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Stadt Kempen
Schnuppertag für die Berufswahl

Stadt Kempen: Schnuppertag für die Berufswahl
Konditorin Meike Romanski (rechts) erklärt Nicola die Befüllung und den Umgang mit den großen Spritztüllen. FOTO: Treffer
Stadt Kempen. Ausbildungsberufe und Unternehmen kennenlernen - beim gestrigen "Check In Day" nutzten nur wenige Schüler das Angebot. Gut vorbereitete Betriebe freuten sich aber über wirkliches Interesse ihrer jungen Besucher. Von Bianca Trefffer

"Wenn wir gleich den Teig in die Spritztüllen geben, dann dürfen wir sie nicht bis zum Rand füllen. Zuvor schlagen wir die Tülle aber oben noch um", erklärt Meike Romanski und zeigt Nicola, wie weit die Tüte im oberen Bereich für das Befüllen umgeschlagen werden muss. Die 16-Jährige knickt entsprechend der Vorgaben der Konditorin, danach kommt der Teig hinein. Ein Clip schließt die Öffnung und dann geht es ans Werk. Auf dem großen Backblech liegt bereits das Backpapier aus. Voller Konzentration setzt Nicola an und spritzt genau wie Romanski ein Herz aus dem Spritzteig. Ein Strahlen geht über das Gesicht der Gesamtschülerin aus Lobberich, die in der braunen Arbeitsbekleidung vom Café Poeth in St. Hubert an der Arbeitsfläche steht. "Das macht Spaß und ich finde es prima, dass ich hier wirklich praktisch mitanpacken darf", sagt Nicola und deutet auf zwei Backbleche vor dem Ofen. Bei der Herstellung der dortigen Schokoladen- und Blaubeermuffins war sie ebenfalls beteiligt.

"Uns ist es wichtig, dass wir den Schülern, die anlässlich des Check In Day zu uns kommen, auch wirklich einen Einblick in unser Handwerk geben", sagt Heinrich Poeth. Der Bäcker- und Konditormeister nimmt bereits zum vierten Mal an dem Berufswelttag teil und kann nur Positives berichten. Denn Schüler, die das freiwillige Angebot nutzen und dafür Freizeit investieren, sind in der Regel wirklich interessiert. "Wir hatten auch schon den Fall, dass jemand, der bei Check In zu uns gekommen ist, im Anschluss seine Ausbildung bei uns gemacht hat", berichtet Poeth.

Und genau das ist es, was sich die Unternehmen wünschen. Nicola, die das erste Mal in den Beruf der Konditorin schnuppert, könnte sich schon vorstellen, eine Ausbildung im Konditorenhandwerk in dem St. Huberter Betrieb zu machen. "Für ein Praktikum habe ich schon nachgefragt", sagt die Neuntklässlerin, die schon seit Längerem mit diesem Beruf liebäugelt.

Zwei sehr interessierte Schülerinnen kann auch die Volksbank Kempen-Grefrath begrüßen. "Es ist nur schade, dass nicht mehr Schüler das Angebot heute genutzt haben. Aber wir freuen uns sehr, weil es wirklich zwei junge Frauen waren, die großes Interesses an einer Ausbildung bei uns gezeigt haben", berichtet Silke Jahn, Leiterin der Abteilung Marketing und Kommunikation des Geldinstituts. Um die Hemmschwelle von Schülern so klein wie möglich zu halten, sind es in der Bank die Auszubildenden, die sich um die Schüler kümmern, ihnen alles zeigen und Fragen beantworten. Zudem informiert ein Außenbanner über die Teilnahme der Volksbank bei "Check In". "Wir hatten auch schon Jahre, in denen niemand das Angebot genutzt hat. Nichtsdestotrotz machen wir weiter mit, denn es ist wichtig, sich zu öffnen", sagt Silke Jahn.

Ein wenig Enttäuschung herrscht derweil im Heilpädagogischem Zentrum in Grefrath. Trotz breit gestreuter Information, dass das Zentrum beim "Check In Day" mitmacht, ist kein einziger Schüler aufgetaucht. "Dass niemand kommt, das hatten wir noch nie. Es kommen zwar generell nicht viele Besucher, aber wer kommt, der ist dafür immer sehr interessiert und hat sich bereits Gedanken darüber gemacht, wo es beruflich hingehen soll", sagt Günter Rippen, Abteilungsleiter Rehabilitation. Genau wie bei bei der Bäckerei und Konditorei Poeth folgten auch solchen Besuchen beim "Check In Day" schon Praktika und Ausbildungsverträge für den Heilerziehungspfleger, der beim Heilpädagogischen Zentrum in der dualen Ausbildung angeboten wird. "In diesem Jahr haben wir alles umsonst vorbereitet. Das ist wirklich schade", meint Rippen.

Der 18-Jährige Florian, der das Michael-Ende-Gymnasium in St. Tönis besucht, nutzt die insgesamt vier "Check In Days" intensiv. Denn nicht nur im Kreis Viersen öffnen Firmen ihre Türen. "Die Check In Days ermöglichen mir einen wirklich guten Einblick. Man kann spontan die Unternehmen besuchen und muss sich nicht anmelden. Ich finde dies sehr gut", sagt der 18-Jährige. Er selber interessiert sich dabei für technische Berufe und duale Studiengänge in diesem Bereich.

Quelle: RP
 
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