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Stadt Kempen
Schüler erhalten einen Einblick ins Berufsleben

Stadt Kempen: Schüler erhalten einen Einblick ins Berufsleben
Dirk Strangfeld, Petra Pigerl-Radtke und Paul Neukirchen laden zum Check-in-Tag ein. FOTO: Dackweiler
Stadt Kempen. Beim Check-in-Aktionstag öffnen heute 33 Betriebe und Institutionen im Kreis Viersen ihre Türen für künftige Auszubildende. Schüler können sich vor Ort über ihren Wunsch-Beruf informieren. Von Anke Kronemeyer

Insgesamt 33 Firmen und Institutionen - von der Krankenkasse über den Süßwarenhersteller bis zum Finanzamt - laden am heutigen Dienstag, 28. Juni, Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 von 13 bis 17 Uhr ein, um einen Beruf ihrer Wahl zu finden. "Immer mehr Jugendliche wissen nicht genau, was sie nach der Schule machen wollen", sagt Petra Pigerl-Radtke, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein Geschäftsführerin und für Aus- und Weiterbildung zuständig. Darum haben sich vor sieben Jahren 19 Initiatoren aus dem Kreis Viersen, Krefeld, Mönchengladbach und dem Kreis Neuss zur Check-In-Berufswelt-Aktion zusammengeschlossen. Es gibt 33 Check-In Schulen in den vier Regionen, aber auch Schüler aus anderen Schulen können sich beteiligen.

Mehr als 4500 Schüler haben im vergangenen Jahr in allen Orten mitgemacht und sich in Werkstätten, Handwerksbetrieben oder in Autohäusern umgeschaut. "Das ist auch für die Firmen eine gute Gelegenheit, Azubi-Marketing zu machen", sagt Thomas Feldges, Leiter des Check-In-Organisationsbüros. Vorteil der praktischen Erfahrung an einem solchen Nachmittag: "Es hält auch die Abbrecherquoten niedrig."

Heute werden zudem gezielt Ausbildungsplätze vermittelt. "Es sind noch welche frei", erklärt Petra Pigerl-Radtke. "Wer am 1. August oder 1. September anfangen will, hat noch gute Chancen auf einen Platz." Entscheidend sei, dass die Jugendlichen wissen, "worauf sie Lust haben". Denn genau das, weiß auch Paul Neukirchen als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, sei das Problem. Innerhalb des Handwerks könnten die Schüler 50 Berufe kennenlernen. "Es gibt aber nicht nur Friseure, Kaufleute oder Mechatroniker", betont Neukirchen. "Die Wirklichkeit bei uns im Handwerk ist vielfältiger." Er kritisiert zudem einen "Akademisierungswahn", der damit zusammenhänge, dass viele nicht wüssten, was sie beruflich machen wollen. Mehr als die Hälfte eines Abitur-Jahrgangs ginge zur Universität, von ihnen seien aber wieder 40 Prozent Abbrecher. "Viele wären besser im dualen System aufgehoben", meint Neukirchen und wirbt damit um eine Ausbildung im Handwerk. Viele Gymnasiasten seien für die Unternehmen nicht zu erreichen. "Das ist schwierig, schädlich und schade für junge Leute, die sich breiter orientieren wollen", betont Neukirchen. "Auch im Handwerk können wir gute Abiturienten gebrauchen."

Die Arbeitsagentur selbst ist heute mit von der Partie. Sie vermittelt nicht nur Ausbildungs- und Arbeitsstellen, sondern ist auch einer der großen Arbeitgeber. Unter dem Motto "Mittelpunkt Mensch" werden Berufsfelder aus dem sozialen Bereich vorgestellt. Dirk Strangfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Krefeld: "Wir wollen beim Check-In-Tag für Information und Transparenz bei den Berufen sorgen."

www.check-in-berufswelt.de

Quelle: RP
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