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Gemeinde Grefrath
Spaß haben und Deutsch lernen

Gemeinde Grefrath. Jeden Donnerstagabend geht es in der Mensa der Schule an der Dorenburg multikulturell zu. Das Café International öffnet seine Türen für Grefrather und Flüchtlinge. Ein Angebot, das von beiden Seiten gut angenommen wird. Von Bianca Treffer

Lebhafte Gespräche zwischen Flüchtlingen und Grefrathern bestimmen das Bild an der langen Tischreihe in der Mensa der Schule an der Dorenburg. Zwar ist das Deutsch teilweise noch sehr holprig, langsames und deutliches Sprechen ist unabdingbar, aber es funktioniert. An der einen Tischecke wird sogar Mathematik für den Schulunterricht geübt, während an der anderen Seite Farhad, ein junger Mann aus Afghanistan, und Barbara Behrendt damit beschäftigt sind, ein Sprachlern-Memory auseinanderzuschneiden. "Das habe ich heute mitgebracht, weil ich mir denke, bei einem Spiel die Deutschkenntnisse zu vertiefen macht allen Spaß", sagt Behrendt, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath. In der deutschen Sprache sicherer werden gehört neben dem Austausch und Kennenlernen zu den Zielen des Cafés International. Jeden Donnerstag öffnet das Begegnungs- und Sprachcafé für zwei Stunden seine Türen, und das seit über einem halben Jahr. Am 17. März startete das Angebot zum ersten Mal.

Den Stein ins Rollen brachte Annemarie Quick. Die damalige Gleichstellungsbeauftragte hatte die Idee, einen Ort der lockeren Begegnung mit Flüchtlingen zu schaffen, bei dem zudem durch die Gespräche der Spracherwerb gestärkt werden kann. Die Gemeinde sprach die Kolpingsfamilie an, denn der katholische Sozialverband hatte bereits signalisiert, dass er sich gerne in die Flüchtlingsarbeit einbringen wollte. Ein erstes Treffen folgte, und es bildete sich eine Arbeitsgruppe. Ganz wichtig war die Raumfrage. Die Jugendfreizeiteinrichtung "Dingens" und die Schulmensa standen zur Auswahl. Nach einer Begehung fiel die Entscheidung zugunsten der Mensa. 30 Helfer von Kolping und weitere Ehrenamtler sind es heute, die das Team bilden. Der Einsatz verteilt sich so auf vielen Schultern, wobei "wir ein wirklich unkompliziertes und gutes System haben", sagt Kolping-Mitglied Angelika Kappenhagen. Über die Kolping-Homepage steht allen freiwilligen Helfern ein Plan zur Verfügung, in den sich ein jeder für den jeweiligen Termin an den Donnerstagen eintragen kann. Diese lockere Art der Absprache ist möglich, da es keine festgelegte Programmplanung gibt und es einfach darum geht, dass Grefrather als Ansprechpartner vor Ort sind. Das Café International ist eine Plattform für Begegnungen zwischen Menschen. Es ist ein Raum für einen unkomplizierten Austausch, bei dem die Möglichkeit des Kennenlernens besteht und auf beiden Seiten - Grefrather wie Flüchtlinge - Vorurteile und Ängste abgebaut werden können.

So ganz nebenbei fördert das Café auf diesem Weg zudem die Sprachkompetenz. "Oft ist es so, dass man als Helfer auch spontan vorbeikommt, wenn man Zeit hat. Einfach, weil es schön ist unterschiedliche Menschen zu treffen", sagt Heike Wilden, die an diesem Donnerstag auch keinen offiziellen Dienst hat, sondern einfach, mit einem Kuchen im Gepäck, vorbeigekommen ist. "Wir freuen uns über jeden, der hereinschnuppert, eine Tasse Kaffee mit uns trinkt und ein wenig verweilt", sagt Behrendt.

Die Zahl der Flüchtlinge, die das Angebot nutzen, variiert. Mal sind es 20, dann zwölf und es gab auch einen Abend, an dem ein einziger Flüchtling vorbeischaute. "Jeder kann kommen, wie er oder sie das möchte. Generell ist die Annahme aber sehr gut", betont die Gleichstellungsbeauftragte. Die Altersstruktur ist breitgefächert und geht bis ins Rentenalter hinauf. Luana zählt mit ihren elf Monaten an diesem Abend zu den jüngsten Teilnehmern. Katinka van der Mast, die ebenfalls eine ehrenamtliche Helferin ist, bringt ihre Tochter nämlich immer mit.

Quelle: RP
 
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