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Stadt Kempen
RE 10: VKV will Probleme nicht länger akzeptieren

Stadt Kempen: RE 10: VKV will Probleme nicht länger akzeptieren
Zwei Züge im Kempener Bahnhof: Viele Bahnkunden sind über Verspätungen, technische Störungen, Überfüllungen und Ausfälle verärgert. FOTO: Prümen
Stadt Kempen. Die Verkehrsgesellschaft des Kreises Viersen macht beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr Druck wegen der anhaltenden Missstände beim Regional-Express 10. Sie seien nicht mehr hinnehmbar. Auch SPD-Politiker Schiefner ist erbost. Von Andreas Reiners

Verspätungen, Zugausfälle, technische Störungen und Überfüllung: Die Kritik am Regional-Express 10 ("Niers-Express") von Kleve über Kempen nach Düsseldorf ebbt in der öffentlichen Diskussion nicht ab. Manche Bahnkunden veröffentlichen bereits in den Sozialen Netzwerken ihre persönlichen Tagebücher über die Missstände beim RE 10. Der Betreiber Nordwestbahn gelobt stets Besserung, verweist aber auch auf die Bahn-Tochter DB Netz, wenn es um Probleme auf der Strecke gibt.

Unterstützung erhalten die Bahnpendler nun von der Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen (VKV). Die VKV kritisiert, dass von der Nordwestbahn keine dauerhafte Verbesserung der Situation erreicht worden sei und keine zufriedenstellenden Antworten zu den aktuellen Beschwerden vorliegen.

Dr. Marcus Optendrenk, Vorsitzender des VKV-Aufsichtsrates, und VKV-Geschäftsführer Thomas Heil - er ist auch Dezernent der Kreisverwaltung - haben sich deshalb an den für diese Strecke verantwortlichen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gewandt und eine möglichst rasche Verbesserung der Situation eingefordert. Das inzwischen vorliegende Antwortschreiben des VRR ist für die Verantwortlichen jedoch nicht zufriedenstellend. "Wir möchten wissen, was im Sinne der Kunden konkret passiert", sagt Optendrenk. "Der Zustand ist jedenfalls seit Langem nicht hinnehmbar."

Der VRR räumt ein, dass die bei der Nordwestbahn beauftragten Leistungen aktuell nicht zufriedenstellend seien. "Im Zuge unserer ständigen Qualitätsprüfung, welcher wir als Schienenpersonennahverkehr-Aufgabenträger nachkommen, haben wir festgestellt, dass es in den letzten Wochen besonders auf dieser kritischen Linie häufig zu Zugausfällen und Kapazitätsminderungen ohne ein Fremdverschulden kam", heißt es im Antwortschreiben. Gründe für eine Abmahnung oder ein juristisches Verfahren bis hin zur Kündigung des Verkehrsvertrages lägen jedoch noch nicht vor. "Über mögliche weitergehende Schritte wird zeitnah beraten."

Wie diese Schritte konkret aussehen, möchten die Verantwortlichen der VKV und politische Vertreter aus dem Kreis Viersen persönlich von den Verantwortlichen erfahren. Ein Treffen mit Vertretern des VRR sowie der Nordwestbahn ist für die kommenden Wochen geplant.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner hatte - wie berichtet - bereits vor einigen Wochen vorgeschlagen, der VRR möge prüfen, ob der Vertrag mit der Nordwestbahn vorzeitig gekündigt werden kann. Der Kempener Schiefner forderte den VRR ebenfalls auf, den Druck auf die Nordwestbahn zu erhöhen. Die derzeitige Situation könne nicht bis zum Ablauf des Vertrages mit der Nordwestbahn 2025 so bleiben, hatte Schiefner erklärt. Die Probleme dürften nicht länger auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden. Den Bahnnutzern würde es nichts nutzen, "wenn der Schwarze Peter zwischen den Beteiligten hin- und hergeschoben wird", meinte der SPD-Politiker.

Quelle: RP
 
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