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Stadt Kempen
Riesiger Rauchgaskanal für Chemiepark

Stadt Kempen: Riesiger Rauchgaskanal für Chemiepark
Jedes Rohr hat seinen eigenen Biegeplan und wird individuell verarbeitet. FOTO: Hülsenbusch
Stadt Kempen. Die Firma Hülsenbusch Apparatebau fertigt das zwölf Tonnen schweren Gerät komplett in Eigenregie. Das Kempener Unternehmen wurde 1982 gegründet und hat heute rund 50 Mitarbeiter. Von Melanie Ensen

Momentan stellt die Kempener Firma Hülsenbusch Apparatebau (HA) an der Bircks straße einen besonders komplexen, wassergekühlten Rauchgaskanal für ein Werk in einem rheinischen Chemiepark her. Mitte September wird er ausgeliefert und vor Ort installiert. Mit diesem Auftrag hat sich Hülsenbusch gegenüber in- und ausländischen Bewerbern durchgesetzt.

Das mittelständische Familienunternehmen wurde 1982 gegründet und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter. Die Beschäftigten stellen maßgeschneiderte Anlagen und Apparate für energie- und verfahrenstechnische Prozesse her, vorwiegend für Werke der Grundstoffindustrie in Deutschland und weltweit. Die Anlagen werden überwiegend zur Energieerzeugung und Wärmerückgewinnung verwendet. Die Firma Hülsenbusch ist spezialisiert auf Prozesse bei sehr hoher Temperatur und mit aggressiven Stoffen. Mittlerweile hat die Firma zwei Tochterunternehmen gegründet: Die HA Energie- und Verfahrenstechnik (HAE) und den HA Industriekessel Service (HAI).

Von der Planung über die Fertigung bis zur Montage wird alles im eigenen Haus entwickelt und hergestellt. HAE-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Bender betont die gute Zusammenarbeit im Team, ohne die eine so hohe Fertigungsqualität nicht möglich wäre. Durch den neu gefertigten Rauchgaskanal wird bei Temperaturen von über 900 Grad ein sehr korrosiver Gasstrom geleitet. Die Innenteile werden thermisch sehr stark beansprucht, daher wird der Rauchgaskanal innen flächendeckend mit einer hochtemperaturfesten und korrosionsresistenten Auftragsschweißung ausgekleidet. Die besondere Anforderung bei dem aktuellen Auftrag besteht darin, dass der große Rauchgaskanal mit einer Größe von 3,5 mal sechs Metern und einem Gewicht von insgesamt zwölf Tonnen in 20 Meter Höhe in eine bestehende Anlage eingebaut werden muss. Die Anforderungen an die Maßhaltigkeit sind daher extrem hoch. Es wurde letztendlich eine Fertigungsgenauigkeit in Länge und Breite von fünf Millimetern erreicht, das ist ein hervorragendes Ergebnis. "Die Planung dauerte rund fünf Monate und die eigentliche Fertigung des Bauteils nochmals sechs Monate", berichtet Inhaber Hans-Peter Hülsenbusch. Eine sorgfältige Material- und Fertigungsuntersuchung vor der eigentlichen Planung war notwendig.

Der Rauchgaskanal wird voraussichtlich Mitte September ausgeliefert und von der eigenen Montagefirma HAI im Chemiepark montiert. Aufgrund der Größe und des Gewichts sind für den Transport Straßensperren und eine Begleitung durch die Polizei notwendig.

Hier sieht man den zwölf Tonnen schweren Abgaskanal in Gänze. FOTO: Heiner Deckers

Neben diesem Großprojekt entwickelt und fertigt Hülsenbusch viele neue Produkte, auch um Industrieanlagen für die hohen Anforderungen der Energiewende zu ertüchtigen. Dazu gehören hybride Beheizungsanlagen und Aggregate für Brennstoffzellen. Alle diese Anlagen haben einen großen Einfluss auf die Energiesicherheit und den Umweltschutz. Diese Forschungs- und Entwicklungsarbeiten laufen in Kooperation mit Partnern aus Hochschulen und der Industrie.

Weitere Informationen auf der firmeneigenen Homepage: www.huelsenbusch.de

Quelle: RP
 
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