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Stadt Kempen
Schulsanierung wird zum Großprojekt

Stadt Kempen: Schulsanierung wird zum Großprojekt
Als Sofortmaßnahmen haben die Architekten vom Büro pbs zwei Aufzüge für die Gebäude der Realschule, die von der Gesamtschule mitgenutzt werden, geplant. Die Aufzüge sollen zum Ende der Sommerferien einsatzbereit sein. FOTO: Deckers
Stadt Kempen. Die beiden von der Stadt beauftragten Architektenbüros stellten der Politik erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen der Gebäude der weiterführenden Schulen in Kempen vor. Fest steht: Um die zu modernisieren, muss viel getan werden. Von Andreas Reiners

Bürgermeister Volker Rübo brachte es am Ende der Mammutsitzung von Bau- und Schulausschuss am Montagabend auf den Punkt: Angesichts der Ergebnisse, die die Experten bei ihrer Bestandsanalyse ermittelt haben, ist die Sanierung und Modernisierung der Gebäude auf dem Schulcampus Kempen ein "sehr, sehr anspruchsvolles Projekt". Man müsse die nun vorliegenden Erkenntnisse über den Zustand der Schulgebäude "realistisch einschätzen", "kluge Szenarien entwickeln" und vor allem "den Blick fürs Machbare behalten", meinte der Bürgermeister.

Sehr viel von dem, was die von der Stadt beauftragten Planungsbüros pbs-Architekten und gpe-projekt - unabhängig voneinander - in ihren Expertisen bislang festgestellt haben, ist den Verantwortlichen in der Kempener Bauverwaltung und den weiterführenden Schulen sicherlich bewusst. Beruhigend klingen da die Worte des Technischen Dezernenten Stephan Kahl und des Experten Edgar Krings vom Architekturbüro pbs: Obwohl die Schulgebäude allesamt in die Jahre gekommen sind, gibt es dort keine gravierenden bautechnischen Mängel.

Allerdings besteht dringend Sanierungsbedarf in Sachen Sicherheit. Seit dem Jahre 2000 gelten verschärfte Bestimmungen für Schulgebäude beim Brandschutz. Ein Sachverständiger hat hier einen erheblichen Nachholbedarf festgestellt. Zweite Rettungswege fehlen in fast allen Gebäuden oder sind nicht ordnungsgemäß zu nutzen. Da muss ebenso nachgerüstet werden wie bei der Fassadendämmung oder beim Sonnenschutz für die Klassenräume sowie bei den Elektro- und Wasserinstallationen.

Parallel zum baulichen Zustand der Schulgebäude haben sich die schulfachlichen Planer vom Büro gpe-projekt die Ausstattung der weiterführenden Schulen mit Lehr- und Lernmitteln, mit Fachräumen oder Möblierung und Beleuchtung angesehen. Auch hierbei haben die Experten einen erheblichen Modernisierungsbedarf ausgemacht. Angesichts der in den kommenden Jahren weiter steigenden pädagogischen Anforderungen gibt es in den weiterführenden Schulen in Kempen noch viel zu tun.

Die Erwartungshaltung ist vor allem bei den Schulen selbst - bei den Leitungen, bei Lehrern, Schülern und Eltern - hoch. Fest steht aber: Nicht alles lässt sich auf einmal machen. Da warb auch Dezernent Kahl gleich um Verständnis. Das Sanierungs- und Modernisierungsprogramm, das die beiden Architektenbüros nun in den kommenden Monaten gemeinsam ausarbeiten werden, wird auch eine Prioritätenliste enthalten müssen. Insgesamt ist das Programm auf mindestens zehn Jahre ausgelegt. Die Realisierung der Projekte steht und fällt mit der notwendigen Finanzierung. Denn die Stadt wird sehr viel Geld investieren müssen. Das ist absehbar, auch wenn die Experten noch keinerlei Kostenschätzungen vorgelegt haben. Mehrere Millionen Euro werden da schon zusammen kommen. Das Geld wird auch aus Landesmitteln und anderen Fördertöpfen kommen müssen. Die gilt es dann von der Stadt und den externen Büros auszuloten.

Die Kunst wird sein, den realistischen Weg zwischen dem Wünschenswerten und dem tatsächlich Realisierbaren zu finden. Da ist vor allem die Kempener Politik gefordert. Denn sie entscheidet letztlich über die Projekte, die umgesetzt werden. Der Diskussionsprozess wird auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse nun beginnen, er wird seine Zeit brauchen. Das muss allen Beteiligten klar sein. Das Projekt "Schulcampus Kempen" ist eben sehr anspruchsvoll.

Quelle: RP
 
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