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Lokalsport
Blau-Weiß sucht noch seinen vierten Spieler

Tennis-Bundesliga. Von drei seiner vier Spielern hat Teamchef Olaf Merkel für morgen die Zusage. Wer das vierte Einzel spielt, entscheidet sich erst kurzfristig. Von Oliver Schaulandt

Hätte Olaf Merkel ein Markenzeichen, so wäre es vermutlich ein Mobiltelefon am Ohr oder direkt vor den Augen. Das liegt nicht daran, dass er auch von der Pokemon-Epidemie befallen ist, sondern vielmehr daran, dass er seinen Kader zusammen stellen muss, mit dem der HTC Blau-Weiß Krefeld am morgigen Sonntag sein Auswärtsspiel beim starken Aufsteiger TC Blau-Weiß Aachen bestreiten wird. "Das ist diesmal alles andere als einfach", sagt Merkel und seufzt.

Der Daviscup macht ihm ziemlich zu schaffen, wo gleich drei der Blau-Weißen im Einsatz sind: Jürgen Melzer spielt mit Österreich in Kiew gegen die Ukraine. Interessant wird es in der Partie zwischen Italien und Argentinien. Dort spielen mit Paolo Lorenzi und Guido Pella zwei "Krefelder" gegeneinander.

Aber auch bei den Turnieren, wo sich sein Team tummelt, läuft es im Grunde viel zu gut für die Spieler - also zumindest aus Teamchef-Sicht, der ja seinen Kader zusammenstellen muss. Ruben Ramirez Hildalgo etwa war für die Partie am Sonntag im Vorfeld fest eingeplant, aber er ist noch beim Tennisturnier in Posen im Einsatz, das sich aufgrund von vielen Regenunterbrechungen ziemlich in die Länge zieht. Frederico Gaio schlägt zurzeit in San Benedetto auf; in der Nacht zu heute stand dort das Viertelfinale an - "wenn er gewinnt, dann kommt er nicht", sagt Merkel. Und seine "Geheimwaffe", Pablo Galdon, spielt zurzeit in Pescara bei einem Turnier, das bis heute Abend dauert. "Da ist dann das Problem, dass er ja noch hierher kommen muss", sagt Merkel, der deshalb zurzeit eifrig nicht nur die Liveticker der Turniere im Internet verfolgt, sondern vorsichtshalber parallel dazu auch die Flugpläne. Eine weitere Option hat sich für ihn zerschlagen: Antal van der Duim darf nicht spielen. Der Niederländer hatte ursprünglich ebenfalls für das Turnier in Posen gemeldet, war aber aufgrund einer Verletzung doch nicht angetreten - das zieht dann automatisch eine Sperre des ATB-Tennisverbandes für die Bundesliga nach sich.

Immerhin: Drei Einzelspieler stehen bereits fest. Inigo Cervantes sollte bereits gestern Abend eintreffen, um sich gezielt noch auf den Sonntag vorzubereiten. Als Nicht-EU-Ausländer ist zudem Joao Souza fest eingeplant. Der Brasilianer war zuletzt in Südamerika auf Turnier-Tour, hat aber für morgen zugesagt. Eingeplant war außerdem auch Horacio Zeballos, der aber seit gut einer Woche mit Fieber flach liegt und deshalb passen muss. Für ihn kommt der Italiener Luca Vanni zum Einsatz.

So entscheidet sich also wohl erst heute im Laufe des Tages, wer denn der Vierte im blau-weißen Bunde sein wird. Das Ziel der Krefeld ist ohnehin klar: den in der Bundesliga mit 5:1-Punkten bereits hingelegten Traumstart noch so lange wie möglich verlängern, auch wenn Aufsteiger Aachen ebenfalls bereits zwei Siege auf dem Konto hat. "Die haben einen ähnlich soliden Kader wie auch wir", sagt Olaf Merkel, der davon fest ausgeht, dass einer der Wackelkandidaten antreten kann. "Und wenn nicht, nehme ich für alle Fälle mal selbst einen Schläger mit."

Quelle: RP
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