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Lokalsport
Ehrhoff blickt gelassen in seine Zukunft

Del. Eishockey: Der 33-jährige Verteidiger ist seit Freitag in Nordamerika ein Free-Agent und wartet jetzt auf Angebote aus der NHL. Ab dem 5. August nimmt er wieder am Training der Krefeld Pinguine teil. Fritzmeier rechtfertig seine Scoutingtour Von H.-G. Schoofs

Nur noch knapp sechs Wochen, dann bestreiten die Pinguine in der Rheinlandhalle gegen den Zweitligisten EC Bad Nauheim ihr Saisoneröffnungsspiel (13.8. 16 .30 Uhr). Die Vorfreude der KEV-Fans ist nach den jüngsten Spielerverpflichtungen spürbar angestiegen. Zwar trauen die Krefelder Berufspessimisten den Schwarz-Gelben nach wie vor nur eine Statistenrolle in der DEL zu, doch auf dem Papier ist der Kader insgesamt stärker besetzt als vor einem Jahr und lässt durchaus die Prognose zu, dass es sportlich wieder aufwärts gehen kann.

Die Einkaufspolitik ist ein Novum in der 23-jährigen DEL-Geschichte der Pinguine. Bisher kommen bis auf Mike Little alle Neuzugänge von DEL-Konkurrenten. Dazu kehren zwei hoffnungsvolle Talente nach der Ausbildung in Duisburg und Bremerhaven an die Westparkstraße zurück. Natürlich hatten viele Fans gehofft, dass Franz Fritzmeiers Scoutingtour durch Nordamerika einen neuen Clark oder Voakes an den Niederrhein locken wird. Von dem Motto, außer Spesen nichts gewesen, will der Chefcoach allerdings nicht wissen: "Es wäre höchst fahrlässig gewesen, nicht nach Amerika und Kanada zu fliegen. Das machen alle DEL-Vereine. Ich habe viele Spieler gesehen, die vielleicht später für eine Verpflichtung in Frage kommen, wenn es der Etat zulässt. Auch Spieler, die Köln verpflichtet hat, kenne ich jetzt schon. Und die Kontakte, die ich knüpfen konnte, sind sehr wertvoll."

Wo seine neuen Spieler herkommen, war Fritzmeier bereits nach dem letzten Spiel der alten Saison egal: "Ich habe immer gesagt, dass wir uns in der Spitze verstärken müssen. Da spielt es keine Rolle, aus welcher Liga sie kommen." Da die Pinguine immer noch über einen der niedrigsten Etats der Liga verfügen, war es für Fritzmeier schwer, in Übersee fündig zu werden: "Wir hatten einen 24-jährigen Stürmer im Auge, der jetzt einen Zweiwegevertrag bei einem NHL-Klub unterschrieben hat. Die Veteranen aus der NHL oder AHL verdienen mittlerweile so gut, dass für sie Europa nicht mehr in Frage kommt."

Trotz bescheidener finanzieller Mittel ist der jüngste DEL-Trainer mit seinem neuen Kader sehr zufrieden: "Ein Team muss aus einer Pyramide bestehen. Man braucht eine breite Basis aus jungen und erfahrenen Spielern. Oben müssen Spieler stehen, zu denen der Rest mit Respekt aufschauen muss und die mit Erfolg dekoriert sind. Auch in der Kabine brauchen wir mehr charakterstarke Typen." Er habe zum Beispiel nicht damit gerechnet, dass Marco Rosa das Angebot der Pinguine annehmen würde: "Es waren jede Menge Geduld und viele Gespräche mit den Spielern und deren Beratern erforderlich. So konnten zum Beispiel Marco Rosa und Tim Hambly im Paket verpflichtet werden, da sie den selben Berater haben.

Auch wenn die Personalplanungen vorerst abgeschlossen sind, bleibt der Name Christian Ehrhoff an der Westparkstraße in aller Munde. Am Freitagabend war der NHL-Verteidiger mit weiteren bekannten Sportgrößen aus Krefeld zu Gast in der Physiotherapiepraxis "fysioconcept" von Jos Beulen, die in einem Nebengebäude des Malteser Krankenhauses in Uerdingen zu Hause ist und die Neuausrichtung der Sportphysiotherapie vorstellte. In den sozialen Netzwerken wird seit Monaten heftig über die Zukunft des fast 34-jährigen Verteidigers diskutiert. Die Einschätzung seines Leistungsvermögens reicht teilweise bis unter die Gürtellinie. Selbst für die Pinguine sei er nicht mehr gut genug. Zu den Kritikern gehören auch Väter, die ihren Söhnen eine ähnliche steile Karriere wie Ehrhoff zugetraut hatten, ihren Filius aber besser beim Eiskunstlauf angemeldet hätten. Den NHL-Star lässt die Diskussion um seine Person kalt: "Damit muss man heutzutage rechnen. Ich sehe meiner Zukunft sehr gelassen entgegen. Ich werde mich jetzt auf die Olympia-Qualifikation mit der Nationalmannschaft und den Einsatz für das Team Europe beim World Cup in Toronto vorbereiten." Und was ist mit einem neuen Verein? "Seit heute 18 Uhr kann ich mit den Clubs verhandeln. Mal sehen, was bis Oktober passiert. Mit Las Vegas kommt ein neuer NHL-Verein dazu, der noch viele Spieler benötigt", erklärte er am Freitag. Auch die Pinguine seien nach wie vor eine Option: "Ich finde es super, wie das Team jetzt verstärkt wurde." Er selbst kann sich ab dem 5. August von der Qualität der neuen Mannschaft überzeugen. Denn am Freitag bekam er von Fritzmeier selbstverständlich die Zusage, dass er mit den Pinguinen trainieren kann, ehe er sich ab dem 22. August mit der Nationalmannschaft auf die Olympia-Quali vorbereitet.

Quelle: RP
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