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Stadt Kempen
Schüler arbeiten für den guten Zweck

Stadt Kempen: Schüler arbeiten für den guten Zweck
Fabian Lenzen verbrachte den Tag in der Kleintierpraxis auf dem Concordienplatz. Er möchte später selber Tierarzt werden. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Kempen. Gestern fand der Soziale Tag der Erich Kästner Realschule statt. Rund 150 Schüler haben sich eine Stelle gesucht und schnupperten erstmals in die Berufswelt hinein. im vergangenen Jahr kamen 5700 zusammen. Von Heiner Deckers

Rund 150 Achtklässler der Kempener Erich Kästner Realschule schwärmten gestern aus. Sozialer Tag war wieder angesagt, die Jugendlichen verlebten einen kompletten Arbeitstag in einem Betrieb ihrer Wahl und warfen damit einen ersten Blick in den so genannten Ernst des Lebens. Den Lohn, den sie für ihre sechs bis acht Stunden bekommen, spenden sie komplett für einen guten Zweck. Im vergangenen Jahr kamen stolze 5700 Euro zusammen. Der diesjährige Erlös wird nach den Sommerferien übergeben. In den Genuss von Spenden kommen in diesem Jahr die Kempener Tafel, das Tierheim des Kreises Viersen in Lobberich und die Kempener Afrikahilfe.

Thomas Eichwald hatten sich beim Kempener Buchverlag an der Hülser Straße beworben und eine Stelle bekommen. Den Tipp hatte er von seiner Lehrerin bekommen. Er durfte gestern Vormittag gleich mit ran - erfuhr, wie das mit den Bestellungen funktioniert und wie Rechnungen korrekt geschrieben werden. Auch im Lager gab es für ihn reichlich zu tun, er bestückte beispielsweise Bücher mit dazugehörigen CDs. Einen konkreten Berufswunsch hat er auch schon, was für Achtklässler eher ungewöhnlich ist: "Ich möchte Anwalt werden." Geschäftsführerin Hildegard van der Gieth hält den Sozialen Tag für eine wichtige Sache: "Wir nehmen immer mindestens einen Schüler."

Im Hundesalon am Heyerdrink stellten sich Lena Boldwin (l.) und Viola Vogel sehr geschickt an. FOTO: wolfgang kaiser

Fabian Lenzen verbrachte seinen Arbeitstag in der Kleintierpraxis von Dr. Brigitte Bornack und Dr. Simone Schröder am Concordienplatz. Und es wurde ein richtig spannender Tag. Nachdem ihm die Ärztinnen etwas über die Praxis erzählt hatten, war er Augenzeuge bei der Kastration eines Katers.

Anschließend erlebte er mit, wie ein Hund in Narkose versetzt wurde. Das Tier hatte einen Tumor, ihm musste die Milz entfernt werden. Fabian Lenzen wohnt ländlich, zu Hause gibt es unter anderem Hühner, Pferde und Hund. "Ich mag es, Tieren zu helfen", sagt er, Da lag es für ihn nahe, sich für den Sozialen Tag bei einem Tierarzt zu bewerben. Sein berufliches Ziel kommt auch nicht ganz überraschend - Kleintierarzt möchte er nämlich einmal werden.

Weronika Goretzki arbeitete bei "Fräulein Rosalie" an der Kirchgasse. Sie mag das Geschäft und hat sich deshalb dort beworben. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)

Mit Tieren beschäftigten sich gestern auch Lena Boldwin und Viola Vogel. Nicht medizinisch allerdings, die beiden arbeiteten im Hundesalon Schick am Heyerdrink - und hatten ganz schön Stress. "Wir haben gerade einen Hund gebadet, so richtig mit Shampoo", berichtet Lena. Ein bisschen eklig sei nur das Ausdrücken der Duftdrüsen gewesen. Anschließend hätten sie, so Viola, den Hund trocken geföhnt. Wie sind sie auf den Hundesalon gekommen? Eigentlich ganz einfach Lenas Tante arbeitet dort und hat ihnen den Job vermittelt. Sie lobte die beiden Schülerinnen: "Sie haben keine Berührungsängste und sind total ruhig. Dann bleiben auch die Hunde ruhig, die merken nämlich jede Aufregung." Wollen Lena und Viola auch einen Beruf einschlagen, in dem sie mit Tieren zu tun haben? "Vielleicht, aber Menschen sind auch okay", sagen die beiden übereinstimmend.

Weronika Goretzki kennt das Geschäft "Fräulein Rosaliese" an der Kirchgasse schon lange, wie wohl auch jedes andere Kempener Mädchen ihrem Alter. Sie mag Stoff, näht auch gerne selber. Ein paar Mal war sie schon in dem Geschäft, gekauft hat sie aber bisher nichts. Gestern lernte sie den Laden von einer ganz anderen Seite kennen, und zwar als Mitarbeiterin. Unter anderem war sie damit beschäftigt, Stoffe akkurat auf das passende Maß zu schneiden. Ob es in ihrem künftigen Berufsweg auch um Textilien geht, weiß sie heute noch nicht: "Ich mache erst einmal die Schule zu Ende."

Thomas Eichwald verbrachte den Sozialen Tag beim Kempener Buchverlag an der Hülser Straße. FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Quelle: RP
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