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Claudia Blomenkamp
"International ist das Spielniveau höher"

Kempen. Die Damen-Mannschaft des SV Bayer Uerdingen startet am Freitag in Spanien in der Euroleague und möchte Platz zwei erreichen.

Bei der Wasserball-Europameisterschaft vor zwei Wochen in Belgrad sind Sie mit der Nationalmannschaft auf dem achten Platz gelandet. War das Abschneiden enttäuschend?

claudia Blomenkamp Auf der einen Seite ja, da wir uns Platz sieben und die damit verbundene WM-Teilnahme, sowie die Chance bei einem weiteren Qualifikationsturnier noch den Sprung nach Rio zu schaffen, vorgenommen hatten. Auf der anderen Seite waren sieben Spielerinnen dabei, die zum ersten mal an einer Europameisterschaft teilgenommen haben. Da wurde vielleicht doch etwas zu viel erwartet.

Bei der Europameisterschaft waren Sie in jedem Spiel mit mindestens einem Tor erfolgreich. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Leistung?

Blomenkamp Das war meine fünfte EM-Teilnahme, bei der ich für mich hohe Erwartungen an mich gestellt habe. Generell stelle ich immer hohe Ansprüche an mich, bei der EM habe ich diese nicht erfüllt.

Der SV Bayer Uerdingen hat das Grundgerüst der deutschen Nationalmannschaft gestellt. Auf nationaler Ebene sind Sie seit Jahren ungeschlagen, aber bei der EM mussten Sie lernen, mit einer Niederlage umzugehen.

Blomenkamp International ist das Spielniveau einfach noch eine Stufe höher. Bei uns in Deutschland fehlt es an Masse und Personen, die gut aufstellt sind. Wir haben keine Berufssoldaten oder dergleichen, sondern studieren teilweise noch oder gehen einem Beruf nach. Da bleibt keine Zeit sich auszuruhen, wie das bei anderen Nationen der Fall ist.

Was können die Uerdinger als Lehre mit aus der EM in die am Wochenende startende Euro-League nehmen?

Blomenkamp Im Prinzip war das für uns ein besseres Training auf hohem Niveau, denn insgesamt haben wir ja viel Spielanteile gehabt. Uns haben natürlich die Spielerinnen gefehlt, die zu Hause in Uerdingen geblieben sind. Für die gilt es jetzt, sich auf die internationale Härte einzustimmen, um gewappnet zu sein.

Damit der SV Bayer nach Jahren mal wieder international starten kann, hatten Sie und ihre Mannschaft eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Wie ist das angekommen, dass Ihre jahrelange Leistungen von Sportbegeisterten so honoriert wurden?

Blomenkamp Das ist einfach toll und tut gut zu sehen, was alles passiert ist, nachdem wir auf uns aufmerksam gemacht haben. Wir haben uns über jede Spende gefreut und immer den Kontostand verfolgt. So waren wir immer über den Stand der Dinge gut informiert.

Am Wochenende geht es nun nach Spanien. Wie schätzen sie ihren ersten Gruppengegner ein ?

Blomenkamp Mit CN Sant Andreu haben wir am Freitag als ersten Gegner eine junge Mannschaft vor der Brust, deren Spielerinnen im vergangenen Jahr bei den Europaspielen mit dabei waren. Hinzu kommt, dass die Spanier einen Heimvorteil haben. Ich sage immer, das Spiel fängt bei 0:0 an. Wir dürfen uns nicht von Beginn an überraschen lassen und müssen versuchen, selber gut ins Spiel zu kommen.

Danach geht es gegen zwei Teams aus Russland. Wie sind dort die Aussichten?

Blomenkamp Gegen Kinef Kirishi haben wir im zweiten Spiel am Samstag einen schweren Stand. Die sind russischer Meister und bilden quasi auch die russische Nationalmannschaft. Da wird nicht viel zu holen sein, so dass es eher heißen wird, das Spiel als gutes Training mitzunehmen. Im letzten Spiel am Sonntag gegen den zweiten russischen Vertreter, Uralochka Zlatoust, wird sich dann zeigen, wie viel Kraft bei den vorherigen Spielen gelassen wurde.

Und wo landet Ihre Team nach der Vorrunde?

Blomenkamp An Platz eins in der Gruppe wird keiner rankommen, von Platz zwei bis vier ist alles drin. Natürlich schielen wir auf Platz zwei, der zum Weiterkommen reicht. Das haben wir uns als Überraschungsmannschaft zum Ziel gesetzt.

Quelle: RP
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