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Analyse
Enttäuschende Zwischenbilanz des VfR Fischeln

Analyse: Enttäuschende Zwischenbilanz des VfR Fischeln
So wie hier beim Heimspiel gegen Baumberg, standen in Fischeln auf der manuellen Anzeigetafel am Ende bei den Gästen zu häufig mehr Treffer als beim VfR. Die magere Bilanz auf eigenem Platz ist der Hauptrunde für den Absturz. FOTO: T.L:
Fussball. In der Fußball-Oberliga führen mit Baumberg, Straelen, Monheim, Hiesfeld und Schonnebeck gleich fünf Teams fast auf Augenhöhe die Tabelle an, wo von die Neulinge Straelen und Monheim aber kaum einer auf der Rechnung hatte. Von Werner Fuck

Nach den Plätzen acht, sechs und vier war beim VfR Fischeln die Euphorie vor der vierten Saison in der Oberliga nicht gerade klein, zumal der Kader auf den ersten Blick nicht schwächer daher kam. Und nach respektabelem Beginn, einem 5:2-Sieg in Speldorf, schien der Weg wieder früh geebnet. Aber weit gefehlt. Es folgte ein Absturz, für den aktuell die Verantwortlichen noch nach den richtigen Worten ringen bzw. die Gründe aufarbeiten, ohne schon ganz schlüssige Erkenntnisse zu haben.

Gravierend und total unverständlich eine Heimschwäche. In acht Partien gab es nur einen Zähler (2:2 gegen Hilden nach 0:2-Rückstand), aber sieben Schlappen und davon vier deftige. Dagegen wurde neben Speldorf auch in Cronenberg und bei DSC 99 gewonnen, und aus Düsseldorf-West und Schwarz-Weiß Essen ein Unentschieden mitgebracht. Normalerweise, wenn die Heimbilanz einigermaßen stimmen würde, eine Ausbeute, um viel weiter vorne zu stehen.

Es bleibt natürlich festzuhalten, dass bei aller Verletztenmisere - und die war und ist kaum zum Aushalten - die neuen Hoffnungsträger wie Robert Norf oder Ludwig Kofo Asenso, letzterer ist übrigens schon wieder weg, eher enttäuschten, obwohl sie schon lange in dieser Klasse agieren. Und Keeper Halil Özcelik den Laufpass zu geben und zwei fraglos veranlagten Youngstern zu vertrauen, sind ein zusätzliches Risiko, das eventuell nicht eingegangen hätte werden müssen, zumal der 27-Jährige beim Anhang der Grün-Weißen schon so eine Art Institution war, auch wenn seine Trainingsintensität, was die meisten nicht wussten, zuletzt arg zu wüschen übrig ließ.

Interessant in diesem Zusammenhang aber auch, dass neben dem nicht zu haltenden Alexander Lipinski (aus Studiengründe in die USA) mit Ryota Nakaoka, Lucas Reinert und Shunia Ando auf drei Spieler verzichtet wurde, die in ihren neuen Clubs zum Stammpersonal gehören. Auch Routinier Damian Raczka, fraglos oft ein Unsicherheitskantonist und in der Spielöffnung sehr beschränkt, wurde nicht mehr gewollt, obwohl er aktuell mit seiner Erfahrung noch wichtig hätte sein können.

Der größte Verlust in Sachen Verletzter neben Dominik Oehlers, Simon Kuschel, Philip Reichardt oder David Machnik war vor allen Dingen der von Kevin Enke (Kreuzbandabriss mit Nebengeräusche). Mit ihm fehlt der Leader, Lautsprecher und Einpeitscher. Sein Ausfall und die anfänglich wenig überzeugende Form von Kevin Breuer - aktuell ist der Regisseur aber wieder voll im Saft - konnten nie kompensiert werden. Oehlers ist schon zurück, Kuschel und Reichardt nach der Winterpause, aber Machnik, wenn überhaupt, nicht vor Ende März.

Keine Frage: Handlungsbedarf in Sachen Personal ist gegeben, wobei aber jeder weiss, dass in Fischeln keine Überdinger finanzieller Art gemacht werden. Ferner lässt die Kooperationsbereitschaft mit den Verantwortlichen der A-Junioren eher zu Wünschen übrig. Liefe es da reibungsloser, könnten einige Lücken viel besser gefüllt werden. Weniger negativ als beim VfR sehen die ersten Einschätzungen bei fast allen anderen Mannschaften aus.

Hier gab es nur wenig Unplanmäßiges. Eventuell das Absacken von TuRU Düsseldorf (es kommen aber schon zwei Neue), der schwache Beginn des 1. FC Bocholt oder die Tatsache, dass die Velberter diessmal nicht vorne mitmischen. Homberg hat sich für die Rückrunde die Dienste von Danny Rankl gesichert, was eigentlich eingebaute Torgarantie bedeutet. Da könnte bei fünf Zählern Rückstand nach oben noch was gehen. Weil aber mit Ausnahme der letzten Drei, also die potenziellen Aufstiegskandidaten, das Mittelfeld und die andere Abstiegsregion, alle noch eng zusammen liegen, dürfte für Spannung gesorgt sein.

Will die Cherfi-Auswahl den Kopf noch aus der Schlinge ziehen, muss schon ein mittelprächtiges Fußballwunder her. Aber Wünsche für das neue Jahr gibt es überall, und warum nicht auch an der Kölner Straße, wo das schöne Zuhause der Grün-Weißen Willi-Schlösser-Kampfbahn heißen wird.

Quelle: RP
 
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