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Stadt Kempen
Schüler proben fürs neue Stück

Stadt Kempen: Schüler proben fürs neue Stück
Die Schülerinnen und Schüler der Musical-AG des Kempener Thomaeums bei einer Probe. Leiter David Nethen (links) sucht fürs Orchester noch Musiker - vor allem ein Cellist wird für die Musical-Aufführung benötigt. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Die Proben am Thomaeum für das Musical "The sound of music" laufen auf Hochtouren. Doch für den richtigen Ton fehlt es noch an Musikern. Das begleitende Kammerorchester sucht dringend Verstärkung. Von Bianca Treffer

"Irgendwas stimmt hier nicht", sagt Brigitte Nienhaus und schüttelt ratlos den Kopf. Der Stick, den die Organisatorin der Musical-AG gerade eben in die entsprechende Vorrichtung am Verstärker in der Aula des Kempener Thomaeums gesteckt hat, gibt die auf ihm gespeicherten Lieder nicht wieder. Ein kurzes Rütteln hilft nicht weiter, genauso wenig wie ein Herausziehen und ein erneutes Hineinstecken.

Auf der Bühne stehen Marie und Felix indes in den Startlöchern. Sie warten auf Lied Nummer sechs, ihren Walzer. Lauritz, der bis eben noch die Nase in seinem Textbuch vergraben hatte und entspannt auf einem der Stühle in der Aula saß, springt auf, um das technische Gerät in Augenschein zu nehmen. Der zunächst ratlose Blick, mit dem auch er den Verstärker mustert, weicht auf einmal einem spitzbübischen Augenaufschlag. "Jetzt geht", meint der Gymnasiast und stellt einen einzelnen Schalter um. Klassische Musik erfüllt die Aula und damit kommt Bewegung in das Paar auf der Bühne. Unter den Taktvorgaben von Brigitte Nienhaus beginnen Marie und Felix zu tanzen. Doch nicht nur hier ist man mit den Proben beschäftigt.

Aus dem benachbarten Musikzimmer ertönt Gesang. Vanessa übt gemeinsam mit Finnja eines ihrer Lieder ein, das sie im Musical "The sound of music" singen wird. Annika und Simon, ein Zimmer weiter, sind hingegen in die Rollen von Liesel und Rolf geschlüpft und studieren die Szene ein, in der sich die Beiden näher kommen. "Wir spielen die Szene gleich vor Frau Nienhaus und Herrn Nethen. Wir arbeiten noch am letzten Feinschliff", meint Annika.

In der Aula und den angrenzenden Räumen herrscht rege Betriebsamkeit. Am 10. März ist es soweit, dann steht die Premiere des neuen Musicals an, an dem die 45 Schüler der Musical AG des Thomaeums seit Sommer vergangenen Jahres arbeiten. "Uns ist es besonders wichtig, dass wir das Stück in seiner Originalfassung aufführen und nicht irgendwie verändert haben", sagt David Nethen, der die Koordination des musischen Profils am Gymnasiums inne hat und gemeinsam mit Brigitte Nienhaus die Proben leitet. Die gesamten Vorbereitungen laufen hervorragend, die jungen Darsteller von der Klasse sieben bis zur Q2 sind voller Engagement bei der Sache. Allerdings bereitet Nethen das Kammerorchester Sorgen. Seit Jahren ist es Tradition, dass dieses Ensemble das Musical bei den Aufführungen begleitet. "Doch in diesem Jahr haben wir ein Problem. Uns fehlen Musiker, vor allem ein Cellist", berichtet Nethen. Der bisherige Cello-Spieler ist schwer erkrankt und fällt aus. Dazu könnte das Orchester dingend weitere Klarinetten, Querflöten, Gitarren und einen Contrabass vertragen. Aktuell sind es acht Musiker, die das Ensemble bilden, wobei es sich um Schüler, Lehrer und Eltern handelt.

Wer mitmachen möchte, muss aber nicht zwingend eine Verbindung zum Thomaeum haben. "Wir freuen uns über jeden, der mitspielen möchte. Die einzige Voraussetzung ist die Beherrschung seines Instrumentes. Das Kammerorchester probt zwar auch, aber die Musiker erarbeiten sich ansonsten die Stücke relativ selbstständig", erklärt Nethen. Acht gemeinsame Proben liegen noch vor dem Orchester, wobei eine davon am morgigen Donnerstag in Xanten stattfindet. Dort befindet sich die Musical-AG noch bis einschließlich Freitag zu intensiven Proben. Die vier gemeinsamen Probentage haben schon Tradition, finden vor jedem Musical statt. Vier Tage dreht sich alles um die Aufführung, bevor es mit den normalen Wochenproben in der Schule weitergeht.

Weil David Nethen nicht weiß, ob sich ein dringend benötigter Cello-Spieler findet, muss er sogar in Erwägung ziehen, einen Cellisten gegen Honorar zu verpflichten. "Sollte dies wirklich der Fall sein, müssten wir die Preise für die Eintrittskarten erhöhen, um den Musiker bezahlen zu können. Etwas, was wir eigentlich auf keinen Fall wollen", sagt Nethen. Der Preis für die Eintrittskarten lag immer unter zehn Euro und das soll auch so bleiben.

Quelle: RP
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