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Stadt Kempen
SPD für Sportzentrum am Königshütte-See

Stadt Kempen. Fraktionschef Andreas Gareißen kündigt bei Parteiversammlung Antrag an den Stadtrat an. Verdiente Mitglieder geehrt. Von Willi Schöfer

"Noch ist eine Vision, über die man aber jetzt mal konkret nachdenken sollte", machte Andreas Gareißen, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Kempen, bei der Mitgliederversammlung seines Ortsvereins einen überraschenden Vorschlag: Man sollte mal überlegen, ob man am Königshütte-See nicht einen Sportpark errichten könnte, um dadurch die Platzprobleme der St. Huberter und Tönisberger Fußballvereine zu beheben. Und Gareißen kündigte für die SPD bereits einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Sportausschusses an.

Gareißen erinnerte bei der Versammlung am Mittwochabend in den St. Huberter "Poststuben" daran, das seit geraumer Zeit Überlegungen angestellt würden, das Gelände des einstigen Baggersees in St. Hubert weiter zu entwickeln. Und dort könne man durch den Bau eines Sportplatzes und eventuell einer Sporthalle im Jahr darauf ein neues Angebot schaffen. Zumal der Aschenplatz im St. Huberter Ortskern (An Eulen) wegen der hohen Kosten kaum saniert werden könne und aufgegeben werden müsste. Außerdem sei eine Erweiterung der Anlage an der Stendener Straße aus Platz- und Lärmschutzgründen unmöglich. Diese Idee sei, so Gareißen, war am Dienstag entstanden, als der entsprechende SPD-Arbeitskreis bei der Haushaltsberatung war.

Vor den Berichten bei der Parteiversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Darunter war der 75-jährige Horst Thiem aus Tönisberg. Er hatte noch mit dem früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Erwin Stahl lange Zeit in der Zeche in Tönisberg gearbeitet, war früher in der Gewerkschaft und in der SPD sehr aktiv. "Das waren noch Zeiten, als damals der Ortsverein Tönisberg etwa 120 Mitglieder hatte", erinnerte er sich. Horst Thiem gehörte seit 50 Jahren der SPD an. Er erhielt die Ehrenurkunde und die Goldnadel. Was dem Senior heutzutage nicht so gefällt: "Dass die Einbrüche und die Zahl der Trickbetrüger immer mehr zunehmen und dass man sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlt."

Unter den Ausgezeichneten waren ferner die jeweils zwei Jahrzehnte im Rat tätigen Hiltrun Rohe und Heidi Grochtmann. Heidi Grochtmann hat das SPD-Parteibuch seit 25 Jahren, Hiltrun Rohe seit 40. Die 40 hatte außerdem der jetzige SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner (56) geschafft. In seiner Laudatio erwähnte Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Pascher auch, dass Schiefner neben seiner langjährigen Arbeit als Juso-Mitglied, Kommunal- und Kreispolitiker früher einmal Fußballer beim TuS St. Hubert und sogar Chorsänger war.

Udo Schiefner berichtete von seiner Arbeit im Bundestag und in der Kreistagsfraktion. Bei der Kreispolitik schloss Schiefner nicht aus, dass es bei der Verabschiedung des aktuellen Nachtragshaushaltes zu einem für die angeschlossenen Kommunen noch günstigeren Ergebnis kommen könne. "Unser hartnäckiges Bohren wurde belohnt", kommentierte Schiefner, dass jetzt endlich der Radweg an der L 361 zwischen Vorst und Kempen saniert werde. Bei der Bundespolitik nannte er unter anderem die beabsichtigte Reform der Pflegeberufe. Auch war die Flüchtlingsproblematik ein Thema. Dazu sagte Schiefner: "Uns muss es in diesem Jahr vor allem gelingen, die Unsicherheit und die Verängstigung bei der hiesigen Bevölkerung abzubauen." Von den Bundespolitikern, die "fast zu jeder Stunde eine neue Sau durchs Dorf treiben und neue Vorschläge machen," hält Schiefner überhaupt nichts. Die vorhandenen Gesetze müssten aber schneller und effektiver angewandt werden. Allerdings gab Schiefner auch zu: "Unsere Politik muss besser werden."

"Ich habe den Eindruck, einige unserer in den Rat eingebrachten Anträge werden erst einmal abgelehnt, kommen dann aber wie Phoenix aus der Asche und werden vom Bürgermeister oder den anderen Parteien als ihre Ideen verkauft", sagte Fraktionsvorsitzender Gareißen. Sein Kommentar: "Die letzte Haushaltsrede des Bürgermeisters hätte auch von mir sein können." Gareißen bezog seine Äußerung unter anderem auf fehlende Jahresabschlüsse oder auf die geplante Organisationsuntersuchung hinsichtlich einer effektiveren Stadtverwaltung. Zur Beschulung der Kinder aus Kempen meinte er: "Wir müssen die Kinder durch eine höhere Zügigkeit an der Gesamtschule hier bei uns unterbringen. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn die Kinder dann auswärtige Schulen besuchen müssen." Ein weiteres wichtiges Anliegen von Gareißen und von Schiefner ist, künftig neuen bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen zu schaffen.

Quelle: RP
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