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Stadt Kempen
So viele Einbrüche wie noch nie

Stadt Kempen: So viele Einbrüche wie noch nie
FOTO: Polizei. RP-Archiv: Kempner
Stadt Kempen. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Viersen um 43 Prozent an. Das geht aus der gestern veröffentlichten Kriminalstatistik hervor. Auch Gewalttaten nahmen im vergangenen Jahr zu Von Martin Röse

/ Grefrath Immer wieder teilt die Polizei mit, dass Hausbewohner ungebetenen Besuch bekommen. Einbrecher hebeln oft ein rückwärtiges Fenster auf, gelangen so in die Räumlichkeiten und durchsuchen sie. Immer häufiger werden die Menschen im Kreis Viersen Opfer von Einbrechern, so steht es in der Statistik für das 2015. Im vergangenen Jahr gab's im Schnitt pro Tag 2,5 Einbrüche und Einbruchsversuche. Insgesamt registrierte die Polizei 907 Fälle - so viele wie nie zuvor. Gegenüber den 636 Fällen im Jahr 2014 ist das ein Anstieg um knapp 43 Prozent.

"Das Ziel, die Wohnungseinbrüche im Kreis Viersen unter dem mittelfristigen Durchschnitt zu halten, konnte nicht erreicht werden", räumt Kriminaldirektor Siegfried Lantermann ein. Die Aufklärungsquote stieg im vergangenen Jahr leicht an - von 12,4 auf 15,1 Prozent. Das bedeutet: Nur eine von sieben Taten wird aufgeklärt.

"Um der negativen Fallzahlenentwicklung entgegenzuwirken und die Aufklärungsquote weiter zu verbessern, wurde ein neues Konzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs entwickelt", erklärt der Kriminaldirektor. Das Konzept sehe unter anderem stärkere Präsenz und eine Erhöhung des Kontrolldrucks vor. Derweil handeln viele Bürger selbst: Sie setzen auf Sicherheitstechnik, bauen zusätzliche Riegel ein oder kaufen sich eine Alarmanlage.

Die Folge: Immer häufiger lassen die Täter von ihrem Vorhaben ab. Vor fünf Jahren blieb im Kreis Viersen gut jeder dritte Einbruch unvollendet, im Jahr 2015 war es fast jeder Zweite. Lantermann: "Die weiter gestiegene Zahl an erfolglosen Einbrüchen zeigt, dass die technische Prävention greift und die Bürger ihre Häuser und Wohnungen immer besser sichern."

Auch in zwei anderen Kriminalitätsfeldern registrierte die Polizei eine Zunahme: Die Zahl der gestohlenen Autos kletterte von 103 im Jahr 2014 auf 153 im vergangenen Jahr - eine Zunahme um knapp 49 Prozent. Im selben Zeitraum sank die Aufklärungsquote um mehr als die Hälfte von 26 auf zwölf Prozent.

Und: Gewaltdelikte nehmen ebenfalls zu; ihre Zahl befindet sich auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Die Zahl der Raubdelikte stieg von 109 (2014) auf 133, die Zahl der gefährlichen oder schweren Körperverletzungen kletterte von 488 auf 545. "In mehr als der Hälfte der Fälle kannten sich Täter und Opfer vor der Tat", erklärt Kriminaldirektor Lantermann. "Überproportional waren hier die Tatverdächtigen zwischen 18 und 21 Jahren." Mehr als jeder zweite Raub wurde aufgeklärt, bei den Gewalttaten gelang es der Polizei, in sieben von zehn Fällen den oder die Täter zu ermitteln.

Insgesamt sind in der jetzt veröffentlichten "Kriminalitätsstatistik 2015" 18.648 Fälle verzeichnet - ein Plus gegenüber dem Vorjahr von knapp einem Prozentpunkt. "Der Wert liegt aber 8,5 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre", betont Lantermann. Deutliche Rückgänge verzeichnete die Polizei beim Betrug (-29 Prozent) und beim "Erschleichen von Leistungen" (-36 Prozent). Verglichen mit dem Land Nordrhein-Westfalen gab's im Kreis Viersen pro Einwohner rund ein Viertel weniger Straftaten. Mit einer Aufklärungsquote von 52,2 Prozent übertrifft die Kreispolizei den NRW-Schnitt von 49,6 Prozent.

Quelle: RP
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