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Lokalsport
KFC-Fan radelt mit dem Fahrrad zum Testspiel nach Jena

Kempen. Fußball: Seit Samstag ist der Uerdinger Georg Kothen unterwegs, um nach 650 Kilometern Wegstrecke seinen Verein anzufeuern. Von Frank Langen

Georg Kothen ist gebürtiger Uerdinger, und da verstand es sich von selbst, dass er als Jugendlicher irgendwann mit dem FC Bayer Uerdingen in Berührung kam, der fortan seine sportliche Liebe und sein Verein wurde. "Ich habe in der Saison 74/75 meine ersten Spiele in der Grotenburg gesehen und war direkt mit diesem Virus einfach infiziert", sagt der heute 50-Jährige zu seinen Anfängen. So erlebte er die guten Bundesligazeiten in den 70er und 80er Jahren hautnah mit, denn nicht nur die Heimspiele, auch die Auswärtsspiele waren für Kothen so gut es ging Pflichttermine.

Doch auch in den schweren Zeiten, in dem sein seit 1995 in KFC Uerdingen umbenannter Lieblingsverein bis in die Niederrheinliga abstürzte, hielt Kothen weiterhin zu den Blau-Roten. Und das, obwohl er niemals Mitglied im Verein war oder ist. "Ich weiß nicht wieso, aber es hat sich halt nicht ergeben, in den Verein als Mitglied einzutreten."

Seine zweite Leidenschaft begann, als er als aktiver Kraftsportler aufhören musste. "Meine Knochen waren so kaputt, dass ich nicht mehr weitermachen durfte, und so bin ich zum Radfahren gekommen", sagt Kothen. In seiner Tischtennismannschaft gab es Kollegen, die regelmäßig unterwegs waren, und Kothen fand immer mehr Gefallen daran, in die Pedale zu treten. Zunächst waren es nur kleine Touren, inzwischen hat er nicht nur Deutschland vom Bodensee bis hin zur Ostsee durchquert, auch Ziele wie Sardinien hat Kothen schon in Angriff genommen. Auf seinen Touren machte er immer einen Stopp, wenn ein Fußballstadion eines Zweit- oder Drittligisten in der Nähe war. Seit Samstag ist er nun wieder auf Tour: Sein KFC spielt am Wochenende bei Carl Zeiss Jena, wogegen die Uerdinger vor 30 Jahren schon im Europapokal spielten. "Mein erster Gedanken war, da muss ich mit, denn damals war ich nicht dabei", sagt Kothen.

Bereits vor sechs Jahren gab es Überlegungen, dem KFC mit dem Rad ins Trainingslager nach Norderney zu folgen. "Leider hat es nicht mit dem Urlaub geklappt, und ich sagte mir, das nächste Mal haut das hin, und da bot sich Jena einfach an", erzählt Kothen. Von den rund 50000 km, die er an Touren schon gefahren ist, hat sich Kothen eine Route ausgesucht, die er noch nicht kennt. "Mein Bekannter Hans Ocenasek hat dann bei mir angefragt, ob er mitfahren könnte, weil ihm die Strecke so gut gefallen hat", sagt Kothen. Von Krefeld aus ging es für die beiden am Samstag in Richtung Wuppertal und von dort aus einen Tag später nach Olpe. Weiter ging es über Hilchenbach zur Ederquelle und anschließend am Fluss Eder entlang nach Kassel. Von dort aus folgt eine Wasserlinie mit der Fulda, der Weser und der Werra bis nach Eisenach. Über eine Bahntrasse geht es dann durch Weimar, Erfurt nach Jena. Nahezu 650 km in sieben Tagen bedeutet gleichzeitig, dass nahezu 90 Kilometer am Tag gefahren werden. Einen genauen Plan gibt es allerdings nicht. Morgens wird ausgekundschaftet, wo es lang geht, und gegen Nachmittag dann nach einer Unterkunft gesucht.

"Es ist halt ein klein bisschen wie ein Abenteuer. Wir wissen nie wo wir am Tag letztendlich landen werden", sagt Kothen, der Packtaschen mit kleinem Gepäck am Fahrrad hängen hat. "Ich bin für jedes Wetter ausgerüstet, auch ein Reparatur-Set ist mit dabei", erzählt Kothen.

Während sein Weggefährte nach der Zielankunft es vorzieht, mit der Bahn den Heimweg anzutreten, wird Kothen in Jena seinen KFC anfeuern. Die Rückreise ist aber dann doch geplant, allerdings mit dem Fanbus. Dann kommt das Fahrrad in den Stauraum, und Kothen kann mit den anderen Uerdinger Fans auf der Heimfahrt den Verein hochleben lassen.

Quelle: RP
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