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Lokalsport
Ehrhoff ohne Stress in der Warteschleife

Eishockey. Eishockey: Der 34-jährige Verteidiger trainiert seit gestern mit dem Team der Pinguine und bereitet sich auf die Olympia-Qualifikation der Nationalmannschaft vor. Ein Angebot aus der NHL gibt es derzeit nicht. Einsatz in der CHL ist möglich. Von H.-G. Schoofs

Es gehört seit vielen Jahren schon zum Vorbereitungs-Alltag der Pinguine, dass Christian Ehrhoff auf dem Eis der Rheinlandhalle erscheint und mit dem DEL-Team trainiert. Gestern früh war es wieder so weit. Diesmal allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Während es für ihn zuletzt immer darum ging, sich für das erste Training mit seinem NHL-Club in Form zu bringen, ist er jetzt vereinslos. Das bringt den besten deutschen Verteidiger aber nicht aus der Ruhe. "Ich mache mir keinen Stress und bereite mich jetzt auf die Olympia-Qualifikationsspiele mit der Nationalmannschaft vor", sagte er nach seiner ersten Übungseinheit unter Franz Fritzmeier. Für den Trainer muss es schon ein ungewöhnliches Gefühl gewesen sein. Einst schaute er als Spieler der Krefelder beim Training im August mit Respekt zum NHL-Star auf, jetzt hört dieser Star auf sein Kommando.

Von diesen Kommandos zeigte sich Ehrhoff gestern angetan: "Ich habe zwar erst eine Einheit hinter mir, aber Franz macht das sehr gut." Auch von der neuen Mannschaft zeigte er sich beeindruckt: "Da sind einige sehr gute Spieler dazu gekommen." Nur durch die kleine Deutschlandflagge auf seinem schwarzen Helm war er von den Pinguine-Cracks in Sachen Ausrüstung zu unterscheiden. Zur möglichen Fortsetzung seiner NHL-Karriere sagte er: "Angebote gibt es bisher nicht. Viele Vereine warten noch bis nach dem World-Cup". Da er nicht unter Vertrag ist, könnten ihn die Pinguine für die Spiele in der Champions Hockey-League lizenzieren. "Theoretisch wäre das möglich. Wir dürfen ja 32 DEL-Lizenzen vergeben.", erklärte Rüdiger Noack. Fritzmeier sagte gestern, dass er darüber schon mit Ehrhoff gesprochen habe: "Wir müssen jetzt erstmal die nächsten Trainingstage abwarten. Normal nimmt man einen vertragslosen Spieler nicht ins Team auf. Bei Christian ist das eine außergewöhnliche Situation. Er gehört zu uns, er ist hier zu Hause." Sollte Ehrhoff in den beiden Heimspielen gegen Ostrava und Oulu tatsächlich auflaufen, dann dürfte der Kartenvorverkauf Fahrt aufnehmen.

Gestern Mittag wurde das Trainingsspiel aus dem Tagesplan gestrichen. Bereits am Dienstag waren die Spieler bis in die Abendstunden hinein im KöPa, wo Video-Aufnahmen für die CHL und ein neues Intro für den Video-Würfel gemacht wurden. Gestern stand ein umfangreiches Foto-Shooting auf dem Programm. "Ich hätte gerne trainiert, aber solche Dinge müssen halt auch sein", sagte Fritzmeier. Allerdings tut seinen Schützlingen eine zusätzliche Regenerationspause sicher gut. Denn die ersten Eiseinheiten hatten es in sich. Sogar intensives Zweikampftraining gehörte dazu. "Wir haben jetzt schon mehr gemacht als in drei Wochen unter Adduono", sagte ein Spieler beim Verlassen der Rheinlandhalle. Natürlich ist durch die Neuzugänge auch die Qualität im Training gestiegen. Das Tempo ist schon erstaunlich hoch. Wie Fritzmeier sich momentan seine Reihen vorstellt, ist klar zu erkennen. Die Sturmreihen laufen fast immer in gleicher Besetzung auf: Müller/Pietta/Umicevic, Mancari/Rosa/Orendorz, Vasiljevs/Collins/Koziol, Hauner/Kretschmann/Mieszkowski. Patrick Klöpper, der bis zu der Verpflichtung von Dragan Umicevic in der ersten Reihe Martin Schymainski ersetzt hat, ist momentan 13. Stürmer. "Das hat wenig zu sagen, das kann sich schnell ändern", sagte Fritzmeier. In der Abwehr vertraut der Coach derzeit den Duos Klubertanz/Supis, Hambly/Little, St. Pierre/Hanusch und M.Schmitz/Sonnenburg.

Quelle: RP
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