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Stadt Kempen
Sommerlese-Club: Finale in der Hexenküche

Stadt Kempen. Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker begeisterte die Kinder mit Experimenten in der Kempener Stadtbibliothek. Von Silvia Ruf-Stanley

207 Kinder und Jugendliche lesen in der Sommerzeit 974 Bücher - da sage noch jemand, das Buch habe keine Chance mehr gegen Computer und Co. Diese stolze Bilanz zog die Kempener Stadtbibliothek zum Ende des Sommer- und Juniorleseclubs. Seit 25. Juni konnten die jungen Leser unter 500 für sie zusammengestellten Büchern auswählen. Auch in diesem Jahr freute sich Bibliotheksleiterin Ursula Wiltsch über einer großzügige Spende vom Moses-Verlag, der 200 Bücher aus seinem Programm für den Sommerlese-Club zur Verfügung stellte. Bis 19. August lief die Aktion. In dieser Zeit durften nur die Teilnehmer des Leseclubs die Titel ausleihen.

Mindestens drei sollten in dieser Zeit gelesen werden. Den Inhalt trug man dann kurz einem Mitarbeiter der Bibliothek oder einem Ehrenamtlichen vor und bekam dafür einen Eintrag ins Leselogbuch. Eine Aufgabe, die richtig Spaß machte, erzählten Angela Voss und Gisela Herterich. Obwohl die Beiden den ganzen Sommer über als Zuhörerinnen eingespannt waren, werden sie das jetzt erst einmal vermissen, sagten sie der RP.

Dann ging es in Joachim Heckers "Hexenküche". Und da es hier heiß und dampfend wie in jeder Küche zuging, waren vorsichtshalber auch Holger Lukas und Patrick Omland von der Feuerwehr mit dabei. Hecker ist Ingenieur und vielen Kindern und Erwachsenen als Wissenschaftsredakteur vom Fernsehen her bekannt. Er erklärt die kompliziertesten technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge, so das auch Kinder sie verstehen können. Hecker hatte zwei Frösche mitgebracht. Nicht echte, das wäre ja Tierquälerei, beruhigte er die Kinder, sondern aus Styropor. "Kempen" und "Krefeld" nannte er sie. Jule aus dem Publikum passte auf "Kempen" auf, "Krefeld" wurde von den Kindern verabschiedet und musste ab in den Schnellkochtopf. 160 Grad - das arme Tier. Während das Tierchen kochte, machten die Kinder einen eigenen Versuch, nämlich das Duplo-Experiment. Jeder erhielt eine Schraube, eine Batterie und einen Schokoriegel. Dann sollten die Kinder ganz vorsichtig den Riegel auspacken, die Silberfolie glatt streichen, die Schraube an die Batterie halten - fertig war der Magnet. Dann musste das ganze mit Daumen und Zeigefinger festgehalten und die Folie oben draufgelegt werden - und siehe da, in den Fingern der Kinder wurde es warm und es kribbelte. Eben hatten sie selbst nachgemacht, wie eine Elektrolok ihren Strom von der Oberleitung bekommt, und hätten nun den besten Grund, warum man immer Duplo im Haus haben muss für den leckersten Motor der Welt, meinte Hecker unter dem Jubel der Kinder.

Dann war es Zeit, noch einmal nach Frosch "Krefeld" zu schauen. Der war inzwischen klein und hart geworden im Dampf des Kochtopfs, aber eben nicht geschmolzen. Auch ein Buttermilch-Becher schmilzt nicht, wenn man ihn erwärmt, sondern wird wieder platt, wie er mal vor der Verformung zum Becher war. Staunen machte sich bei den Kindern, aber auch bei den Erwachsenen breit. Selbst die Feuerwehrleute, die doch alles Mögliche an technischen Zusammenhängen kennen, reckten wie die Kinder die Hälse.

Viel zu schnell war die Stunde in der Hexenküche vorbei. Dann wurden die Zertifikate an alle, die mindestens drei Bücher gelesen hatten, verteilt. Als süße Überraschung gab's dazu noch Donuts und eine kleine Verlosung. Der siebenjährige Konstantin erzählte, er habe sieben Bücher gelesen. Marie Klanten ist mit 17 Büchern beim Sommerlese-Club die Siegerin, Aimee Spicker mit 19 Büchern beim Juniorlese-Club.

Quelle: RP
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