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Gemeinde Grefrath
Schnelle Hilfe in der Lebenskrise

Gemeinde Grefrath: Schnelle Hilfe in der Lebenskrise
Monika von Söhnen hilft psychisch kranken Menschen. FOTO: Achim hüskes
Gemeinde Grefrath. Im Kreis Viersen hat sich das Netzwerk psychische Gesundheit Viersen gebildet. Es bietet eine integrierte Versorgung psychisch kranker Menschen an, die eine Alternative zu einer stationären Behandlung darstellt. Von Bianca Treffer

Die integrierte Versorgung von Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes oder Krebs wird schon lange angeboten. Doch bei psychischen Erkrankungen gestaltete sich eine solche Versorgung schwieriger. Mit der Gründung der "Gesellschaft für psychische Gesundheit in NRW" (GpG) im Jahr 2011 kam es zu einer Änderung. Der Gesellschaft schlossen sich immer mehr Gruppierungen in den verschiedenen Regionen an, wobei ein von der Techniker Krankenkasse entwickeltes Konzept umgesetzt wird. Nach dem Motto "ambulant vor stationär" bietet wird schnelle Hilfe für Menschen in einer persönlichen Lebenskrise angeboten.

Der Kreis Viersen ist jetzt der Gesellschaft beigetreten. Hier haben sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR-Klinik), die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft Viersen und der Sozialpsychiatrische Verbund "Haus an der Dorenburg" zusammengeschlossen und unter dem Gesellschafterdach das Netzwerk psychischer Gesundheit Viersen ins Leben gerufen. "Wir sind drei Träger, wobei das Haus an der Dorenburg in Grefrath die Koordinierungsstelle ist. In unseren Räumen befindet sich das Krisenzimmer und die Rufbereitschaft", erklärt Monika von Söhnen, Leiterin der Einrichtung.

Das neue Angebot richtet sich an psychisch erkrankte Menschen, die unter anderem mit Angst- und Panikattacken, Depressionen, Essstörungen, Psychosen, Border Line oder Burn Out in Behandlung sind. Zu den Kriterien, die eine Aufnahme in das Programm ermöglichen, gehören die Vorlage einer Diagnose und ein bereits erfolgter stationärer Aufenthalt. "Die Krankenkassen, die bislang mit uns kooperieren - alle sind es noch nicht - können dabei, je nach Kasse, leicht veränderte Aufnahmekriterien haben", informiert Monika von Söhnen. Es gibt entsprechende Formulare, die jeder Interessierte von seiner Krankenkasse, sofern sie dem Projekt angeschlossen ist, anfordern kann.

Wer sich beim Netzwerk einschreiben möchte , kann vorab einen Termin vereinbaren und ein erstes ausführliches Beratungsgespräch führen. Danach erfolgt die Anmeldung. Erstes Ziel des Netzwerkes ist es, einen erneuten stationären Aufenthalt zu verhindern und mit ambulanter Hilfe durch eine Krisensituation zu kommen. Dazu können die Teilnehmer an dem Programm im Notfall die Koordinierungsstelle in Grefrath rund um die Uhr erreichen. "Wer bei uns eingeschrieben ist, erhält eine Rufbereitschaftsnummer, so dass er oder sie immer jemanden sprechen kann", sagt Monika von Söhnen.

Jeder Teilnehmer hat einen eigenen Fallmanager, der mit der Erkrankung vertraut ist, individueller Partner für die Behandlungskoordination ist. Es gibt eine speziell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasste Betreuung, die auch schon zu Hause stattfinden kann. Zudem steht das Krisenzimmer zur Verfügung. Es ist ein Rückzugsraum mit eigenem Bad im Haus an der Dorenburg, der für mehrere Tage genutzt werden kann. Die Krisenbegleitung sieht dabei so vielschichtig und individuell aus, wie es die verschiedenen psychischen Erkrankungen auch sind. Zusammen mit Fachleuten wird überlegt, wie die benötigte Hilfe aussehen soll. Ob Ergotherapie. Psychoedukation, Soziotherapie oder die Vermittlung von Psychotherapeuten - die Palette ist groß. Aber auch wer das neue Angebot nicht in Anspruch nehmen kann, findet Hilfe. "Bei uns gilt immer, jeder der Hilfe braucht, kann anrufen. Wir verfügen über ein großes Netzwerk und können entsprechend weiterhelfen", betont Monika von Söhnen.

Quelle: RP
 
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