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Handball
Die Hintergründe zur Lobbericher Krise

Nettetal. Der Handball-Oberligist aus Nettetal hat am Wochenende trotz ansprechender Leistung das fünfte Spiel in Folge verloren und rangiert jetzt auf dem vorletzten Tabellenplatz. Von Wiltrud Wolters

Nach sechs Spieltagen finden sich die Handballer des TV Lobberich in den Niederungen der Oberliga wieder. Einem Sieg stehen fünf Niederlagen gegenüber. Das war vor einem Jahr genau anders herum. Damals schwebten die Lobbericher auf einer Welle des Erfolges. Nach einer grandiosen Hinrunde landete der TV Lobberich am Ende auf dem fünften Tabellenplatz. Das weckte die Hoffnung, in dieser Saison erneut um die begehrten vorderen Plätze mitspielen zu können, die die Qualifikation für die neue Nordrheinliga bedeuten würden.

Doch davon sind die Handballer derzeit ein ganzes Stück entfernt. Wo liegen die Gründe? Das Verletzungspech ist eine der wichtigsten Ursachen. Die langwierigen Verletzungen von Christopher Liedtke und Stefan Pietralla haben die Mannschaft um ihre tragenden Säulen beraubt. Die erfahrenen Oberligaspieler können zusammen in jedem Spiel etwa zehn Tore werfen und, was vielleicht noch wichtiger ist, aufgrund ihrer Defensivqualitäten Gegentore verhindern.

Darüber hinaus hatte sich Abwehrchef Christian Welzel nach der letzten Saison zurückgezogen. Das hat der TV Lobberich bislang nicht kompensieren können. Kann der Verein personell nicht nachlegen? Theoretisch ja. Doch Spieler, die einem Verein wie dem TV Lobberich sofort helfen können, liegen nicht auf der Straße. Das erfährt gerade auch Drittligist TV Korschenbroich, der nach der schweren Knieverletzung von Henrik Schiffmann eine Alternative sucht.

Außerdem kosten sie Geld. Dieses Geld in die Hände zu nehmen, widerspricht aber der Philosophie der Lobbericher, die vor allem auf junge Spieler setzen wollen, die bestenfalls auch aus dem eigenen Nachwuchs stammen. Finanziell kann der TVL mit den Schwergewichten der Liga nicht konkurrieren. Was kann der Verein unternehmen? Zunächst einmal Ruhe bewahren. Anders als die SG Dülken, die zu ihren Oberligazeiten fast immer alle Kräfte auf die wenigen Spiele bündeln musste, in denen es galt einen drohenden Abstieg zu verhindern, sind die Lobbericher in der glücklichen Situation, nicht absteigen zu können.

Sie bleiben in jedem Fall auch in der nächsten Saison Oberligist und haben die Zeit, Spieler weiterzuentwickeln. Warum kann der TV Lobberich nicht absteigen? Bedingt durch die Neueinführung der Nordrheinliga als zusätzlicher Liga der Handballverbände Niederrhein und Mittelrhein zwischen der Oberliga und der 3. Liga zur Saison 2016/17 steigt in dieser Spielzeit nur eine Mannschaft aus der Oberliga ab.

Das ist der TV Jahn Hiesfeld. Die Hiesfelder haben ihr Team schon vor dem ersten Spieltag zurückgezogen. Besteht die Chance, trotzdem noch die Qualifikation für die Nordrheinliga zu schaffen? Mit ein wenig Glück durchaus. Fünf bis acht Mannschaften aus der Oberliga Niederrhein werden den Sprung in die Nordrheinliga schaffen. Die Lobbericher müssen hoffen, dass der Niederrheinmeister in die 3. Liga aufsteigt und kein Verein aus dem Bereich des Handballverbandes Niederrhein aus der 3.

Liga absteigt, damit es möglichst viele Aufsteiger aus der Oberliga in die Nordrheinliga gibt. Sofern die Verletzten zügig zurückkommen, können die Lobbericher sich in der Rückrunde durchaus einen dieser begehrten Plätze erarbeiten. Die Konkurrenten sind noch nicht so weit enteilt und es ist gerade ein Viertel der Saison gespielt.

Quelle: RP
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