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Stadt Kempen
Rettungsdienst wird neu aufgestellt

Stadt Kempen: Rettungsdienst wird neu aufgestellt
Beim spektakulären Feuerwehreinsatz am Möhlenring in der Kempener Innenstadt stellten Feuerwehr und Rettungsdienst kürzlich wieder einmal ihre besondere Einsatztauglichkeit unter Beweis. FOTO: Günter Jungmann
Stadt Kempen. Die Freiwillige Feuerwehr wird modernisiert, die Gerätehäuser in Tönisberg und Schmalbroich werden ausgebaut. In der Rettungswache in Kempen wird das Personal umgeschult. Es muss mehr Notfallsanitäter geben. Von Andreas Reiners

Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in Kempen und seinen Ortsteilen ist vorbildlich. Das bescheinigen auch externe Fachleute immer wieder - zuletzt der Gutachter, der im Auftrag der Stadt den Brandschutzbedarfsplan aktualisiert hatte. Die Stadt trägt dem Umstand Rechnung, dass es in Kempen keine hauptamtlichen Kräfte bei der Wehr gibt, und setzt sich immer wieder bei Arbeitgebern dafür ein, dass sie Mitarbeiter, die in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sind, im Falle des Falles freistellen. Dass das in Kempen im Regelfall gut funktioniert, zeigen die Einsatzzeiten, die die Löschzüge stets einhalten, um rechtzeitig am Einsatzort einzutreffen.

Wie gut das Zusammenspiel bei der Feuerwehr funktioniert, hat sich kürzlich erst wieder bei dem spektakulären Großbrand in einem Mehrfamilienhaus am Altstadtring gezeigt. Da war die Lage zunächst nicht ganz eindeutig, weil bei der Alarmierung über die Kreisleitstelle in Viersen noch nicht feststand, ob Bewohner des Hauses durch den Brand möglicherweise in Gefahr waren. Dass sich die Bewohner rechtzeitig selbst in Sicherheit bringen konnten, war ein glücklicher Umstand, der den Wehrleuten ihre Arbeit erheblich erleichterte.

Der Rettungsdienst in Kempen ist gut aufgestellt, das Personal wird derzeit teilweise zum Notfallsanitäter fortgebildet. FOTO: Jungmann

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr trainieren regelmäßig für den Ernstfall. In Kempen ist die Wehr auch dank der Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Byk Chemie in der Lage, auch schwierige Einsatzszenarien zu proben. Die Politik sorgt in Kempen immer dafür, dass die Löschzüge über ein modernes Equipment verfügen. Über die Anschaffung von neuen Fahrzeugen oder Gerätschaften wird nicht lange diskutiert. Auch beim Zustand der Gerätehäuser gibt es allenfalls Diskussionen, wenn es darum geht, in welchem Umfang sie modernisiert werden sollen. Die Hauptwache an der Heinrich-Horten-Straße ist mit ihren zehn Jahren noch relativ neu und vergleichsweise modern. Auch das Gerätehaus in St. Hubert wurde modernisiert. Derzeit wird der Sitz des Löschzuges in Tönisberg umgebaut. Der zuständige Ausschuss für Ordnungsgelegenheiten und Feuerwehrschutz hat kürzlich beschlossen, dass der Löschzug Schmalbroich am Standort an der Ziegelheider Straße einen Neubau bekommt. Offen ist noch die Frage, was aus dem Gerätehaus der Löschgruppe in Unterweiden wird. Der Gutachter des Brandschutzbedarfsplans hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass das Gerätehaus den modernen Anforderungen nicht mehr genügt. Die Sache liegt derzeit auf Eis. Irgendwann muss sie aber wieder auf die politische Agenda.

Klarer sieht inzwischen die Zukunft für die Rettungswache in Kempen aus. Der Kreistag hatte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Ende Juni den neu gefassten Rettungsbedarfsplan für den Kreis Viersen beschlossen. Er trat rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft.

Der Kempener Rettungswache kommt im Geflecht des kreisweiten Rettungsdienstes eine besondere Rolle zu. Von der Heinrich-Horten-Straße aus wird nicht nur das Kempener Stadtgebiet betreut, sondern auch die Stadt Tönisvorst und die Gemeinde Grefrath. Die Rettungswache ist mit drei Rettungswagen (RTW) sowie zwei Krankentransportwagen (KTW) und einem Notarzteinsatzfahrzeug ausgestattet. Die Wache arbeitet in Kempen eng mit dem Hospital zum Heiligen Geist zusammen, wo der diensthabende Notarzt sitzt. Für das Stadtgebiet von Tönisvorst gibt es einen eigenen Notarztstandort am Krankenhaus in St. Tönis.

Ab dem kommenden Jahr müssen die Rettungstransportwagen nach einer neuen gesetzlichen Regelung und in Abstimmung mit den gesetzlichen Krankenkassen, die im Regelfall die Einsatzkosten bezahlen, mit einer festgelegten Quote von so genannten Notfallsanitätern besetzt werden. Der festgelegte Anteil liegt bei 70 Prozent. Sichergestellt werden soll dies laut Rettungsbedarfsplan vor allem "durch die Überleitung von Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern". Das Personal aller Rettungswachen im Kreisgebiet wird derzeit entsprechend geschult.

Wie der zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Kempen, Hans Ferber, kürzlich im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Feuerschutz erläuterte, ergibt sich für die Kempener Rettungswache rechnerisch ein Bedarf für 25 Notfallsanitäter. Inzwischen haben acht Mitarbeiter des Rettungsdienstes eine entsprechende Ergänzungsprüfung abgelegt. Dabei mussten sie zuvor bereits länger als fünf Jahre als Rettungsassistenten gearbeitet haben. Vier weitere Mitarbeiter werden derzeit geschult und legen die Prüfung voraussichtlich noch in diesem Jahr ab. Die Schulungsplanungen für weiteres Personal für die Jahre 2017 und 2018 sei noch nicht abgeschlossen, so der Beigeordnete. Allerdings sieht Ferber kein Problem, dass das notwendige geschulte Personal für den Rettungsdienst zur Verfügung steht.

Quelle: RP
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