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Pinguine trennen sich von Manavian

Lokalsport: Pinguine trennen sich von Manavian
Bei der gestrigen Pressekonferenz vor dem Meisterschaftsauftakt der Pinguine und des DNL-Teams des Krefelder EV standen Vertreter beider Seiten gemeinsam Rede und Antwort. Im Bild von links: Rick Adduono, Marian Bazany, Katharina Schneider-Bodien, Matthias Roos, Elmar Schmitz und Robin Beckers. FOTO: schoofs
Del. Eishockey: Der französische Verteidiger musste seine sieben Sachen packen. Torwart Engelage ist angeschlagen, sein Einsatz ist gefährdet. Müller ist gesperrt. Gemeinsame Pressekonferenz mit dem KEV bestätigt gute Zusammenarbeit. Von H.-G. Schoofs

Plötzlich dreht sich das Personal-Karussell bei den Pinguinen wieder ziemlich schnell. Nach der Verpflichtung von Stürmer Christoph Gawlik, der die Trikotnummer 19 erhält, trennte sich die sportliche Leitung gestern vom französischen Verteidiger Antonin Manavian. Der 30-jährige Rechtsschütze, der am Morgen noch mittrainiert hatte, war nach der Weltmeisterschaft mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtet worden. Rick Adduono und Matthias Roos hatten ihn bei den Gruppenspielen in Paris als Stammspieler der Nationalmannschaft zweimal unter die Lupe genommen. "Da hat er uns gut gefallen. Wir waren uns sicher, dass er uns helfen kann und unseren engen Etat nicht so stark belastet", sagte der Trainer gestern. Während der Vorbereitung habe sich dann aber dieser Eindruck nicht verstärkt. "Wir haben mittlerweile ein anderes Anforderungsprofil", sagte Co-Trainer Marin Bazany, der für die Abwehr zuständig sind.

Bereits nach den ersten Testspieleindrücken waren im Umfeld der Mannschaft Stimmen laut geworden, dass Manavian sich einfach zu schwerfällig bewege und daher zu langsam sei. Trotzdem kam die Trennung gestern überraschend, da Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz am Dienstag gesagt hatte, dass für Gawlik ein anderer Stürmer gehen müsse. "Das stimmt auch, aber wir waren mit Manavian unzufrieden und wollten nicht länger warten. Wir sind auf der Suche nach einem Ersatz. Am Wochenende werden aber nur acht Kontingentspieler auflaufen", sagte Roos. Der Sportdirektor deutete an, dass sich der Kader schon bald weiter ändern könnte: "Wir werden erstmal bis Freitag die verletzten Spieler nicht lizenzieren, um Zeit zu gewinnen. Dann sehen wird weiter." Das trifft für Nikolas Linsenmaier (Gehirnerschütterung) und Tom Schmitz (Syndesmoseband-Abriss) zu. Auch Andrew Engelage stand gestern beim Training nicht auf dem Eis, der angeschlagen ist. "Ich hoffe, dass er am Freitag ins Tor kann, wenn nicht, vertraue ich Patrick Klein", sagte Adduono, der sich noch genau daran erinnern konnte, dass Klein bei seinem ersten DEL-Einsatz für die Pinguine vor knapp drei Jahren Jahren in München beim 5:4-Sieg N.P den Zusatzpunkt sicherte.

Marcel Müller fehlt morgen gegen München auf jeden Fall. Er muss noch seine Sperre aus der Vorsaison absitzen. Er hatte im Februar im Heimspiel gegen Schwennigen Verteidiger Jiri Hunkes bei einem Bandencheck rüde am Kopf erwischt und seine dritte große Strafe kassiert. Da er drei Tage später nach Schweden wechselte, muss er seine Strafe nun morgen absitzen. Gut möglich, dass Gawlik ihn in der ersten Reihe ersetzt. Beide kennen sich gut und spielten gemeinsam bei den Jungadlern Mannheim und später in der DEL für zwei Jahre für die Eisbären Berlin. "Wenn er fit ist, ist er für uns eine echte Verstärkung", sagte Müller gestern.

Durch die personellen Entscheidungen rückte der DEL-Start bei der gestrigen Pressekonferenz im Restaurant "Korff" etwas in den Hintergrund. Erstmals saßen Vertreter des DEL-Teams und des KEV vor dem ersten Punktspiel gemeinsam auf dem Podium, um die gute und mittlerweile auch sehr enge Zusammenarbeit zwischen Profi- und Nachwuchsabteilung zu dokumentieren. Ein weiteres Zeichen ist auf dem DEL-Trikot und den Trikots aller Jugend-Teams zu sehen, die das Logo der Pinguine und des KEV zieren.

Gut 4000 Tickets einschließlich der 1600 Dauerkarten waren bis gestern für das Gastspiel des Deutschen Meister verkauft. "Freitag 5000 plus, Sonntag 4000 plus", lautete gestern die Messlatte von Matthias Roos für das bayrische Wochenende im König-Palast. In seiner Rolle als Geschäftsführer baut er noch auf Zuwachs bei den Sponsoren: "Wir sind mit drei Kandidaten im Gespräch. Einer kommt Freitag zum Spiel, ich hoffe, er sieht einen sehr guten Auftritt unserer Mannschaft." Bei den Logen und Business-Seats sei gegenüber der Vorsaison kein Rückgang zu verzeichnen.

Quelle: RP
 
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