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Stadt Kempen
Serenadenkonzert: Klänge aus Nord- und Südamerika

Stadt Kempen. Eine so weite Anreise wie die beiden Strelows am vorletzten Mittwoch hatten die drei Mitwirkenden der dritten Sommerserenade nicht. Dafür begaben sie sich musikalisch noch weiter als nach Osteuropa. Diesmal führte die musikalische Reise weit über den großen Teich, nach Nord- und Südamerika. Diesmal durchzogen jazzige und lateinamerikanische Klänge die Propsteikirche. Christian Gössel und Uli Windbergs, zwei bewährte Tastenlöwen, nutzten die Vielfalt zweier Keyboards, um nach Bedarf Gitarren-, Perkussions-, Klavier-, Bandoneon- und sogar Chorklänge einzuspielen. Von Gert Holtmeyer

Fürs Melodische sorgte Herbert Holtemeyer mit dem Saxophon, genauer: mit drei Saxophonen (Sopran, Alt und Tenor). Die zahlreichen Zuhörer genossen beliebte Standards wie Wave, Take Five und Desafinado. Gefühl- und temperamentvolle Titel wechselten einander ab. Bandoneonähnliche Klänge brachten Astor Piazzolla, den Meister des Tango Nuevo, in Erinnerung. Als nach langem, begeisterten Beifall eine Zugabe angestimmt wurde, kam mit dem unverwüstlichen Czárdás von Vittorio Monti, gewissermaßen als Reminiszenz ans vorangegangene Serenadenkonzert, noch einmal Osteuropäisches ins Spiel.

Brillierte Strelow mit feurigen Puszta-Klängen auf dem Akkordeon, so beeindruckte jetzt Herbert Holtemeyer mit einer mitreißenden Virtuosität auf dem Altsaxophon. Auch wenn es nicht unbedingt vorausgesagt werden konnte: Der anschließende Umtrunk konnte tatsächlich im Freien starten. Dass der diesjährige Sommer nicht unbedingt mit dem Wetter aufwartet, das unsereins in dieser Zeit gerne hätte, brachte Frank Gössel, Vater des Kantors, auf eine literarische Spur.

Mit verschiedenen Facetten des Sommers haben sich auch die Dichter beschäftigt. Vier Kostproben gab Gössel mit anspruchsvollen Gedichten von Theodor Storm, Richard Dehmel, Anton Wildgans und Georg Trakl. Und mit einem bissig-witzigen Prosatext rief er in Erinnerung, dass das Fernsehen einmal einen Bildungsauftrag hatte, der allmählich verloren zu gehen scheint. Am nächsten Mittwoch findet die letzte Sommerserenade dieses Jahres statt, dann im kleineren Rahmen der St.

Peter-Kapelle.

Quelle: RP
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