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Lokalsport
KFC will den Unfall Oberliga korrigieren

Kempen. Fußball: Nach dem schon fast kläglichen Absturz aus der Regionalliga soll Michael Boris Uerdingen zurück in die vierthöchste Klasse führen. Von Oliver Schaulandt

Als der KFC Uerdingen Anfang Februar den Spielbetrieb in der Regionalliga wieder aufnahm, da schien die Welt noch in Ordnung. Gut, die Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt seit vier Spielen ohne Torerfolg geblieben, doch lag sie auf dem elften Tabellenrang, also ziemlich genau im Mittelfeld der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Und im Winter war ordentlich am Kader gebastelt worden. Acht Spieler mussten gehen, sieben neue kamen.

Was dann jedoch folgte, war ein unaufhörlicher Abstieg - und ein trauriger Rekord. 831 Minuten blieb die Auswahl von Trainer Murat Salar ohne erzieltes Tor, und nach und nach verlor der KFC auch in der Tabelle an Boden. Trotz allem hielt der Club an seinem Trainer Murat Salar fest. Erst spät, im Nachhinein viel zu spät, folgte die Trennung. Erst vor dem letzten Spiel, wo die Hoffnung auf den Verbleib in der Regionalliga schon auf ein Minimum geschrumpft war, löste Horst Riege Salar ab - um eine Wende herbeizuführen, langte dies nicht mehr, trotz allem Engagement, mit dem der frühere Profi die wenigen Tage als Coach anging. Mehr oder weniger sang- und klanglos ging es zurück in die Oberliga.

Immerhin: Dort läuft es inzwischen. Horst Riege wechselte auf die Position des Sportlichen Leiters. Mit Mikhail Ponomarev hat KFC-Boss Lakis nun einen Partner im Vorstand, der offenbar mit genügend auch finanziellen Mitteln ausgestattet ist, um Lakis in der Finanzierung des Kaders zu unterstützen. Und nach langer Suche im Sommer kam auch ein Trainer, der entsprechend hohe Qualifikationen und einen enormen Ehrgeiz mitbringt: Michael Boris lösten die Uerdinger bei den Sportfreunden Siegen aus, und der neue Übungsleiter hat die höchste Trainerlizenz im deutschen Fußball. Seine Aufgabe ist klar: Er soll den KFC zurück in die Regionalliga führen, ohne Wenn und Aber.

Auch personell tat sich dazu Einiges. Vom Kader aus der Abstiegssaison verließ ein Großteil den KFC, stattdessen kamen mit Spielern wie Timo Achenbach (323 Zweitliga-Einsätze), Silvio Pagano und Mo Idrissou (in der Bundesliga unter anderem für den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach aktiv) erfahrene Leute hinzu, deren Qualität in Top-Form sicherlich gerade für die Oberliga herausragend ist. Und im Winter soll noch nachgelegt werden. Danny Rankl vom TV Jahn Hiesfeld soll auf der Wunschliste ganz oben stehen - wer sonst noch auf der Einkaufsliste von Horst Riege steht, ist sein Geheimnis.

Allerdings hegt auch der Wuppertaler SV die gleichen Aufstiegsambitionen, so dass auch in der Rückrunde ein Fernduell zwischen den beiden Teams zu erwarten ist - derzeit mit Vorteilen für den WSV, der zum einen das Hinspiel mit 5:0 gewann, zum anderen aber auch die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf den KFC anführt - allerdings hat Uerdingen ein Spiel weniger ausgetragen, könnte mit einem Sieg in diesem Nachholspiel also den Abstand auf zwei Zähler verringern.

Quelle: RP
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