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Lokalsport
Nachwuchsfahrer im Kart schnell unterwegs

Motorsport. Der 15-jährige Miroslaw Kravchenko aus Krefeld zählt in Deutschland zu den größten Talenten. Von Sven Schalljo

Die Titelsammlung von Miroslaw Kravchenko ist beeindruckend. Allein dreimal in den vergangenen vier Jahren triumphierte er beim Westdeutschen ADAC Kartcup (WAKC), der in einer Art Finalwochenenden unter den schnellsten Fahrern der Saison ausgetragen wird. Er ist aktueller Deutscher Vizemeister der ADAC Masters im Kartsport und verpasste hier den Titel nur aufgrund eines verpatzten Rennwochenendes, an dem ihn gleich mehrere Strafen zurückwarfen. Und das alles im zarten Alter von 15 Jahren. Der junge Krefelder gilt als eines der größten Motorsporttalente Deutschlands und fährt aktuell im Team TR-Racing des gebürtigen Serben Trnavac Rade. Der Rennstall aus Teningen in Baden-Württemberg brachte bereits große Namen des Formel-Sports wie den aktuellen Formel-1-Fahrer Pascal Wehrlein, oder den ehemaligen Topfahrer Robert Kubica hervor. Letztgenannter ist auch das Vorbild des jungen Krefelders. "Ich möchte gern später in den Formelsport kommen. Am liebsten in die Formel Eins. Ich kenne auch einige Fahrer wie Pascal Wehrlein und Robert Kubica, der mein Vorild ist, persönlich und verstehe mich sehr gut ihnen", erzählt er. "Allerdings", fährt er fort "ist es nicht einfach, denn wir haben kaum Sponsoren und Rennsport ist teuer." Dem pflichtet auch sein Vater Michael bei. "Wir müssen derzeit viel aus der eigenen Tasche finanzieren. Das wird zunehmend schwierig. Eine Rennsaison kostet bis zu 70.000 Euro. Allein die Miete für einen Motor kostet bis zu 3000 Euro pro Rennwochenende. Dazu kommen Reifen, Zahnräder, Ketten und andere Verschleißteile", erzählt er. Dennoch dominierte Miroslaw beim angesprochenen Finalwochenende des WAKC am ersten Oktoberwochenende fast nach Belieben. Er gewann alle Rennläufe von der Qualifikation bis zum Finale und holte seinen dritten Titel nach 2014 und 15.

Im Kommenden Jahr aber wird er in der bisherigen OK-Junioren-Klasse nicht mehr antreten dürfen. Diese geht nur bis 14 Jahre. Mit nun 15 Jahren wird er bereits bei den Senioren an den Start gehen. Damit hat das Kart nun mehr Leistung - 43 statt 32 PS -, er muss aufgrund seines geringen Körpergewichts mehr Bleigewichte tragen und wird nun auch an internationalen Rennen in Italien und Belgien teilnehmen. Das treibt naturgemäß die Kosten weiter in die Höhe, weshalb die Familie stets auf der Suche nach Sponsoren ist.

Die Familie Kravchenko stammt ursprünglich aus Masuren in Polen, lebt aber seit 1996 in Krefeld. Hier wurde auch ihr Sohn Miroslaw geboren. Mit fünf Jahren bekam er sein erstes Kart, trainiert seit seinem sechsten Lebensjahr regelmäßig und begann mit acht Jahren, Rennen zu fahren, und as gleich mit Erfolg. Nun also wird er in der kommenden Saison in den Seniorenbereich aufrücken und kommt seinem Ziel, einer Rennsportkarriere im Formel-Sport, ein weiteres Stück näher. "Ich bin schon stolz, auf das, was ich bis heute erreicht habe, aber ich habe noch große Ziele", sagt der Nachwuchsfahrer.

Quelle: RP
 
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