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Lokalsport
Blau-Weiß knöpft dem Meister einen Punkt ab

Bundesliga. Tennis: Der Krefelder Bundesligist trennte sich gestern mit 3:3 vom TC BW Halle. Neuzugang Federico Gaio verliert beim Debüt für den HTC Von H.-G. Schoofs

Der HTC Blau-Weiß schreibt im Stadtwald weiter an einem möglichen Sommermärchen. Nach zwei traumhaften Kapiteln mit Siegen gegen Mannheim und in Bruckmühl endete gestern Nachmittag Kapitel drei vor 1250 Zuschauern nach einem Krimi und einer Hitzeschlacht nicht mit einem Happy-End, weil neben dem Tabellenführer schließlich auch der TC Blau-Weiß Halle als Deutscher Meister eine Hauptrolle spielte. Daher können die Gastgeber mit dem Ausgang ihres zweiten Saisonheimspiels (3:3) gut leben. Ein Einzel und ein Doppel gingen erst im Match-Tiebreak verloren. Jetzt verabschieden sich die Krefelder erstmal für drei Wochen mit drei Auswärtsbegegnungen aus dem Stadtwald, ehe dann am 31. Juli der rheinische Rivale Rot-Weiß Köln an der Hüttenallee zu Gast ist.

Die schmucke Anlage des HTC füllte sich ab 11 Uhr trotz des Ferienbeginns und des Badewetters sehr schnell. Krefelds Publikumsliebling Maximo Gonzales sorgte für einen glanzvollen Start und machte mit dem Kroaten Ante Pavic kurzen Prozess. Am Vortag hatte der Argentinier als Motivationsschub erfahren, dass er bei Olympia in Rio für sein Land im Doppel eingesetzt wird. Ein vielversprechendes Debüt bot Neuzugang Federico Gaio. Der 24-jährige Italiener überzeugte gegen den zehn Jahre älteren Finnen Jakko Nieminen im ersten Satz mit einem guten Aufschlag und variablem Spiel (6:4). Im zweiten Durchgang ließ er etwas nach. Zusätzlich ging bei seinem routinierten Gegner die Fehlerquote gegen Null, der sich mit 6:3 durchsetzte. Im Match-Tiebreak lief Gaio dann ständig einem Rückstand hinterher und musste sich am Ende etwas unglücklich geschlagen geben. Im Spitzeneinzel des Tages traf Paolo Lorenzi (ATP 49) auf den starken Niederländer Robin Haase (ATP 69). Der Italiener hatte im ersten Satz relativ leichtes Spiel, weil sich Haase besonders mit der Rückhand viele Fehler leistete. Im zweiten Satz machte es Lorenzi mit einem zwischenzeitlichen Durchhänger selber spannend. Im Tiebreak fand er aber wieder zur gewohnten Stärke zurück und stellte die Weichen mit einer 5:0-Führung auf Sieg. Der Spanier Inigo Cervantes, der am frühen Samstagabend beim Challenger-Turnier in Braunschweig das Finale in drei Sätzen verloren hatte, traf mit Jan Lennard Struff auf einen hartnäckigen Gegner. Beim Stande von 5:5 und 15:15 bei Aufschlag Cervantes hatte der Spanier einen Crossball seines Gegners im Aus gesehen. Doch weder die Schiedsrichterin noch der Oberschiedsrichter ließen sich nach langer Diskussion umstimmen und gaben dem Deutschen den Punkt. Cervantes gewann danach bis zum Schluss kein einziges Spiel mehr. Diese Entscheidung hatte ihn mental aus der Bahn geworfen. Allerdings wirkte er nach seinem kraftraubenden Finale vom Vortag auch müder als sonst.

Für Spannung war nach den Einzeln beim Stande von 2:2 also noch reichlich gesorgt. Entsprechend viele Zuschauern wollten sich die beiden Doppel nicht entgehen lassen. Dabei sah es zunächst sehr gut für die Krefelder aus, die in beiden Doppeln den ersten Satz für sich entscheiden konnten. Doch die Gäste gaben sich nicht geschlagen und glichen jeweils aus. Während das Duo Gonzales/Gaio im Match-Tiebreak relativ sicher zum Erfolg kam, mussten sich Lorenzi und Cervantes geschlagen geben. Der Italiener leistete sich beim Stande von 8:9 einen Doppelfehler und bescherte somit den Gästen das Unentschieden. "Der Punkt ist hoch verdient. Das Ergebnis geht in Ordnung. Das hatte heute weder was mit Pech oder Glück zu tun", sagte HTC-Teamchef Olaf Merkel nach dem letzten Ballwechsel.

Quelle: RP
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