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Kempen
So gelingt der Obstbaumschnitt

Kempen: So gelingt der Obstbaumschnitt
Unverzichtbar für den Obstbaumschnitt ist auch eine passende Leiter, die die Bäume nicht beschädigt, so Schnitt-Experte Günter Wessels. FOTO: busch
Kempen. Jetzt ist die richtige Zeit für den Obstbaumschnitt. Günter Wessels gab in der Kleingartenanlage Süchteln hilfreiche Tipps, wie der Schnitt richtig funktioniert. Er warnt Hobbygärtner auch vor den typischen Baumkrankheiten. Von Jannetta Janssen

Die Kleingärtner haben viele Fragen. Zwei Mal im Jahr laden sie in ihre Anlage direkt an der Niersbrücke deshalb Günter Wessels, den Experten für den richtigen Obstbaumschnitt, ein. Der Dülkener kommt nicht allein. Er hat verschiedene Werkzeuge und bereits abgeschnittene Äste mitgebracht und demonstriert in einem Garten, wie sich die theoretischen Tipps in der Praxis am besten umsetzen lassen. Der Landschaftsgärtner erklärt auch, auf welche Baumkrankheiten die Kleingartenpächter achten müssen und informiert, wie sie diese am schnellsten bekämpfen müssen.

Seit nunmehr 80 Jahren gibt es die Kleingartenanlage mit 23 Parzellen in Süchteln. Diese werden von der Stadt Viersen verpachtet. Derzeit sind zwei Gärten frei. "Hier gibt es sehr viele Obstbäume. Deshalb freuen wir uns, dass Günter Wessels im Frühjahr und Sommer zu uns kommt", sagt Raimund Bigalke, Vorsitzender der Kleingartenanlage Süchteln und selbst Pächter einer Parzelle.

Auch viele weitere Interessierte sind zum Vortrag von Wessels gekommen. Er erklärt, warum eine günstige Gartenschere meist nicht von langer Dauer ist: "Sie bekommen für die Scheren beim Discounter keine Ersatzteile, und dicke Äste lassen sich damit meist nicht schneiden", sagt Wessels. Er hält eine Schere in der Hand und lässt diese immer wieder auf und zu gleiten. "Sie sehen hier kein Spiel, wenn die Scherenblätter aufeinandertreffen", so der Experte. Schwierig findet Wessels es, einen Preis zu nennen, den man für eine "gute Gartenschere" ausgeben sollte. Es käme immer auf den Einsatz an, für den sie gebraucht werde. Und weiter: "Aber 15 Euro sollten es da schon sein." Beim Fachhändler gebe es verschiedene Anbieter von Spezialwerkzeug. "Ich habe rund einhundert Euro für eine Heckenschere ausgegeben", sagt einer der Pächter. Die hat der Mann seit vielen Jahren im Einsatz und ist zufrieden mit der Investition.

Wichtig beim Obstbaumschnitt: "Immer schräg schneiden, dann kann der Saft gut ablaufen und der Pilz hat keine Chance", so Wessels. Auch sollte kein Stumpen am Ast zurückgelassen, sondern vollständig entfernt werden. So kann der Baum weiter wachsen. "Auch die abgeschnittenen Stellen sollte man nicht mit Baumharz versiegeln, das hat man früher gemacht", erklärt der Experte vom Naturschutzbund.

Kein Baumschnitt ohne die passende Säge. Es gibt viele verschiedene Modelle: Klapp-, Stich-, oder Feinsäge und noch weitere. Auch hier sollte man darauf achten, dass im Handel Ersatzblätter zu bekommen sind.

Günter Wessels hat neben all' dem Werkzeug auch eine Leiter dabei: Sie ist unverzichtbar. "Sie sollten sich keine Haushaltsleiter in den Garten stellen und die oberste Stufe abpuffern, damit Sie dem Baum keine Schürfwunden hinzufügt, wenn Sie die Leiter in den Baum stellen", erklärt der Dülkener.

Er warnt alle Birnbaumbesitzer vor einem Pilz. Seit Jahren sieht Günter Wessels bei den Birnbäumen ein Problem: das Birnengitterrost. Dieser Pilz befällt dauerhaft, beispielsweise Zierwacholder. Im Frühjahr siedeln sich die Ableger dann auf Birnbäume an. Wie ist das zu erkennen? Dies spiegelt sich dann in orangefarbenen Flecken auf den Blättern von Birnen wider. Deshalb rät der Landschaftsgärtner: "Pflanzen Sie keinen Zierwacholder mehr."

Ein weiteres Problem, mit dem Bäume oft zu kämpfen haben, ist der Schädling "asiatischer Laubholzbockkäfer". Dieser legt ein Ei im Ast ab und: "Schon nach kurzer Zeit kann der dicke Ast einfach vom Baum runterfallen", erklärt Günter Wessels. Man solle die Bäume deshalb genau beobachten. Und sobald der Käfer da sei, gebe es nur eine Lösung: sofort die befallenen Äste mit dem "richtigen Werkzeug" entfernen.

Quelle: RP
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