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Stadt Kempen
So wird das Hagelkreuz noch attraktiver

Stadt Kempen: So wird das Hagelkreuz noch attraktiver
Die katholische Kirche Christ-König am Concordienplatz im Hagelkreuz ist immer ein besonderes Fotomotiv. Diese abendliche Aufnahme hat RP-Fotograf Wolfgang Kaiser vor einigen Jahren gemacht. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Die Ideen sprudeln nur so bei den Beteiligten der Quartiersentwicklung in dem Kempener Stadtviertel. Als nächstes steht ein Fotowettbewerb an. Freizeitaktivitäten werden geplant. Auch einen Großeltern-Leihservice soll es geben. Von Silvia Ruf-Stanley

Mit einem Fotowettbewerb werden "Hagelkreuzer Perspektiven" gesucht. Der städtische Quartiersentwickler Ingo Behr, Jörgen Helfenritter von der Senioren-Initiative sowie Willi Stenhorst vom Bürgerverein stellten jetzt das neueste Projekt im Rahmen der Quartiersentwicklung im Hagelkreuz vor.

Gestartet wurde jetzt der Wettbewerb, der sich an alle Kempener vom Grundschulalter bis ins hohe Alter richtet. Bei den vielen Befragungen von Anwohnern in dem Kempener Viertel war allen Beteiligten aufgefallen, dass noch nie in Bildern festgehalten wurde, wie die Lebenswelt im Hagelkreuz wahrgenommen wird. Was hat man im Blick, wenn man an das Viertel denkt? Und das kann weit mehr als nur der Concordienplatz sein, so die Organisatoren. Wo sind die eigenen Standorte und Standpunkte für den Betrachter? Und was ist einem wichtig im Viertel, wenn man an die Menschen, das eigene Leben und die eigenen Aktivitäten dort denkt?

Das sind einige der Fragestellungen, die im Übrigen nicht nur an die Menschen im Hagelkreuz gerichtet sind, sondern an alle Kempener. Ausdrücklich fordert Ingo Behr auch Bürger auf, die nicht dort leben, ihren persönlichen Blickwinkel fotografisch festzuhalten. Er freut sich schon auf spannende Entdeckungen, ebenso auf die unterschiedlichen Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen im Gegensatz zu Erwachsenen oder Senioren. Als erstes haben übrigens Kinder der vierten Klasse der Astrid-Lindgren-Grundschule ihre Teilnahme an dem Wettbewerb zugesagt.

Andernorts wie hier in Ratingen gibt es bereits einen Service mit Leih-Oma oder -Opa. FOTO: Matzerath

Bis zum 31. Juli sollten die Fotos bei der Jury vorliegen. Jeder Teilnehmer kann bis zu drei Bilder einreichen. Sie dürfen maximal die Größe DIN A 4 haben oder bei digital eingesandten Bildern maximal 3000 Pixel an der längsten Seite. Ab August macht sich die Jury an die Auswahl der besten Bilder. Die Jury besteht aus Heike Drewelow, Fachbereichsleiterin Kunst bei der Kreisvolkshochschule, Saskia Elze, Lehrerin an der Astrid-Lindgren-Grundschule, Wilhelm Spee vom Bildarchiv der Stadt Kempen, Alexander Höges, Filialleiter der Volksbank Kempen-Grefrath im Hagelkreuz, sowie Stadtmitarbeiter Ingo Behr. Am Dienstag, 27. September, wird dann um 16.30 Uhr Bürgermeister Volker Rübo in der Volksbank-Filiale an der Max-Planck-Straße die Ausstellung mit den prämierten Bildern eröffnen. Auch in der Sparkassen-Filiale am Concordienplatz und im Gemeindezentrum Christ-König werden Bilder zu sehen sein. Fünf Kinder im Alter zwischen neun und dreizehn Jahren erhalten Überraschungspreise, zwölf Prämierte über 14 Jahren können sich über einen Kalender mit den Bildern freuen.

Ein weiteres Projekt im Rahmen der Quartiersentwicklung startet jetzt ebenfalls. Bei Befragungen kam immer wieder das Thema "fehlende Freizeitmöglichkeiten" auf. Daher gibt es bereits am kommenden Montag, 20. Juni, um 17 Uhr ein Treffen von Interessierten, die gerne gemeinsam mit anderen etwas unternehmen wollen. Das kann von Radtouren oder Wandern bis hin zum Skat-Spielen gehen. Jakob Küppers, der bereits Erfahrungen mit den Wochenendtreffen bei der Senioren-Initiative hat, organisiert das Treffen. Geplant ist, so Jörgen Helfenritter von der Senioren-Initiative, erst einmal zu ermitteln, was die Besucher sich an Aktivitäten wünschen. Dann können sich noch am selben Abend Gruppen zusammen finden, die ihre Unternehmungen planen. Gemeindereferent Andreas Bodenbenner von der Katholischen Kirchengemeinde bringt die Idee auf einen gemeinsamen Punkt: Es sei wichtig, dass die Menschen dadurch miteinander ins Gespräch kämen.

Und weil das Viertel im Moment so ideenreich ist, steuern auch Irmgard und Ferdinand Dargent sowie Anni Rosenfeld etwas dazu bei. Sie haben einen so genannten Oma-Opa-Service gegründet. Damit wollen sie aus der Not eine Tugend machen. Viele junge Familien haben keine Angehörigen in Kempen. Oma und Opa leben unter Umständen weit weg. Umgekehrt bedauern viele ältere Menschen, dass ihre Kinder und Enkel weiter entfernt wohnen. Warum also nicht beide Seiten zusammen bringen, haben sie sich gedacht. Profitieren können davon alle, sind sie überzeugt. Ältere Bürger, die gerne Umgang mit Kindern haben wollen, können sich bei ihnen genauso melden, wie auch Familien die sich eine Oma oder einen Opa für ihre Kinder wünschen. Was miteinander unternommen wird, wie viel Zeit investiert wird, entscheiden dann die Betroffenen selbst. Am Dienstag, 5. Juli, ist um 17.30 Uhr zunächst die Großelterngeneration zu einem ersten Treffen ins Gemeindezentrum Christ-König eingeladen. Nach den Sommerferien - am Mittwoch, 31. August, um 16.30 Uhr - gibt es dort dann sozusagen eine Familienzusammenführung.

Der Vorsitzende des Bürgervereins, Willi Stenhorst, freut sich, dass so viel Bewegung ins Hagelkreuz gekommen ist. Der Verein verzeichnet im Moment regen Zulauf. Und auch Jörgen Helfenritter von der Senioren-Initiative hört immer wieder Bestätigung von seinen vielen Mitgliedern, die im Viertel leben.

Quelle: RP
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