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Lokalsport
Pinguine verschenken den Derbysieg

Del. Eishockey: Die Krefelder ließen im Heimspiel gegen Düsseldorfer zu viele hochkarätige Torchancen aus und mussten sich mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben. Christian Ehrhoff erhält ein Angebot. Daniel Pietta am Kopf erwischt. Von H.-G. Schoofs

Aus dem Geburtstagsgeschenk für Geschäftsführer Karsten Krippner, der gestern rundete (40 Jahre), wurde nichts. Obwohl die Pinguine das Derby gegen die Düsseldorfer EG über weite Strecken bestimmten und die Mehrzahl der Torchancen besaßen, mussten sie sich nach Verlängerung mit 2:3 geschlagen geben. Besonders im zweiten Drittel konnten die Gastgeber gegen das personell geschwächte Team der Gäste die Weichen locker auf Sieg stellen. Stattdessen wurden zwei Stellungsfehler gnadenlos bestraft. Torwart Niklas Treutle, der bei den Gegentreffern ohne Abwehrchance war, hinterließ bei seinem ersten Auftritt im schwarz-gelben Dress vor heimischer Kulisse einen guten Eindruck. Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht, denn bereits morgen geht die Reise zum DEL-Neuling Bremerhaven, der gestern mit einem Heimsieg gegen die Eisbären überraschte.

Selten wurde vor und während eines Derbys gegen die DEG ein Thema so intensiv diskutiert wie gestern. Wie wird sich Christian Ehrhoff entscheiden? "EHRHOFFfte RÜCKKEHR FESTMACHEN" stand auf einem Transparent als Appell an die Verantwortlichen der GmbH geschrieben, das Fans auf der Nordtribüne vor dem Auftaktbully ausrollten. Mit dem Festmachen beschäftigten sich die Verantwortlichen am Samstag und arbeiteten ein Angebot für den 34-jährigen Verteidiger aus, der am Freitagabend von einem Kurzurlaub zurückgekehrt war. "Geht er nur nach seinen Emotionen, wird er sich für Krefeld entscheiden. Aber er ist Profi und wird die Sache auch aus anderen Gesichtspunkten abwägen", sagte Rüdiger Noack, der als enger Vertrauter des Nationalspielers gilt und weiß, dass Ehrhoff immer noch auf eine Rückkehr in die NHL hofft.

Im Stadion war Ehrhoff gestern nicht und verpasste einen vielversprechenden Start seiner vielleicht kommenden Teamkollegen. Franz Fritzmeier schickte seine Reihen wie beim Auswärtssieg in Straubing aufs Eis. Den Platz auf der Tribüne nahm diesmal Norman Hauner für Steve Hanusch ein. Im Tor entschied sich der Trainer für das Heimdebüt von Niklas Treutle. Der bekam zunächst wenig Arbeit, weil die Pinguine das Spiel bestimmten und auf die Führung drängten. Aber DEG-Torwart Felix Bick, der Ende September 2014 mal für Krefeld im Auswärtsspiel in Ingolstadt ab der 30. Minute im Tor stand, war nicht zu bezwingen. In der 16. Minute musste er sich dann doch geschlagen geben, als Dragan Umicevic bei angezeigter Strafe gegen die Gäste aus spitzem Winkel traf.

In Unterzahl eröffneten die Krefelder das Mitteldrittel. Als kurz drauf auch ein Gästespieler auf die Strafbank musste, traf Brand mit einem fulminanten Schlagschuss unter die Querlatte. Die Hausherren antworteten schnell bei einer doppelten Überzahl mit der erneuten Führung. Wieder war Umicevic zur Stelle. Die KEV-Fans waren noch im Freudentaumel, da tauchte Barta nur 15 Sekunden nach dem Treffer zum 2:1 frei vor Treutle auf und ließ dem Torwart keine Abwehrchance. Die Pinguine antworteten, angefeuert von ihren Fans, mit viel Druck und erarbeiteten sich so Torchancen am Fließband. Die größten ließen zweimal Marcel Müller (28. u. 29.), Kevin Orendorz (42.) und Daniel Pietta (34.) aus.

Die zweite Pause war Gift für die Hausherren, die zu Beginn des Schlussdrittels nicht in Schwung kamen. Stattdessen übernahmen die Düsseldorfer das Kommando. Torwart Treutle verhinderte gegen Minard (43.) und Collins (48.) einen Rückstand. Danach war das Match ausgeglichen. Trainer Fritzmeier stellte auf drei Sturmreihen um. Christian Kretschmann nahm im zweiten Sturm den Platz von Kevin Orendorz ein.

Die Pinguine verpassten bei zwei Überzahlspielen den Sieg. Zu diesem Zeitpunkt war Pietta außer Gefecht gesetzt. Er war nach einem Check von Daschner gegen den Kopf benommen auf dem Eis liegen geblieben. Ob er morgen einsatzfähig ist, wird die heutige Untersuchung ergeben. Die DEG konnte ebenfalls eine Überzahl nicht zur Vorentscheidung nutzen. %6 Sekunden vor dem Ende jubelten die KEV-Fans dann doch noch. Doch der Treffer von Kretschmann wurde wegen Torraumabseits von Mark Mancari nicht anerkannt. So ging es in die Verlängerung. Nach nur 31 Sekunden wehrte Treutle einen Schuss von Weiß aus kurzer Distanz ab, der Abpraller fiel Milley genau auf den Schläger, der sich diese Großchance nicht mehr nehmen ließ. Trainer Fritzmeier marschierte nach dem Spiel in die Schiedsrichter-Kabine und diskutierte noch mit den Hauptschiedsrichtern.

Quelle: RP
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