch jede Menge Inspiration. Und besonders praktisch: Das Buch hat drei Lesebändchen - so findet man sein Lieblingsrezept garantiert ganz schnell.

Das Buch will niemanden bekehren, sondern überzeugt einfach mit gesunder und raffinierter Küche. Jeder, der gut, gesund und lecker essen will, kommt auf seine Kosten. Aber nicht nur Flexi-Veganer, sondern auch eingeschworene Veganer werden in der Fülle der Rezepte jede Menge Anregungen finden. Israel gilt mit einem Anteil von 5 Prozent Veganern als das Land mit dem höchsten Anteil von Menschen, die ganz auf Tierprodukte verzichten. für Deutschland schwanken die Zahlen. Nach einer Umfrage in 2014 bezeichneten sich elf Prozent als Vegetarier, ein Prozent als Veganer.

Quelle: RP
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