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Lokalsport
Ringerin Aline Focken verlässt die Seidenstadt

Lokalsport: Ringerin Aline Focken verlässt die Seidenstadt
Aline Focken verlässt Krefeld. FOTO: Germania
Ringen. Die Weltmeisterin von 2014 gibt der Liebe den Vorzug und wird künftig für Freiburg ins Rennen gehen.

Krefeld verliert ein sportliches Aushängeschild, denn mit Aline Focken verlässt eine der weltbesten Ringerinnen die Seidenstadt. Die 26-jährige Weltmeisterin von 2014 wird künftig in Freiburg ihre Zelte aufschlagen. Die Breisgau-Metropole schwingt sich nicht nur durch ihre Verpflichtung immer mehr zu einer Hochburg des Ringsports - zumindest bei den Frauen - auf. Neben Aline Focken wechselte auch Jaqueline Schellin, WM-Dritte von 2012, aus der Ringerhochburg Schifferstadt an die Dreisam.

Für die Frauen hat diese Leistungsdichte den Vorteil, dass stets Trainingspartnerinnen auf hohem Niveau verfügbar sind. Dies allerdings spielte für den Wechsel Fockens eine ebenso untergeordnete Rolle, wie die von der Politik forcierte und vom Deutschen Olympischen Sportbund angestrebte Reform der Olympiastützpunkte. Vielmehr sind ihre Gründe vordringlich privater Natur. "Ich wollte zu meinem Freund Jan Rotter ziehen, der in Triberg wohnt und der bekanntlich ebenfalls am Ringer-Stützpunkt in Freiburg trainiert", sagt die Olympia-Neunte von den Spielen 2016 in Rio. Doch natürlich hegt sie auch große sportliche Ambitionen. Die Sporttherapeutin, die sich selbst als "Quasselstrippe" bezeichnet, will sich in ihrer Gewichtsklasse (bis 69 kg) für die olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Dieses Vorhaben allerdings wird eine große Herausforderung, denn nach den neuen Vorgaben des Olympischen Komitees sollen dann pro Gewichtsklasse nur noch 16 Teilnehmerinnen starten. Jeder Kontinent entsendet dann zwei Athletinnen pro Klasse. Hinzu kommen die besten Sechs der WM. Angesichts der hohen Leistungsdichte in Europa werden dabei viele Topkämpferinnen auf der Strecke bleiben. Entsprechend spielt die hohe Leistungsdichte im Training ebenso eine Rolle, wie die Tatsache, dass in Patrick Loes und Armen Mkrtchyan neben Freistiltrainer Mario Sachs auch sehr gute Trainer im Badischen anzutreffen sind. Was sich also für die Seidenstadt als großer Verlust darstellt, könnte für die Athletin selbst sportlich wie privat ein großer Schritt sein. Und ein bisschen des Glanzes ihrer Erfolge wird zweifelsohne auch weiterhin auf die Seidenstadt fallen.

(svs)
 
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