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Stadt Kempen
So schwungvoll geht's im Wilden Westen zu

Stadt Kempen. In einen gar nicht ganz so wilden Westen führt die Aufführung der Musical-AG des Thomaeums. Bei dem amerikanischen Klassiker "Oklahoma" geht es um das schöne Thema der jungen Liebe mit all ihren Irrungen und Wirrungen. Witzig und schwungvoll wirbelten die Kempener Schüler bei der Premiere am Donnerstagabend fast drei Stunden lang über die Bühne. Von Silvia Ruf-Stanley

David Nethen, der für die Musik verantwortlich zeichnet, und Regisseurin Brigitte Nienhaus haben das Kunststück geschafft, bei der Aufführung von "Oklahoma" alle 39 Mitglieder der Musical-AG des Kempener Thomaeums auf die Bühne in der Schulaula zu bringen. Die Inszenierung zeichnet sich vor allem durch viele Tanzeinlagen aus, die dann auch den vielleicht noch etwas unerfahrenen Mitgliedern der Musical-AG einen Auftritt boten. Durch die vielen Tanzszenen gab es zwar gewisse Längen in der Inszenierung, die aber schnell wieder durch die Geschichte wettgemacht wurden.

Wie immer bei der Liebe, läuft es auch in der Geschichte des Musicals nicht so glatt. Curly ist in Laurey verliebt, kann ihr das aber nicht sagen. Dann taucht ein weiterer Bewerber auf. Noch schwerer hat es Will. Der muss nämlich 50 Dollar auftreiben, sonst lässt ihn der Vater von Annie seine Tochter nicht heiraten. Belebt wird die ganze Szenerie noch von einer resoluten Tante von Laurey und einem windigen Krämer.

Die Schulaufführung lebt vor allem von der Ausdruckskraft seiner Hauptdarsteller - allen voran Konstantin Schäfer als Curly, Marie Angona als Laurey und Paul Klahre als Nebenbuhler Jud. Alle drei verbinden nicht nur erstaunliches gesangliches Talent mit sehr gutem Theaterspiel. Vor allem die Duette von Schäfer und Angona sowie Schäfer und Klahre ernteten bei der Premiere berechtigten Szenenapplaus. Johanna Angona als resolute Tante funkt mit ihre vollen, wesentlich tieferen Stimme immer wieder gut dazwischen. Elena Holthausen als Annie und Simon Schalbers als Krämer Hakim leben in ihren Szenen so richtig komisches Talent aus. Und Lauritz Novotny, der als Will Annie anhimmelt, bringt sogar eine richtige Stepp-Einlage auf die Bühne, der sich dann eine ganze Gruppe von Tänzern anschließt. Da stößt die kleine Bühne der Aula schnell an ihre Grenzen.

Für ihre aktuelle Aufführung haben die Schüler auch ein richtig opulentes Bühnenbild gestaltet. Es gibt alles, was man so mit dem viel beschriebenen Wilden Westen der USA verbindet. Es gibt das hölzerne Farmhaus, das sich auch in eine Gastwirtschaft verwandeln lässt. Dann wird dem Zuschauer im Hintergrund ein Ausblick in die Weite des Landes gewährt. Auch bei der Requisite bleiben die Schüler bewusst beim landläufigen Bild, das man vom Wilden Westen hat. Es tut dem Stück gut, dass auf Experimente verzichtet wird. Einziges Manko waren für manche Zuschauer, wie man in der Pause der Premiere hörte, die englischen Liedtexte, die nicht immer zu verstehen waren. Aber das mag auch an der schwierigen Aussteuerung in der Aula gelegen haben.

Rundum jedoch ging das Publikum am Premierenabend bei diesem fröhlichen Musical willig mit und am Ende gab es verdienten lang anhaltenden Applaus.

Weitere Aufführungen sind am heutigen Samstag, 21. März, um 20 Uhr, am morgigen Sonntag, 22. März, um 18 Uhr und am kommenden Dienstag, 24. März um 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro, Schüler zahlen fünf Euro. Tickets gibt es im Thomaeum.

Quelle: RP
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