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Stadt Kempen
Rübo will für Archiv in Kempen kämpfen

Stadt Kempen: Rübo will für Archiv in Kempen kämpfen
Bürgermeister Volker Rübo meldet sich gut erholt zurück. FOTO: hÜSKES
Stadt Kempen. Die Pläne des Landrats, einen Neubau des Kreisarchivs in Viersen zu bauen, stören Bürgermeister Rübo. Mit der Nutzung der Burg sei die Stadt dem Kreis entgegengekommen. Jetzt sei der Kreis dran. Von Heribert Brinkmann

Das Interview von Landrat Dr. Andreas Coenen in der RP hat Bürgermeister Volker Rübo nachhaltig verärgert. Er empfindet die Ankündigung, den Standort Viersen für einen Neubau des Kreisarchivs vorzuziehen, als Abkehr des bisher guten Miteinanders. Am Rande des Empfangs nach dem Saison-Eröffnungskonzert der Kempener Stiftung "Bürger für Klassik" zeigte ein gut erholter Bürgermeister Kampfgeist. Bei der kommunalen Neugliederung in den 1970er-Jahren hat Kempen den Kreissitz an Viersen verloren. Als Kompensation wurde damals vereinbart, dass Kempen wenigstens die kulturellen Einrichtungen des Kreises behält. Erst ist die Kreisvolkshochschule nach Viersen umgezogen, dann wurde aus der Kreisbücherei eine Stadtbücherei. Nun ist das Kreisarchiv in der Burg die letzte Kultureinrichtung des Kreises in Kempen. Dabei sind es gerade die wertvollen mittelalterlichen Urkunden und Dokumente aus Kempen, mit denen sich das Kreisarchiv schmücken kann. Nun sei es aber keineswegs so, dass die Archivalien aus Kempen in das Eigentum des Kreises übergegangen seien. Es sei lediglich ein Verwahrungsvertrag geschlossen worden - und der könne mit einer Frist von einem Jahr gekündigt werden. Dieses Archivgut dürfe Kempen nicht verlassen, sagt Bürgermeister Rübo.

Für Rübo ist es sowieso zwingend, dass der Kreis in der Pflicht für Kempen stehe. Nachdem die Stadt mit einer sinnvollen Nutzung für den Kreis als Eigentümer der Burg in die Bresche gesprungen sei, wäre jetzt der Kreis am Zug, der Stadt Kempen etwas Gutes zu tun - sprich den Neubau des Kreisarchivs in Kempen zu planen. Durch ihre reiche Geschichte, durch die Blüte als Wallfahrtsort und durch Thomas von Kempen könne man die Stadt Kempen sowieso als geborenen Ort für ein Kreisarchiv sehen. Wenn Rübo an den bisherigen Verlauf der Diskussion um die Zukunft des Kreisarchivs zurückdenkt, geht er jetzt deutlich auf Distanz zum Landrat. Durch das Angebot an die Städte Viersen und Willich, dort das Kreisarchiv zu errichten, wenn sie ihre städtischen Archive eingliederten, habe Landrat Coenen "Konkurrenz und Streit unter den Kommunen des Kreises geschürt". Das habe es vorher so nicht gegeben.

Das Kreisarchiv in der Burg die letzte Kultureinrichtung des Kreises in Kempen. Für die Archivalien des Kempener Stadtarchivs gibt es zwischen Stadt und Kreis einen so genannten Verwahrungsvertrag. FOTO: Kaiser

Es wird weitere Gespräche und Beratungen geben. Aber was passiert, wenn der Kreis seine Ankündigung wahr macht und den Neubau für ein Kreisarchiv in Viersen errichtet? Wird Kempen dann den Aufbewahrungs-Vertrag mit dem Kreisarchiv kündigen? Wo wäre ein eigenes Stadtarchiv machbar und mit welchen Kosten wäre dies verbunden? Diese Fragen sind - zumindest öffentlich - noch nicht diskutiert worden. Auch bleibt völlig offen, wie der Stadtrat in Kempen mehrheitlich das Thema behandelt: Bietet man dem Kreis mutig die Stirn oder knickt man schnell wieder ein, um das gute Verhältnis zum Kreis nicht zu gefährden? Volker Rübo versteht auch nicht die Eile, die soviel Druck in die Diskussion bringt. Seiner Meinung nach sei es für den Kreishaushalt unerheblich, ob mit dem Zuschuss ein Kreisarchiv gebaut wird oder andere Aufgaben realisiert werden und für einen Neubau dann später Kredite aufgenommen werden. Die Diskussion dürfe nicht unter Druck geführt werden.

Quelle: RP
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