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Die Eishockey-Nachwuchsschmiede

Lokalsport: Die Eishockey-Nachwuchsschmiede
Der Wechsel aus der Kabine der DNL-Mannschaft hin zu den Umkleideräumen des DEL-Teams ist räumlich gesehen nur ein kleiner. Doch bis aus einem Talent auch ein gestandenen DEL-Profi wird, ist es ein langer und schwieriger Weg für den Eishockey-Nachwuchs. FOTO: Thomas Lammertz
Eishockey. Die Förderung junger Talente gilt beim KEV '81 und bei den Pinguinen in Deutschland als vorbildlich. Viele Talente haben schon den Sprung in den DEL-Kader geschafft. In der kommenden Saison wollen es vier weitere versuchen. Von Josef Hermanns und Oliver Schaulandt

Daniel Pietta ist so etwas wie ein Musterbeispiel. Der Nationalspieler in Diensten der Krefeld Pinguine hat seine ersten Schritte auf dem Eis bei Peter Kaczmarek in der Laufschule des Krefelder EV '81 unternommen. Dann wechselte er in die Eishockey-Abteilung des Vereins und durchlief dort alle Jugendmannschaften - bis hin zur DNL. Anschließend wechselte der heute 28-Jährige quasi die Straßenseite und ging von seinem Ausbildungsclub hinüber zu den Krefeld Pinguinen, wo er zum gestandenen DEL-Spieler reifte, der inzwischen auch fester Bestandteil der Nationalmannschaft ist und in der vergangenen Saison sogar einen zehn-Jahres-Vertrag bei den Schwarz-Gelb unterzeichnete.

In der kommenden Eiszeit schicken sich nun vier weitere Spieler an, einen ähnlichen Weg zu beschreiten wie einst Daniel Pietta: Mit Stürmer Lukas Koziol, Lucas di Berado (wird dritter Torhüter hinter Tomas Duba und Patrick Klein) sowie den beiden Söhnen des DNL-Coaches Elmar Schmitz, Tom und Mike (beide Verteidiger), hat ein vielversprechendes Quartett in Krefeld seinen ersten Profivertrag erhalten. "Krefeld ist und bleibt eine Top-Adresse für den Nachwuchs - allein schon, weil wir hier zweieinhalb Eisflächen fürs Training zur Verfügung haben", sagt Elmar Schmitz. "In kaum einem anderen DEL-Club gehören so viele Spieler zum Kader, die zuvor auch in dem Verein ausgebildet wurden."

Freilich ist in Krefeld nicht auf einmal der Jugendwahn ausgebrochen. Denn dass die vier Talente nun auch auf Anhieb den Sprung ins DEL-Team schaffen, ist nicht zu erwarten. Sie werden voraussichtlich bei den Kooperationspartnern Lausitzer Füchse (DEL 2) und dem Oberligisten Füchse Duisburg zum Einsatz kommen, um dort Spielpraxis im Seniorenbereich zu sammeln. "Förderlizenz" heißt das Zauberwort dazu, und wer eine solche besitzt, muss Jahrgang 1992 oder jünger sein und darf dann für einen Oberligisten und einen Zweitligisten auflaufen - Ausnahme sind die Torhüter, die sogar für mehrere Oberligisten spielen dürfen.

Die Nachwuchsspieler wissen, dass sie diesen Umweg in Kauf nehmen müssen, um sich in der DEL präsentieren zu dürfen. "Das ist eine riesige Chance, die sich hier für mich bietet. Ich möchte mich mit guten Leistungen für die DEL empfehlen", sagt etwa Mike Schmitz, der in der vergangenen Saison schon 36 Mal für Duisburg spielte und wie seine Teamkollegen auch bei den Pinguinen am Sommertraining teilnimmt. Dort trifft er seit vorgestern mit Lukas Koziol auch auf einen Spieler, der den Weg nach Krefeld gewählt hat, weil er hier die Chance, eine gute Ausbildung zu erfahren, mehr sieht als in anderen DEL-Standorten. "Darum habe ich mich auch für Krefeld und gegen Berlin entschieden. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass Krefeld mich mehr haben wollte", sagte der gebürtige Füssener. Der gelernte Center, der auch auf Außen spielen kann, hatte sich zuvor Rat bei Dominik Meisinger und Andreas Driendl eingeholt, die ebenfalls aus Füssen stammen und über Krefeld den Sprung in die DEL (Driendl sogar ins Nationalteam) geschafft haben.

Für die Pinguine ist die Investition in der Nachwuchs schon Tradition. Denn erstens sind junge, gut ausgebildete Spieler für den finanziell nicht auf Rosen gebetteten Club auch bezahlbar. Und zum anderen ist es für den Verein ein schöner Erfolg zu sehen, wie aus Talenten Top-Stars der Liga werden - wie etwa Sinan Akdag und Patrick Hager. "Ich sehe es nicht als Wermutstropfen, sondern als Auszeichnung für unserer gute Arbeit an", sagt der Sportliche Berater Rüdiger Noack über den Weggang der einstigen Talente hin zu den großen Clubs der Liga - auch wenn es natürlich schön wäre, sie weiter im Trikot der Pinguine zu sehen. Auch in dieser Hinsicht ist Daniel Pietta ein Musterbeispiel.

Quelle: RP
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