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Stadt Kempen
Rumpelstilzchen auch mal auf Berlinerisch

Stadt Kempen. Eine witzige Neubearbeitung des Grimmschen Märchens gab es jetzt im Kempener Rokokosaal. Von Silvia Ruf-Stanley

Eine witzige Neubearbeitung des alten Märchens "Rumpelstilzchen" der Gebrüder Grimm zeigte jetzt das Berliner Figurentheater Anna Rampe. Rund 100 Besucher, Kinder wie auch Erwachsene verfolgten gespannt und mit viel Vergnügen die Geschichte. Anna Fregin erweckte ihre Figuren richtig zum Leben. Mit ganz wenigen Requisiten und ihren Puppen verwandelte sie den Rokokosaal des Kempener Kulturforums in eine Märchenwelt. Hinzu kam gut gewählte Musik, für die Rieke Wagner verantwortlich war.

Ein Müller war eingeladen beim König. Und alle Gäste prahlten mit ihren Reichtümern. Da kam er auf den Gedanken, zu erzählen, seine Tochter Golda könne aus Stroh Gold spinnen. Nicht ahnend, was er damit anstellt. Denn der König Arthur Schneidewind befiehlt mit seinem herrlichen französischen Dialekt das goldspinnende Mädchen sofort in den Palast. Die ist so eine richtige Berliner Pflanze und kann gar kein Gold spinnen. Außerdem wird sie von dem grässlichen Diener Schnodderheinrich argwöhnisch beobachtet.

Hilfe kommt von einem grünen Troll. Der im übrigen von der Sprache her ein kölscher Troll ist. Der kann das Stroh in Gold verwandeln. Aber dafür muss Golda den Schmuck ihrer Mutter abgeben. Da erntete sie schon Mitleid von den Kindern im Publikum. Als zum dritten Mal Stroh zum Gold spinnen kommt, hat Golda nichts mehr abzugeben. Also verspricht sie ihr erst geborenes Kind an den Troll abzugeben. Denn mittlerweile hat sich der König in das hübsche Mädchen verliebt und will sie heiraten.

Aber als das Kind da ist, kann sich Golda nicht trennen. Also soll sie den Namen des Trolls erraten, dann darf sie es behalten. Sonst solle sie doch schon mal die Wickeltasche packen, so der Troll. Jetzt waren die Kinder gefragt, um Namen vorzuschlagen. Aber bei allen Vorschlägen schüttelt der Troll den Kopf. Hier war viel Spontanität von der Schauspielerin gefragt, was ihr aber sehr viel Spaß macht, wie sie später erzählte. In ihrer Not erzählt Golda dem König, wie das mit dem Gold spinnen zustande kam. Der macht sich mit seinem Steckenpferd auf und sucht den Troll, um seinen Namen zu erfahren. Erst lachten die Kinder noch über die Jagd mit dem Steckenpferd. Dann kam endlich der erlösende Satz aus dem Originalmärchen: "Heute koch ich, morgen back ich, morgen hole ich mir das Königskind, wie gut, dass keiner weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß." Da ging hörbares Aufatmen durch das kleine Publikum. Und Anna Fregin freute sich, ihren Besuchern mitteilen zu können, dass es nun ein Happy End gebe.

Ingeborg Tolzien war mit Enkelin Hanna (7) gekommen und war wie sie begeistert von der Aufführung. "Das ist einmalig" fand sie.

Das nächste Kindertheater findet am Dienstag, 22. November um 14.30 Uhr in der Astrid-Lindgren-Schule statt. Dann gibt es Weltmusik mit Geschichten unter dem Motto "Didgeridoo & Känguru" von der Gruppe Karibuni aus Münster. Karten gibt es im Kulturforum Franziskanerkloster, Burgstraße 19, Ruf: 02152 917-264 oder E-Mail an: kartenverkauf@kempen.de.

Quelle: RP
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