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Pinguine heute gegen die beste Abwehr

Lokalsport: Pinguine heute gegen die beste Abwehr
Nach allen drei Treffern der Pinguine im Spiel bei den Eisbären Berlin nahm auch Marcel Müller an der Spielerbank die Glückwünsche der Teamkollegen entgegen. Der Krefelder Toptorjäger war in seiner Heimat neben Torwart Patrick Klein der beste Pinguin auf dem Eis. FOTO: Citypress
Del. Eishockey: Um 19.30 Uhr stellt sich zum ersten Mal in dieser Saison der Tabellenzweite Nürnberg Ice Tigers im König-Palast vor. Ob der neue Torwart Dimitri Pätzold sein Debüt gibt, entscheidet der Trainer erst heute Morgen. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Steffen Ziesche wusste es schon vorher. "Das ist heute eine schwere Aufgabe für uns", sagte der Krefelder Meistertorschütze von 2003 und derzeit Co-Trainer bei den Eisbären Berlin am Sonntag vor dem Spiel gegen die Pinguine. Und er sollte Recht behalten. Sein Team kam am Ende etwas glücklich zu den drei Punkten. "Wir sind froh, dass wir das Spiel am Ende noch gewonnen haben. Aber das zeichnet halt eine Top-Mannschaft auch aus, wenn sie noch einen Weg zum Sieg findet", sagte er hinterher. Gemeinsam mit seinem Chef Uwe Krupp hatte er acht Spiele der Krefelder gegen Top-Teams der Liga analysiert: "Die waren alle sehr eng. Das Torverhältnis von 26:23 sagt alles. Krefeld mag es, wenn der Gegner das Spiel machen muss", meinte Krupp.

Wie schon in Mannheim, München, Köln, Nürnberg oder Wolfsburg verließen die Pinguine erneut in einem engen Spiel als Verlierer das Eis. "Wir haben heute im ersten Drittel richtig gutes Eishockey gespielt. Im zweiten Drittel haben wir förmlich um die Gegentore gebettelt. Trotzdem sind wir mit 3:1 in Führung gegangen, daher hätten wir das Spiel nicht mehr aus der Hand geben dürfen", sagte Daniel Pietta nach der 3:4-Niederlage. "Wir haben im letzten Drittel einfach zu viele Zweikämpfe verloren", sagte Adi Grygiel. Für den Kapitän sind die drei Punkte aus den beiden Wochenendspielen "zu wenig", er hatte insgeheim aber nicht mit mehr gerechnet: "Vorher hätte ich das sofort unterschrieben."

Marcel Müller ärgerte sich besonders, dass die Mannschaft am Sonntag in seiner Heimatstadt leer ausging: "Wir haben im letzten Drittel nicht einfach genug gespielt." Der Torjäger war vor den Augen seiner Familienangehörigen und Freunden an allen drei Krefelder Treffern beteiligt. Die Experten an der Spree staunten während des Spiels nicht schlecht: "Unglaublich, wie Müller kämpft und rennt und in der Abwehr aushilft", sagte ein langjähriger Beobachter des Stürmers. Selbst bei den Eisbären soll Müller für die neue Saison ein Thema sein. Ein Abschied wäre für das Krefelder Eishockey ein herber Verlust. Auch wenn es Fans gibt, die ihn immer noch als launische Diva und Problemfall bezeichnen, ist der 29-Jährige derzeit in der DEL der beste deutsche Stürmer.

Dass am Ende der Zweitore-Vorsprung gegen die zweitbeste Offensive der Liga nicht reichte, lag zum einen am leeren Akku, zum anderen an der mangelnden Qualität in der Abwehr. So war es auch bei den anderen knappen Niederlagen gegen Top-Teams. Die Stürmer mussten hinten zu viel Schwerstarbeit leisten, das geht im Angriff zu Lasten der Kraft und Konzentration. Auch wenn das Team in Berlin eins der besten Auswärtsleitungen bot, wäre mit einem Jordan Caron im Sturm sowie in der Abwehr mit einem Patrick Seifert und einem zusätzlichen Top-Verteidiger was drin gewesen.

Bereits heute Abend (erstes Bully 19.30 Uhr) stellt sich mit dem Tabellenzweiten Nürnberg Ice Tigers die aktuell beste Abwehr im König-Palast vor. Auch offensiv haben die Franken mit vier sehr gut besetzten Sturmreihen eine Menge zu bieten. Lediglich die Chancenauswertung passt noch nicht dazu.

Da den Pinguinen sicher noch der kräfteraubende Auftritt an der Spree, von dem sie gestern früh um 5.30 Uhr zurückkehrten, in den Beinen steckt, treten sie als krasser Außenseiter an. "Wir müssen körperlich stark dagegen halten und Strafen verhindern", sagte Rick Adduono gestern. Der Trainer baut wie am Freitag gegen Mannheim auf die Unterstützung von den Rängen: Vielleicht schießen wir mit ihrer Hilfe wieder ein oder zwei Tore." Allein durch den Auftritt gegen die Adler hätte die Mannschaft eine zahlreiche und tatkräftige Unterstützung verdient. Während die Krieger vom Wochenende gestern frei hatten, gingen um 16 Uhr einige der verletzten Akteure aufs Eis. Mit dabei war auch der neue Torwart Dimitri Pätzold. Ob der 34-jährige Ex-Straubinger heute im Tor steht, will Adduono nach dem Pre-Game-Skating entscheiden. Pätzold ist sicher erfahren genug, ins kalte Wasser zu springen. Aber er weiß schließlich noch nicht, wie seine Vorderleute ticken. Und ein Debüt auf fremden Eis würde ihm ein wenig den Druck nehmen. Dagegen hat Patrick Klein derzeit einen Lauf und kann auf die Unterstützung der KEV-Fans bauen.

Quelle: RP
 
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