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Lokalsport
"Meine Spieler kennen mich jetzt ganz"

Del. Eishockey: Franz Fritzmeier kann den beiden Duellen gegen die DEG und in Nürnberg trotz der Niederlagen etwas Positives abgewinnen. Für den neuen Trainer der Pinguine wird es noch dauern, ehe sein Team in Bestform ist. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Die Schwarzmaler im Krefelder Eishockey haben Hochkonjunktur. Nach der unnötigen Derby-Niederlage gegen die DEG und dem chancenlosen Auftritt in Nürnberg haben die Berufspessimisten die Saison bereits abgehakt. Die Rote Laterne ist für sie sogar ein deutliches Signal, dass dem DEL-Standort Krefeld das Aus droht. Und das nach gerade mal 20 Saisonspielen. Aber dieses Szenario ist typisch für die Seidenstadt.

Natürlich passt das punktlose Wochenende nicht zur Aufbruchstimmung, die seit dem Trainerwechsel herrscht. Besonders das 1:2 gegen den Rivalen aus der Landeshauptstadt kam zur falschen Zeit. Bei der Ursachenforschung fällt besonders die Müdigkeit auf, die bei den Pinguinen ab dem zweiten Drittel zu spüren war. Die mangelnde Fitness, die Franz Fritzmeier bei seinem Amtsantritt feststellte, will der Trainer so schnell wie möglich verbessern. Dadurch fehlte es den meisten Spielern in den Duellen gegen Hamburg, Ingolstadt und Düsseldorf an Frische. Und das nicht nur körperlich. Auch im Kopf mussten die Pinguine in Sachen Taktik und System innerhalb von wenigen Tagen eine Menge verarbeiten. Dazu kommen noch geänderte Tagesabläufe und neue Regeln in der Kabine. Das alles braucht seine Zeit, um optimal umgesetzt werden zu können. "Ich wusste, dass es dauern wird, bis wir aus dem Tief herauskommen. Daher war ich schon sehr froh, dass wir gegen Hamburg und Ingolstadt drei Punkte eingefahren haben", sagte Fritzmeier gestern. Der Coach kann dem punktlosen Wochenende sogar noch etwas Positives abgewinnen: "Ich bin in Nürnberg etwas lauter geworden. Jetzt haben wir uns richtig kennengelernt. Meine Spieler kennen mich jetzt ganz."

Bei seiner Analyse der beiden Spiele haderte er mit der Chancenauswertung beim Duell gegen die DEG: "Wir mussten mit ein oder zwei Toren mehr in die Pause gehen. Dann werden die Beine auch nicht müde." Das erste Drittel in Nürnberg brauche er sich für die Analyse gar nicht anzuschauen: "Da haben wir nur gestanden und gewartet, bis der Gegner aufs Tor schießt. Ich will das nicht als Ausrede gelten lassen, aber wenn man am Samstag nicht aufs Eis kann und dann noch am Spieltag anreist, ist das nicht optimal. Ab dem zweiten Drittel war es dann ja ein ganz normales Spiel. Die Mannschaft hat bis zum Schluss gekämpft. Das zeigt, dass die Fitness nicht ganz so schlecht ist." Auch wenn der Rückstand auf Rang zehn nun schon auf sieben Punkte angewachsen ist, ist der Coach zuversichtlich, dass es in der Tabelle noch weit genug nach oben gehen kann: "Es ist zwar ärgerlich, dass wir gegen Schwenningen und Straubing je zweimal Punkte gelassen haben, aber trotzdem sind wir im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz noch lange nicht chancenlos."

Da die Pinguine nicht schon am Samstag ins Frankenland gefahren sind, konnte Fritzmeier das DNL-Team des KEV im Heimspiel gegen Köln unter die Lupe nehmen. Und das will er bei jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholen: "Es ist wichtig, dort auch präsent zu sein und sich die Jungs anzuschauen, das ist unsere Zukunft. Wir müssen weiter auf den Nachwuchs setzen. Ich glaube, da machen wir einiges besser als zum Beispiel die Kölner. Bei uns sehen die Jungs eher eine Perspektive. Im Kader der Haie ist zum Beispiel ein Mann wie Charly Stephens 14. Stürmer, wenn alle fit sind. Der KEV 81 und die Pinguine müssen noch mehr zusammen rücken."

Da den Pinguinen bis Sonntag das Eis des KöPa nicht zur Verfügung steht, wird in der Rheinlandhalle trainiert. Fritzmeier hofft, dass Norman Hauner bis zum Spiel in Mannheimer wieder einsatzfähig ist. Henrik Eriksson fällt noch zwei Wochen aus. Eventuell kann Verteidiger Steve Hanusch nach seinem Fußbruch am kommenden Wochenende sein Comeback feiern.

Quelle: RP
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