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Stadt Kempen
RE 10: Suche nach Verbesserungen

Stadt Kempen: RE 10: Suche nach Verbesserungen
Der "Niersexpress" verkehrt auf der Strecke zwischen Kleve und Düsseldorf. Am Kempener Bahnhof ist ein wichtiger Haltepunkt vor allem für Pendler auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz in Krefeld oder Düsseldorf. Betreiber der Regionalzuges ist das Unternehmen Nordwestbahn. FOTO: Gottfried Evers
Stadt Kempen. Verspätungen und schlechte Informationen für die Bahnkunden sind immer noch ein großes Problem auf der Strecke des "Niersexpress". Beim Krisengipfel in Düsseldorf geloben Deutsche Bahn und Nordwestbahn mal wieder Besserung. Von Andreas Reiners

Die Unzufriedenheit der Fahrgäste nimmt nicht ab. Verspätungen oder komplett ausgefallene Züge sind auf der Strecke des "Niersexpress" (RE 10) zwischen Kleve und Düsseldorf immer noch an der Tagesordnung. Auch Goodwill-Aktionen des privaten Bahnbetreibers Nordwestbahn können die verärgerte Kundschaft kaum oder gar nicht besänftigen. Viele nutzen den Regionalexpress für den täglichen Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. Da sind Verspätungen kaum hinnehmbar - zumal wenn sich dadurch die Ankunft am Arbeitsplatz verzögert. Zuletzt sorgte die Sperrung des Streckenabschnitts zwischen Krefeld und Neuss mit Umleitungen über Duisburg nach Düsseldorf oder umgekehrt im August und September für erhebliche Probleme auf dem RE 10. Die Kritik der Fahrgäste brachte sowohl den Landrat des Kreises Kleve, Wolfgang Spreen, als auch den SPD-Bundestagsabgeordneten für den Kreis Viersen, Udo Schiefner, auf den Plan.

Beide übten Kritik - insbesondere an der unzureichenden Abstimmung zwischen der Deutschen Bahn als Netzbetreiber und der Nordwestbahn. Denn durch die Umleitung kam es zu erheblichen Verspätungen, auch wegen der während Bauzeit geänderten Fahrpläne. Einzelne Züge fielen sogar komplett aus, etliche "Niersexpress"-Fahrgäste mussten gleich mehrmals umsteigen. Anfang September wurde verabredet, das Thema noch einmal mit Abstand und in Ruhe zwischen den Beteiligten zu diskutieren.

Die Information der Fahrgäste durch die Bahn läuft nicht optimal. Sie muss dringend verbessert werden. FOTO: Heinz Schwarze-Blanke

Dieser Tage trafen sich die Beteiligten zum kleinen Krisengipfel im Büro des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen, Reiner Latsch, in Düsseldorf. Am Tisch saß neben Vertretern der Bahn AG ihrer Tochter DB Netz und der Nordwestbahn auch ein Vertreter des Klever Landrates sowie SPD-Politiker Udo Schiefner aus Kempen.

Es wurde offen Bilanz der letzten Probleme während der Bauarbeiten in Meerbusch-Osterath gezogen. Dass es alles andere als optimal und vor allem kundenfreundlich gelaufen ist, war den Bahnverantwortlichen klar. "Wir haben gut zwei Stunden diskutiert, es wurden alle Probleme offen angesprochen", sagte Schiefner auf Nachfrage der Rheinischen Post. Wichtig sei gewesen, dass Bahn und Nordwestbahn verstanden haben, dass sie künftig besser zusammen arbeiten müssen. "Baustellen wird es künftig immer mal wieder an Bahnstrecken geben und da müssen im Falle des Falles die einzelnen Fahrpläne besser miteinander verzahnt werden", sagte Verkehrsexperte Udo Schiefner und verweist auf den Bundesverkehrswegeplan, für den in den nächsten Jahre erhebliche Gelder aus Bundesmitteln freigegeben werden, auch um die Bahnstrecken in der Region zu ertüchtigen.

Vier Punkte seien am Ende festgelegt worden, an denen die Verantwortlichen in nächster Zeit arbeiten wollen. "Bahn und Nordwestbahn wollen gemeinsam prüfen, wie Baustellen-Fahrpläne verbessert werden können", so Schiefner. Dabei müsse die speziell die Nordwestbahn die so genannten Pufferzeiten großzügiger berechnen. Schiefner: "Es kann nicht sein, dass bei ein oder zwei Minuten Verspätung das ganze System zusammenbricht."

Ganz wichtig ist die Information der Fahrgäste in den Zügen und an den Bahnhöfen. "Die derzeit eingesetzten Info-Tafeln mit Laufbändern sind unzureichend. Der Fahrgast braucht zusätzliche Informationen, etwa auch über nachfolgende Züge oder Alternativrouten. Zudem müssen die Lautsprecherdurchsagen deutlich besser werden und vor allem schneller kommen", so Schiefner. Die Nordwestbahn habe zugesichert, ihre App fürs Smartphone bei den Kunden bekannter zu machen. Darüber ließen sich die notwendigen Auskünfte schneller an den Fahrgast transportieren.

Außerdem will die Nordwestbahn prüfen, ob es Sinn macht, in Spitzenzeiten die Strecke zwischen Kleve und Düsseldorf in zwei Abschnitte zu teilen mit einem Umsteigepunkt am Krefelder Hauptbahnhof. Das könnte die Verspätungen möglicherweise entzerren, so Schiefner. Verbessern will der private Bahnbetreiber aus Osnabrück auch den Zustand seiner Wagen. Es gibt seiner einiger Zeit eine Werkstatt in Mettmann, die unter anderem auch für die Wartung und Reparatur der Wagen zuständig ist, die für den "Niersexpress" bereit gestellt werden. Ein besonderes Problem liegt bei der Ersatzbeschaffung. Die Zulieferer haben häufig lange Lieferzeiten.

Für Udo Schiefner bleibt als Fazit des Gesprächs in Düsseldorf festzuhalten: "Bahn und Nordwestbahn sind sich des Ernsts der Lage bewusst. Wir müssen auch auf politischer Ebene die Umsetzung der vereinbarten Ziele verfolgen." Bei den künftigen Aktivitäten müsse selbstverständlich auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit ins Boot. Ein Zeitfenster, in dem die verabredeten Maßnahmen umgesetzt werden sollen, wurde zwar nicht festgelegt. "Aber klar ist, dass dies nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag dauern darf", meinte Schiefner. Er hofft, dass die Verbesserung der Informationssysteme an den Bahnhöfen bereits im kommenden Jahr angegangen wird.

Quelle: RP
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