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Lokalsport
Fischeln gewinnt emotionales Derby

Oberliga. Fußball: Die Auswahl von Trainer Josef Cherfi gewann beim TSV Meerbusch mit 3:2, obschon Philipp Reichardt mit Gelb-Rot vom Platz flog. Damit bleiben die Fischelner in der Spitzengruppe der Oberliga-Tabelle. Kevin Breuer traf doppelt. Von Oliver Schaulandt

Der VfR Fischeln hat seinen vierten Platz in der Tabelle der Oberliga verteidigt. Gegen den TSV Meerbusch gewannen die Grün-Weißen mit 3:2 (1:0) und hielten dabei auch den von der Trainerbank der Gastgeber ins Spiel gebrachten Emotionen stand. Allerdings musste Philipp Reichardt nach 68 Minuten bereits unter die Dusche, weil Schiedsrichter Lars Aarts ihm nach einem Allerweltsfoul die Gelb-Rote Karte zeigte. Wäre die gleiche Szene nicht in unmittelbarer Nähe der ziemlich gut gefüllten Meerbuscher Coachingzone vorgefallen - vielleicht hätte er da anders entschieden.

Fischeln fand gut in die Partie auf dem Kunstrasenplatz am Windmühlenweg. Mit forschem Spiel nach vorne und frühem Stören ließ die Auswahl von Trainer Josef Cherfi die nervös und hektisch wirkenden Meerbuscher nicht ins Spiel kommen. Das machte sich aber zunächst nur im höheren Ballbesitz bemerkbar. Bis zur 32. Minute: Da segelte ein Freistoß in den Strafraum der Gastgeber, und nach der Abwehr sprang der Ball an die Hand von Washington. Das gab Elfmeter, den allerdings Christos Pappas vergab - seinen flach geschossenen Ball meisterte Torwart Platen. Vier Minuten später war das Glück auf Fischelner Seite, als Günther die abgefälschte Flanke von Dohmen nicht mehr voll erwischte. Wiederum fünf Minuten später schepperte es im Tor: Kevin Breuer hatte es gut 18 Metern abgezogen, und es stand 1:0 für die Gäste.

Nur zwei Minuten nach dem Wechsel erhöhte Stefan Linser auf 2:0. Aufgepuscht von der emotional mitgehenden Trainerbank und dem ständig lamentierenden Schmidt drehte Meerbusch nun auf. Fischeln ließ sich davon ein Stück weit den Schneid abkaufen, und Dauser glückte nach 59 Minuten der Anschlusstreffer. Das Tor und die Überzahl nach Reichardts Feldverweis gaben offenbar noch mehr Auftrieb, und die Nickligkeiten nahmen immer mehr zu. Und als dann Dohmen in der 76. Minute nach einem Freistoß zum 2:2 ins Tor traf, kannte der Jubel beim TSV kaum Grenzen. Die komplette Bank stürmte das Spielfeld, sogar Zuschauer rannten auf den Platz.

Fischeln aber fing sich fortan wieder, verbarrikadierte sich regelrecht in der Abwehr - und landete nach 83 Minuten einen "Lucky Punch": Kevin Breuer hatte von der Strafraumgrenze aus einfach mal draufgehalten, und der Ball schlug unmittelbar neben dem Pfosten zum 3:2 ein - und diesmal waren es die Fischelner, die auf den Platz stürmten. Danach warf Meerbusch noch einmal alles nach vorne, doch die Abwehr des VfR hielt stand, so dass das Team mit einem Sieg vom Platz ging und den anschließend geplanten Mannschaftsabend auch entsprechend genießen konnte.

"Das ist nicht meine Art, so an der Linie zu agieren und ständig Karten zu fordern. Aber ich denke, wir haben auf dem Platz die passende Antwort darauf gegeben", sagte Josef Cherfi und ergänzte augenzwinkernd: "Jetzt darf die Mannschaft ruhig mal einen drauf machen. Ich selbst bin nicht dabei. Das ist vielleicht auch ganz gut so, wenn ich nicht alles weiß, was da so passiert."

Quelle: RP
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