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Lokalsport
Jörn Großkopf startet die große Offensive

Oberliga. Fußball: Der neue Trainer des Oberligisten KFC Uerdingen setzt auf der Zielgeraden der Meisterschaft auf Angriff. Der Ex-Stürmer des FC St. Pauli wurde gestern offiziell vorgestellt und leitete anschließend zum ersten Mal das Training. Von H.-G. Schoofs

Die Hintermannschaft des VfR Fischeln muss sich warm anziehen. Denn sie erwartet am Donnerstagabend im Krefelder Stadtderby gegen den KFC einen wahren Sturmlauf der Platzherren. Das jedenfalls lassen die Aussagen von Jörn Großkopf vermuten, der gestern offiziell als neuer Trainer der Uerdinger vorgestellt wurde. "Ich gewinne lieber 4:3 als 1:0", sagte der ehemalige Profi-Stürmer und heutige Fußball-Lehrer. Zunächst soll der 49-jährige Hamburger bis zum 30. Juni in der Grotenburg das Sagen haben. "Das ist der Wunsch aller Beteiligten", sagte Großkopf. Sollte er das Team doch noch in die Regionalliga führen, dann dürfte ihm eine Vertragsverlängerung sicher sein. Aber auch für einen Neustart in der Oberliga besitzt er gute Karten. Das ließ Geschäftsstellenleiter Nikolas Weinhart anklingen, der den Kontakt zum neuen Coach hergestellt hat und von dessen Qualitäten überzeugt ist: "Ich habe mich ausführlich über ihn erkundigt. Er kommt mit besten Referenzen zu uns. Die Gespräche mit ihm haben gezeigt, das passt."

Das Motto "Fußball ist mein Leben" passt genau zu Jörn Großkopf: "Ich habe nichts anderes gemacht. Bis ich 38 Jahre alt war, habe ich in allen Klassen gekickt. Danach war ich Cheftrainer in der höchsten Hamburger Amateurklasse." Seine längste Zeit als Trainer verbrachte er beim FC St. Pauli, für den er in der Bundesliga auch gegen Bayer Uerdingen kickte (siehe auch Infokasten) und sich gestern noch an seinen damaligen Gegenspieler "Toto" Chmielewski erinnern konnte. Beim Kultclub vom Kiez übernahm er zunächst die A-Jugend, später stieg er mit der U23 in die Regionalliga auf und auch wieder ab. Beim Regionalligisten KSV Hessen Kassel dauerte sein Engagement nur ein halbes Jahr: "Da haben viele Köche den Brei verdorben." 2013 legte Großkopf seine Prüfung zum Fußball-Lehrer ab. Zu seinen damaligen "Schulkollegen" zählten zum Beispiel Andre Breitenreiter oder Markus Anfang.

Als ehemaliger Stürmer hält der neue Coach nicht viel vom "Spiel gegen den Ball": "Für mich ist nicht das Umschaltspiel wichtig, sondern eine grundsätzliche Offensivausrichtung." Zu seiner neuen Mannschaft, die er gegen Wuppertal und Kapellen-Erft beobachtete, sagte er: "Im ersten Spiel habe ich viele schlechte Dinge gesehen, die Sonntag schon viel besser waren." Gestern konnte er dann sein Team zum ersten Mal in der Kabine begrüßen. Anschließend ging es für eine gute Stunde auf den Trainingsplatz. Probleme mit seinen neuen Schützlingen erwartet der Coach nicht, auch nicht mit dem eigenwilligen Mo Idrissou: "Er war wie ich Profi und spricht meine Sprache." Nachgesagt wird ihm, dass er besonders gut mit jungen Spielern zurechtkommt. Und sollte er über den 30. Juni hinaus hier Trainer sein, dann will er eine Verjüngung des Kaders ins Auge fassen. Zu seinem kurzfristigen Ziel mit dem KFC sagte Großkopf: "Wichtig ist erstmal, hier Ruhe rein zu bringen. Dann müssen positive Ergebnisse her. Das ist eine Pflicht." Auf die Frage, ob der Aufstieg noch möglich ist", antwortete er: "Wir sind alle Realisten. Das wird sehr schwer. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Natürlich hoffen wir auf Ausrutscher der Konkurrenz."

Quelle: RP
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