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Lokalsport

Kempen. Hallo Herr Pawlak, ich hoffe, es geht Ihnen gut. Wo erwische ich Sie gerade?

Pawlak Ja, mir geht es sehr gut. Noch besser ginge es mir, wenn ich nicht gerade im Stau stecken würde. Aber das ist rund um Köln eben oft so.

Am Samstag gibt es ein Wiedersehen mit Ihrem alten Verein, den Sie in die Regionalliga geführt haben. Bestimmt kein Spiel wie jedes andere, oder?

Pawlak Allerdings, das ist sicherlich nicht irgendein Spiel. Dazu ist der Abstand seit Sommer zu kurz. Ich freue mich vor allem auf die tollen Uerdinger Fans, hoffentlich kommen viele mit.

Pflegen Sie noch Kontakte nach Krefeld?

Pawlak Naja, von meiner Mannschaft sind ja nicht mehr so viele da, und die jetzige ist eben nicht mehr meine. Aber ab und an habe ich noch Kontakt.

Sie sind zum FC gegangen, um U17-Trainer zu werden. Jetzt trainieren Sie die Regionalliga-Mannschaft. Das war so eigentlich nicht geplant, und die Umstände sehr traurig. Wie gehen Sie damit um?

Pawlak Die Umstände waren sehr traurig. Unser Co-Trainer Uwe Fecht (ehemals Trainer beim KFC, die Red.) hat ja einen Herzinfarkt erlitten und ist gestorben, danach ist Patrick Helmes als Trainer zurückgetreten. Wir haben danach zusammen gesessen und überlegt, wie es weiter geht. Die Wahl ist auf mich gefallen. Dabei hat meine Regionalliga-Erfahrung sicher auch eine Rolle gespielt. Und ich habe mich emotional gegenüber Uwe verpflichtet gefühlt, die Mannschaft zu übernehmen.

Hatten Sie eine besonderes Verhältnis zu ihm?

Pawlak Er war derjenige, der mich beim FC ins Gespräch gebracht hat. Ihm habe ich die Anstellung hier mit zu verdanken. Und für mich ist das eine riesige Chance. Neben der Arbeit mit der Mannschaft bietet mir der FC die Möglichkeit zur Fortbildung als Fußball-Lehrer.

Ist es ein Unterschied, bei einem Bundesligisten zu arbeiten?

Pawlak Die Arbeit mit der Mannschaft ist die gleiche. Aber das Drumherum ist natürlich ganz anders. Du hast viel weniger Baustellen, mit denen du dich auseinandersetzen musst. Es gibt eine sehr gute Struktur, so kannst du dich voll auf den Fußball konzentrieren.

Obschon die Stimmung beim FC vermutlich nicht so toll ist. Köln ist Schlusslicht der Bundesliga und noch ohne Sieg...

Pawlak Sicherlich gab es schon einfachere Zeiten. Ich arbeite sehr gut mit unserem Cheftrainer Peter Stöger zusammen, seine Bürotür ist immer offen für mich. Und er interessiert sich auch sehr für mein Team.

Sportlich geht es mit Ihrer Mannschaft auch bergauf.

Pawlak Ja, wir haben aus den letzten vier Spielen sieben Punkte geholt, die Wende wohl geschafft. Meine Mannschaft hat eine gute Qualität.

Der KFC Uerdingen auch...

Pawlak Die Entwicklung ist sicherlich keine große Überraschung. Der KFC ist ja nun kein typischer Aufsteiger. Das Ziel ist ja ganz klar zu erkennen. In der Oberliga haben wir damals nur Spieler aus der Regionalliga geholt, jetzt kamen fast nur Spieler aus der Zweiten und Dritten Liga dazu.

Trotzdem muss man die Spiele auch erst mal gewinnen.

Pawlak Natürlich, gar keine Frage. Vor der Leistung habe ich auch großen Respekt, und es freut mich auch sehr für den Verein, wie er jetzt dar steht.

Also bereuen Sie es nicht, sich vom Lehrerjob beurlauben zu lassen?

Pawlak Im Moment vermisse den Job nicht, auch wenn ich gerne als Lehrer gearbeitet habe. Die Arbeit in der Schule war sehr schön, aber jetzt mache ich das, wovon wohl alle Jungs träumen, die mit Fußball anfangen. Diesen Traum darf ich jetzt beim FC erleben.

Quelle: RP
 
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