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Stadt Kempen
Schulbücher machen viel Arbeit

Stadt Kempen: Schulbücher machen viel Arbeit
Lehrer Marco Spallek (links) ist am Kempener Thomaeum seit drei Jahren für die Verwaltung der ausgegebenen Schulbücher zuständig. Mit einem Team von freiwilligen Schülern bereitet er die Bücherausgabe für das neue Schuljahr vor. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Was die Schüler an Büchern ansonsten in den Taschen mit sich tragen, stapelt sich derzeit in der Schulbücherei des Thomaeums. Ein Schülerteam rund um Marco Spallek bereitet büchertechnisch alles für das neue Schuljahr vor. Von Bianca Treffer

"Alles abgezählt - Nichts verändern" prangt in großen Buchstaben auf dem Zettel, der wiederum an einem Stuhl festgeklebt ist. Rot-weißes Flatterband kennzeichnet den gesamten Bereich, in dem die unterschiedlichsten Schulbücher nicht nur auf Tischen hohe Stapel bilden, sondern ebensolche Türme auf dem Boden in die Luft ragen. Hier liegen die Exemplare für die sechsten und siebten Klassen des Gymnasiums Thomaeum, die allesamt schon kontrolliert und entsprechend der Klassengröße für den Start des neuen Schuljahres abgezählt sind.

Ein Stückchen weiter verkündet ein Schild, dass Rückgaben auf den Tischen am Fenster abgelegt werden sollen. Kaum weniger große Bücherberge sind so vor den Fensterscheiben zu sehen. Inmitten der Papiermengen herrscht dabei rege Geschäftigkeit. Zwischen den Regalen der Schulbücherei sitzen Schüler auf dem Boden und kleben Barcodes in Bücher. Vor dem PC hat sich eine indes eine Schülertraube gebildet. "Habt ihr Deutsch gefunden?", möchte Medea wissen. Dabei blickt die 16-Jährige fragend in Richtung Computer. Jan, der vor dem Bildschirm sitzt, winkt ab. "83 sind für das Deutschbuch rausgezogen. Uns fehlen Barcodes", lautet die Antwort des 16-Jährigen.

Der neben ihm sitzende Tobias hat zu Block und Stift gegriffen. Der 17-Jährige beginnt die Codes von den verschiedenen Büchern aufzuschreiben. "Dann müssen wir nicht jedes Mal bei Nachfragen im PC nachgucken", erklärt er. Die Barcodes bereiten allen ein klein wenig Kopfzerbrechen. Denn zum ganz normalen Büchereinsatz, der jedes Jahr kurz vor den Sommerferien anliegt, ist in diesem Jahr eine neue Aufgabe gekommen. "Wir stellen aktuell komplett auf Barcodes um. Früher hatten die Bücher Nummern, jetzt gibt es Barcodes. Damit wird in Zukunft alles einfacher, aber die Umstellung fordert jetzt neben der normalen Arbeit mit den Schulbüchern schon einiges von uns ab", erklärt Marco Spallek. Dem Lehrer obliegt seit drei Jahren die Verwaltung der Lehrmittel. Am Anfang und am Ende eines Schuljahres kommt es Jahr für Jahr zu den Stoßzeiten, die er mit Hilfe eines freiwilligen Schülerteams bewältigt. "Mit macht es Spaß, hier zu helfen. Es ist mal eine etwas andere Aufgabe", sagt Clara, die schon mehrmals zum Team gehörte.

Die letzten zehn Tage vor den Sommerferien kommen die Bücher der Schüler klassenweise zurück. Das heißt, der jeweilige Klassenlehrer sammelt ein und gibt die Bücher in Mengen in der Schulbibliothek ab, wo Spallek und sein in der Regel zehnköpfiges Team die Bücher entgegennehmen. Sie kontrollieren jedes einzelne Exemplar, wobei die Bücher in ganz unterschiedlichen Zuständen zurückkommen. Die Palette reicht von nahezu neuwertig bis reif für die Altpapiersammlung. Teilweise kann das Lehrer-Schüler-Team noch Reparaturen durchführen. Dort ist mal ein Rücken lose oder eine eingerissene Seite muss geklebt werden. "Es ist eine Auflage, dass jeder Schüler seine Bücher einbinden und pfleglich mit ihnen umgehen soll", sagt Spallek.

Zum größten Teil funktioniert das auch, aber es gibt auch Bücher, die sind so zerfleddert und das nicht aufgrund ihres Alters, dass sie neu angeschafft werden müssen. Hier können Schüler auch schon einmal zur Kasse gebeten werden. Die kontrollierten und gegebenenfalls reparierten Bücher werden sortiert und für die nächsten Klassen entsprechend ihrer Schüleranzahl zusammengestellt.

"Die Bücher der Nebenfächer halten durchschnittlich zehn Jahre. Sie werden nicht so oft benutzt, wie die Hauptfächer. Bei denen sieht es so aus, dass sie zwischen drei und fünf Jahre alt werden. Danach müssen sie neu gekauft werden", berichtet Spallek. Durchschnittlich gibt jeder Schüler acht Bücher am Ende eines Schuljahres zurück. Rund 6000 Exemplare sind derzeit in der Schulbücherei gestapelt, die nun nach den Ferien wieder unter die Schuler gebracht werden.

Quelle: RP
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