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Lokalsport
Aline Focken will heute Weltmeister werden

Ringen. Für Titelverteidigerin Aline Focken geht es bei der Ringer-WM in Las Vegas aber vorrangig um einen Olympia-Platz. Von Alexander Sarter

Die Weltmeisterin will nur das Olympiaticket nicht verzocken, der Verbandsboss pokert mit verdeckten Karten um die Plätze für Rio: Die deutschen Starter treten ohne Vorgaben des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) bei der WM in Las Vegas an - dennoch möchten Aline Focken & Co. ihr (olympisches) Glück im Spielerparadies finden. Heute greift die Krefelderin ins Wettkampfgeschehen ein.

Damit die Deutschen in der Wüste Nevadas unbelastet um die ersten Plätze für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio kämpfen können, hat sich DRB-Präsident Manfred Werner verbale Zurückhaltung auferlegt. "Wir sind in allen drei Stilarten optimal vorbereitet. Wir sind guter Dinge, und wir haben natürlich den Wunsch, Olympia-Plätze zu holen", sagte Werner: "Aber ich will den Athleten keinen Druck machen, indem ich Forderungen aufstelle - Druck ist sowieso schon genügend da."

In der Tat wird es für die Deutschen schwer genug, Quotenplätze für Rio in den 18 olympischen Gewichtsklassen (sechs pro Stilart) zu ergattern. Wer sich den Traum von Olympia erfüllen will, muss mindestens ins kleine Finale kommen - und das bei rund 40 Konkurrenten pro Kategorie. Selbst für Titelverteidigerin Focken (69 kg) wird das kein Selbstläufer. "Bei uns ist die Leistungsdichte sehr groß, in meiner Klasse kämpfen etliche Ex-Weltmeisterinnen mit", sagte die 24 Jahre alte Krefelderin: "Natürlich wäre eine Medaille ein Traum, aber dieses Jahr hat die Quali Vorrang, sie ist das oberste Ziel."

Zwar können sich die Ringer noch bei drei weiteren Quali-Turnieren einen Olympiaplatz sichern, das möchte Focken aber vermeiden. "London 2012 hat gezeigt, dass die Konkurrentinnen, die früh qualifiziert waren, dann auch bei den Spielen erfolgreich waren, weil sie sich entspannter vorbereiten konnten", erklärte die Studentin: "Die drei Quali-Turniere im nächsten Jahr finden innerhalb von drei Wochen statt. Das ist Stress pur."

Das weiß auch Werner ("Mit der Quali bei der WM wird die Vorbereitung auf Olympia einfacher") - dennoch sieht er die Turniere im April und Mai 2016 gerade für seine Schützlinge als Ass im Ärmel. "Selbst wenn in Las Vegas nichts klappt, bin ich mir sicher, dass es unsere Besten über die Turniere nach Rio schaffen", sagte der DRB-Boss.

Mit den "Besten" meint Werner neben Focken in erster Linie die deutschen Starter im griechisch-römischen Stil. Während sich das Freistil-Team laut Werner in einem "Übergangsloch" befindet und "wir da schon auf 2020 schielen", hat die Greco-Riege einige Hoffnungsträger zu bieten. Das zeigt schon allein die Tatsache, dass es Vize-Weltmeister Oliver Hassler (98 kg) nach einigen Verletzungsproblemen nicht in die Mannschaft geschafft hat.

Quelle: RP
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