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Stadt Kempen
Reptilien zu Gast beim Ferienspaß

Stadt Kempen. Beate Pelzer vom Aqua-Zoo hatte eine Schlange und eine Bartagame dabei. Die Kinder hatten ihren Spaß mit den ungewöhnlichen Besuchern und lernten nebenbei noch eine ganze Menge. Von Silvia Ruf-Stanley

Eine richtige Schlange im Umkleidegebäude des Sportgeländes an der Berliner Allee. Aber das ist kein Grund zur Aufregung, sondern willkommener Besuch beim Ferienspaß. Ganz gelassen kringelt sich die Dame um Beate Pelzers Arm. Pelzer sowie die Schlange sind aus dem Düsseldorfer Aqua-Zoo gekommen, um den Kindern etwas über Reptilien zu erzählen.

Mitgebracht hatte Pelzer neben der Schlange auch noch ganz viel Anschauungsmaterial. Was wird zum Beispiel alles aus Schlangenleder gemacht ? Die Palette reicht vom Damenschuh bis zur Tasche. Aber es ging beim Ferienspaß vor allem um das lebende Exemplar auf Pelzers Arm. Welche Schlangen es in Europa gibt, wollte sie von ihren kleinen Zuhörern wissen. Boa oder Anaconda war die falsche Antwort, aber es gibt in Europa tatsächlich Schlangen wie die Ringelnatter und auch Echsen.

Ben (11) kann zum Gespräch ganz viel beisteuern. Er hat sich vorher über CDs kundig gemacht, erzählt er. Trotzdem gibt es noch viele Fragen aus der Runde. Wie macht eine Schlange das mit dem Fressen? Warum kann sie Tiere verspeisen, die viel größer sind als sie? Ganz einfach, die Schlange hat einen anderen Schluckmechanismus als Menschen, erklärt Pelzer. Dadurch dass sie keinen Kinnknochen hat, kann sie ihre Opfer einfacher herunterschlucken. Weil man einmal beim Thema Nahrung ist, wird auch gleich das naheliegende Thema erläutert, wie das mit der Verdauung ist. Und wie geht das mit der Fortbewegung? Dafür sorgen die Rippenknochen, bei manchen Arten bis zu 400 davon. Überhaupt haben die Schlangen ungeahnt viele Knochen, hören die Kinder ganz erstaunt. Dann wird es aber Zeit für die Schlange, in ihrem Sack wieder etwas Ruhe zu bekommen. Denn in der Kiste Pelzers rumpelt es schon die ganze Zeit. Das hat Alexander (9) schon gemerkt. Zum Vorschein kommt Markus, eine Bartagame. Weil er ein Fundtier ist, kann man nicht genau sagen, wie alt er ist. Eine gute Gelegenheit, darauf hinzu weisen, dass man sich die Anschaffung eines Tieres genau überlegen muss. Denn es macht immer Arbeit, braucht Zeit und Futter. Außerdem ist es keine Anschaffung für einen Tag. Markus zum Beispiel kann bis zu 24 Jahre alt werden. Alle dürfen ihn einmal streicheln, aber bitte nicht am Kopf, denn das mag er nicht. Und es muss immer Richtung Schwanz gehen, alles andere mag er auch nicht. Außerdem wird er langsam immer dunkler. "Schwarz vor Ärger wird er", erklärt Pelzer. Klar, wer will schon von 14 fremden Händen gestreichelt werden.

Auch zu Markus gibt es viele Fragen. Seine grau-grüne Farbe erklärt sich durch die Wüstenumwelt in Australien, woher er stammt. Dann hat er auch noch ein ganz tolles System, wie er Wasser aufnimmt. Die Spalten an seinem Körper, die man vorhin fühlen konnte, nehmen die Feuchtigkeit auf und leiten sie automatisch in sein Maul. Am liebsten verspeist er Heuschrecken, es darf aber auch Obst und Gemüse sein. Den langen Schwanz hat er, um besser balancieren zu können.

Da sind die Schildkröten ganz anders. Die haben ja ihre Panzer, unter denen sie sich verstecken können. Mitgebracht hat Pelzer aber keine, das sei zu viel Stress für die Tiere. Aber sie hat einige Panzer verschiedener Arten dabei. Und auch da gibt noch viel zu entdecken. Welche kann sich am besten verstecken? Man glaubt es ja kaum - die Dosenschildkröte. Die verschwindet nämlich komplett. Schlechtere Karten haben die Wasserschildkröten, obwohl sie einen riesengroßen Panzer haben.

Wahrscheinlich hätte die Biologin noch ewig über Tiere erzählen können, so gespannt waren die Kinder. Aber es wartete schon die nächste Gruppe. Ihr machen solche Veranstaltungen sehr viel Freude, berichtete sie in der Pause. Leider ist der Aqua-Zoo im Moment noch wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber im nächsten Jahr wird er wohl neu eröffnet.

Quelle: RP
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