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Gemeinde Grefrath
Scherze über das Tabuthema Tod

Gemeinde Grefrath. Kabarettist Stephan Franke in der ausverkauften Kulturscheune in Grefrath. Von Eva-Maria Geef

Witze über das Sterben, über Beileidsbekundungen und das Leben nach dem Tod? Eigentlich sind solche Fragen immer noch Tabuthemen, über die nicht gesprochen wird. Aber der Kabarettist Stephan Franke bewies am Samstag mit seinem Programm "Schöner sterben - Kabarett zum Totlachen", dass man sich dem Tod und seinen Folgen durchaus humorvoll nähern kann.

Zunächst führte Stephan Franke in der ausverkauften Kulturscheune einen kurzen Gesundheitscheck mit den Zuschauern durch, um zu verhindern, dass jemand das Programm wörtlich nimmt und es zu einem "Spontanexitus" kommt. "Das stört die Stimmung und sollte - wenn überhaupt - nur im engsten Familienkreis stattfinden", befindet der Krefelder Kabarettist. Anschließend unterscheidet er zwischen peinlichen und dramatischen Todesarten. "Dramatisch sind tödliche Unfälle bei Bergwanderungen, ein Klassiker für einen peinlichen Tod ist nach wie vor der Föhn in der Badewanne, da ist man tot und blamiert", so Franke. Dafür gebe es im Himmel wie für alle Todesarten eine eigene Sektion. Wer am Eingang zum Himmel bei dem Einreiseformular diese Todesursache angebe, ernte nur ein hämisches Grinsen, bevor er an Sektion 17 verwiesen werde. "Dort ist auch der Metzger gelandet, der im Karneval mit Kuhkostüm in die Firma kam, dieser wurde dann fachgerecht von seinem Mitarbeiter tranchiert."

Als Humantiefkühler "Totfrost" ernet er viel Gelächter, als er im Gespräch mit einer Witwe diese zu einer tiefkühltechnischen Konservierung des soeben verstorbenen Gatten berät. Der Vorgang sei wie folgt: "Abholen, Blut ablassen, und bei -180 Grad schockfrosten." Während er der Kundin von der hohen Qualität seiner Anlagen vorschwärmt, führt er parallel ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin darüber, dass soeben die Kühlung ausgefallen sei. Daraufhin schickt er sie zu einem Eismann in der Nähe, um Eis zu holen, dass dieser extra für sie vorrätig halte. Es ist das Absurde an solchen Situationen, das die Besucher mitnimmt. Mit verschiedenen Stimmen und Dialekten ist Franke in der Lage, in verschiedene Figuren zu schlüpfen und diese glaubwürdig zu verkörpern. Das zeigt sich auch in einer Live-Schicksalsbewältigung: Während der Pfarrer predigt, sinniert ein Nachbar darüber, dass nirgendwo so viel gelogen werde wie nach dem Tod: "Es ist die Frage, wer wie in der Traueranzeige beschrieben nach langem Leiden erlöst wurde - die Verstorbene oder doch eher die nächsten Angehörigen?"

Quelle: RP
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