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Analyse
Abgesagte Spiele ein Armutszeugnis

Fussball. Die Krefelder Vereine KFC Uerdingen und VfR Fischeln erfüllten in der Fußball-Oberliga die Erwartungen in vollem Umfang. Baumbergs Robin Hömig war mit 27 Treffern der beste Torschütze. Nur acht von 18 Trainern waren am Saisonende in ihren Clubs im Amt. Von Werner Fuck

Selten zuvor hat ein Team die Erwartungen und selbst gesteckten Ziele so souverän gemeistert wie in der Spielzeit 2016/2017 der KFC Uerdingen. Die Belohnung: In Krefeld ist wieder Viertligafußball angesagt. Bis zum achten Spieltag allerdings sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem bis dahin führenden Vorjahresabsteiger Velbert aus. Aber dann brachen die Schloßstädter böse ein und wurden letztendlich nur Fünfter. Die Schonnebecker, in der Saison zuvor als Aufsteiger schon weit vorne gelandet, wurden Vizemeister und waren den Uerdingern, auch wenn nie so ganz richtig, auf den Fersen.

Unangenehm aufgestoßen ist bei einigen Mitkonkurrenten die Tatsache, dass Düsseldorf-West und Hilden ihre Heimspiele gegen die Blau-Roten wegen angeblich zu hoher Kosten für die Sicherheit und das andere Drumherum nicht mehr austrugen. Übrigens wie vor einem Jahr schon der TV Kalkum-Wittlaer. Sportlich eher ein Armutszeugnis. Und wie hätte man reagiert, wenn es vorne noch Spitz auf Knopf zugegangen wäre? Aber nochmals klargestellt: Das Team um Kapitän Timo Achenbach kann nichts dafür.

Der 1. FC Bocholt wollte hoch hinaus, was ihm auch gelang. Alles im Lack auch bei den Hiesfeldern, die eine prima Hinrunde hinlegten, Neuling Homberg, Germania Ratingen, SC Düsseldorf-West und VfB Hilden. In ihrem direkten Umfeld hatte der geneigte Betrachter auch den VfR Fischeln einsortiert. Alle an der Kölner Straße wären mit so einem Einlaufen auch zufrieden gewesen. Doch das Cherfi-Team landete nach Platz acht und sechs nun auf Rang vier. Das Beste, was die Grün-Weißen in dieser Klasse in ihrer Vereinshistorie je auf die Beine stellten. Und wäre da nicht ein Hänger im November/Dezember gewesen und aktuell auch am Schluss, wo alles entschieden war, wäre noch mehr, zumindest von der Punktausbeute her, möglich gewesen. Es wurde meist attraktiver Offensivfußall geboten, was 79 erzielte Treffer deutlich beweisen. Dass es aber auch hinten zu oft "klingelte", bleibt eine der Hauptaufgaben für die anstehende Spielzeit.

TuRU Düsseldorf und Schwarz-Weiß Essen, das erst ein Jahr zuvor den Supergau noch so gerade abgewendet hatte, erreichten nicht ihr Soll. Dafür aber mit Abstrichen die finanzstarken Baumberger, die schon wieder auf dem Transfermarkt kräftig hingelangt haben.

Der Cronenberger SC rettet sich mit viel Herzblut auf dem letzten Drücker. Was aber auch der Tatsache geschuldet war, dass die Konkurrenten arg enttäuschten. Zum Beispiel der FC Kray trotz vieler Neuer in der Winterpause, wie auch Hönnepel-Niedermörmter (nach einem kurzen Hoch zu Beginn der zweiten Saisonphase) oder Kapellen/Erft, wo am Schluss nichts mehr ging. Und der TSV Meerbusch? Trotz überall geschätzter sportlicher Kompetenz, frisches Blut im Winter und neuem Trainer hat vieles nicht gepasst. Übrigens: Nur in Uerdingen, Schonnebeck, Bocholt, Fischeln, Homberg, Düsseldorf-West, Hilden und Baumberg waren am letzten Spieltag die Trainer noch im Amt, die auch die Spielzeit begonnen hatten.

Mit Straelen und Speldorf kommen in der neuen Saison zwei Aufsteiger dazu, die man aus früheren Zeiten durchaus als alte Bekannte bezeichnen darf. FSV Vohwinkel Wuppertal und DSC 99 Düsseldorf sind dagegen absolute Frischlinge, wobei es für die Bergischen der zweite Aufstieg in Folge ist. Um den letzten noch freien Platz in der Oberliga streiten sich ab heute Abend in Vor- und Rückspiel noch der VfL Rhede und der 1. FC Monheim.

Quelle: RP
 
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