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Stadt Kempen
Scheifeshütte: Zukunft der Gebäude offen

Stadt Kempen. Fachklinik schließt zum Jahresende. Über die künftige Nutzung des Gutshofs laufen noch Gespräche. Von Willi Schöfer

"Rufen Sie mich etwa in sechs Wochen noch einmal an, dann wissen wir garantiert mehr", dies sagte jetzt der Geschäftsführer des Diakoniewerkes Duisburg, Sieghard Schilling. Die Diakonie kümmert sich unter anderem um weibliche Drogenabhängige, die in der Fachklinik Scheifeshütte in St. Hubert Maßnahmen der stationären Rehabilitation machen. Aber es bleibt dabei, Schilling: "Ende des Jahres werden wir wie geplant diese spezielle Einrichtung schließen."

1994 hatte das Diakoniewerk in der Scheifeshütte den Betrieb mit den insgesamt 18 Frauen-Therapieplätzen aufgenommen, sie an ein Leben ohne Drogen herangeführt. Derzeit sind es nach Auskünften von Schilling noch 16 Frauen, die die Angebote wahrnehmen. Zumeist dauern die einzelnen Reha-Maßnahmen etwa sechs Monate. "Wir werden somit für die verbleibenden Monate keine neuen Frauen mehr in diese Reh aufnehmen. Es kann aber theoretisch sein, dass uns für eine zweite Reha einer Frau, die wir bereits betreut haben, die dann aber nur drei Monate dauert, noch die eine oder andere Patientin zugewiesen wird", erklärte Schilling.

Gründe der Schließung waren, dass die Einrichtung schon längst nicht mehr kostendeckend arbeiten konnte. Vor wenigen Monaten hatten dies die Verantwortlichen der Diakonie damit begründet, dass die Arbeit durch die Rentenversicherungsträger, die letztendlich die Kosten der stationären Reha-Plätze übernehmen, immer weiter verschärft worden seien: weg von den relativ kleinen Gruppen hin zu Behandlungen in Kliniken und Krankenhäusern mit viel größeren Gruppen. So habe es bereits seit 1999 trotz guter Auslastung auch in der St. Hubertus Frauenfachklinik jährliche Verluste gegeben. Zähle man die Männerklinik Peterhof in Moers dazu, habe die Auslastung bei beiden Einrichtungen im Schnitt bis zum Jahr 2015 bei über 90 Prozent gelegen. Um eine schwarze Null zu erreichen, seien aber hundert Prozent notwendig gewesen.

Was passiert nach der Schließung mit den etwa 20 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen? Hierzu teilte der Geschäftsführer mit, dass es betriebsbedingte Kündigungen nicht gegeben habe und auch nicht geben werde. Einige Mitarbeiter würden in anderen Diakonie-Einrichtungen weiter beschäftigt. Andere hätten von sich aus, als die Schließung bekannt wurde, andere Arbeitgeber gesucht und gefunden. "Und da wir die Schließung rechtzeitig bekannt gemacht haben und seit Jahren mit anderen Anbietern sehr gut zusammen arbeiten, haben wir von denen auch sofort die Stellenangebote bekommen und an die Mitarbeiter weiter gegeben", ergänzte Schilling.

Was passiert mit der Immobilie Scheifeshütte, die im Eigentum des Diakoniewerkes ist? Auch hier bleibt der Geschäftsführer dabei, dass dort entweder von der Diakonie selbst oder von anderen Betreibern zukünftige Angebote auf dem Gebiet Gesundheit und Soziales gemacht werden sollen. Schilling: "Wir sind deshalb gerade in Verhandlungen, auch mit Trägern der Jugendhilfe und anderen Reha-Einrichtungen." Genaueres könne er dazu wohl ebenfalls erst in etwa sechs Wochen sagen, meinte Schilling.

Quelle: RP
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