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Kempen
Schlafkräuter wachsen im Bett

Kempen: Schlafkräuter wachsen im Bett
Stärkender Kräutertrunk in der Pause: Anita Ficht hegt und pflegt in Voesch ihren Kräutergarten. FOTO: RPO
Kempen. Einen Kindheitstraum hat sich die Voescherin Anita Ficht erfüllt. Auf 3500 Quadratmeter Ackerland hat sie einen Kräuter-, Wildblumen und Rosengarten angelegt. Sie nutzt die Kraft der Heilkräuter. Von Natascha Becker

Voesch Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß den Hannendorp in Voesch in der Nähe des Bürgerhauses entlang kommt, bleibt automatisch stehen und schaut erstaunt, wenn er das Gartengrundstück von Anita Ficht erreicht. Das liegt nicht nur an den lustigen Kräuterhexenfiguren mit den Katzen, die gleich hinter dem Zaun stehen, und dem bunt bemalten Holzschild „Der Garten ist die Apotheke des kleinen Mannes“. Auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück stehen überall Hingucker aus Pflanzen und Gegenständen. Wobei am meisten die vier großen Herzen auffallen, die Ficht in die Wiesenfläche gemäht hat. „Viereinhalb Stunden fahre ich jedes Mal auf meinem Rasentraktor über die Wiese, bis die Herzen gelungen sind“, erzählt sie.

Von Urgroßmüttern gelernt

Die gebürtige Voescherin hat sich mit ihrem Kräuter-, Wildblumen- und Rosengarten einen Kindheitstraum erfüllt. Die gelernte Friseurin hat sich ganz dem Kräuterwissen verschrieben und sich in zahlreichen Seminaren in Bayern, der Schweiz und Österreich weitergebildet, wie die Urkunden in der rustikal eingerichteten Gartenlaube verraten. „Ich bin aber keine Kräuterhexe, auch wenn ich die lustigen Holzhexenfiguren aufgestellt habe, sondern eine Kräuterfrau“, betont Anita Ficht. Schon als Kind sog sie das Wissen von den Urgroßmüttern auf, als sie mit Heilpflanzen gegen das aufgeschlagene Kinderknie oder andere Wehwehchen angingen. Ficht wurde zunächst Friseurin und übte den Beruf 38 Jahre lang aus, darunter im eigenen Salon „Flinke Scheren“ in Kempen. Den aber verkaufte die 53-Jährige vor kurzem, um sich ganz den Kräutern und Co zu widmen, die sie schon ihr ganzes Leben lang begleitet haben. „Haarausfall und Kopfhautprobleme habe ich als Haartherapeutin schon lange mit Pflanzenkraft behandelt“, sagt Ficht. Dank der vielen freien Zeit kann sie nun nach Herzenslust im eigenen Garten werkeln. Er war noch vor knapp anderthalb Jahren eine Ackerfläche. „Hier haben meine Eltern schon Gemüse angebaut“, berichtet sie.

Nun aber grünt und blüht es, wohin das Auge blickt. In einem alten Holzbett stehen Rosen, getreu dem Motto „Auf Rosen gebettet“. In einem Kindermetallbett wachsen Schlaf- und Beruhigungskräuter. An pfiffigen Ideen mangelt es Anita Ficht nicht. Kräuterhochbeete, getrennt nach Küchen- und Wildkräutern sowie Kräutern für die Sinne, verschiedene Obstbäume, eine Mistel in einem Apfelbaum, ein 150 Jahre alter Olivenbaum aus Spanien, ein Frauenkräutergarten, in dem Pflanzen wachsen, die gegen Wechseljahrebeschwerden helfen – die Vielfalt ist groß. Ficht hegt und pflegt alles mit großer Sorgfalt und Liebe: „Es ist mein kleines Paradies, und ich freue mich, wenn ich mit meinem Wissen Mensch und Tier helfen kann.“

Quelle: RP
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