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Lokalsport
Ringen: Aline Focken gewinnt WM-Silber

Weltmeisterschaft. Die 26-Jährige Krefelderin musste sich gestern Abend erst im Finale der Olympiasiegern geschlagen geben, freute sich aber über Platz 2. Von Sven Schalljo

Aline Focken hat ihren zweiten Weltmeistertitel nur denkbar knapp verpasst. Die 26-Jährige vom KSV Germania Krefeld legte bei den WM in Paris eine hervorragende Leistung hin und wurde ihrer Prämisse, das Optimum aus der Tagesform herauszuholen, voll gerecht. Nur die amtierende Olympiasiegerin Sara Dosho aus Japan war gestern Abend im Finale eine kleine Nummer zu groß und die Krefelderin unterlag nach dramatischem Kampf mit 0:3. Damit verpasste sie ihren zweiten Weltmeistertitel nach 2014 hauchdünn.

Bereits in ihrem ersten Kampf sandte Focken ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. In der Gewichtsklasse bis 69 kg traf sie in der Qualifikationsrunde auf die aus Litauen stammende Danute Domikaityte. Dieser aber ließ die Deutsche keine Chance und dominierte den Kampf von Beginn an. Schnell machte sie Punkt um Punkt und so endete das Duell beim Stand von 12:0 auf die dominantest mögliche Weise vorzeitig wegen technischer Überlegenheit. Damit hatte die Krefelderin das Achtelfinale erreicht. In diesem wartete die Kasachin Elmira Syzdykova. Diese war bereits ein großer Brocken, immerhin weist ihre Vita nicht nur zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei den Asien-Meisterschaften aus, bei denen sie seit 2014 stets Edelmetall mitbrachte, die 25-Jährige ist auch die Bronzemedaillengewinnern der olympischen Spiele in Rio. Aline Focken allerdings ließ sich von diesen Meriten nicht beeindrucken und wusste immer wieder mit gefährlichen Beinangriffen zu punkten. Am Ende des einseitigen Kampfes stand ein deutlicher und nie gefährdeter 9:3-Punktsieg der Krefelderin.

Damit stand Focken im Viertelfinale gegen Nasanburmaa Ochirbat. Die 28-Jährige Mongolin weist ebenfalls bereits eine lange Liste von Erfolgen auf. Unter anderem feierte sie dreimal WM-Bronze und ist Asienmeisterin von 2013. Doch weder vergangene Erfolge, noch ihre Klasse konnten ihr gegen die an diesem Tage in bestechender Form befindliche Deutsche helfen. So endete der Kampf ebenso, wie bereits der erste des Tages für Focken, frühzeitig. Diesmal aber durch Schultersieg.

So ging es für die Krefelderin langsam aber sicher in Richtung Medaillen. Ein Sieg gegen Yue Han aus China trennte sie noch vom Finale und damit der sicheren Silbermedaille. Es entwickelte sich ein extrem enger Zweikampf, in dem beide Kämpferinnen sich auf absoluter Augenhöhe begegneten. Erst Sekunden vor Ende der Kampfzeit konnte Focken einen schönen Doppel-Beinangriff durchbringen, entschied das Duell für sich und zog ins Finale ein. Hier stand sie der Japanerin Sara Dosho gegenüber. Die 22-jährige Olympiasiegerin von Rio ging dabei als Favoritin in den Kampf, der die Neuauflage des Finals von 2014 - damals erfolgreich für Focken - darstellte. Doch diesmal behielt die Japanerin mit 3:0 die Oberhand. Mit der Vizeweltmeisterschaft war Focken dennoch hochzufrieden. "Ich habe nach der schweren Vorbereitung und der Verletzung nie damit gerechnet. Natürlich hätte ich das Finale gern gewonnen, aber auch so bin ich glücklich", sagte sie.

Quelle: RP
 
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