| 00.00 Uhr

Lokalsport
Schade, "Oeoeoedingoeoeoen"

Niederrheinpokal. Fußball: Trotz großem Kampf und einer ebenbürtigen Vorstellung unterlag der KFC Uerdingen im Achtelfinale des Niederrheinpokals dem Drittliga-Spitzenreiter MSV Duisburg mit 0:1. 7320 Zuschauer sorgten für Gänsehaut-Stimmung. Von Oliver Schaulandt

Vor den Spielen des KFC Uerdingen läuft als Anheizmusik immer das Lied "1000 Träume weit" von Anna-Maria Zimmermann. Das nutzen dann die Uerdinger Fans immer, um ganz laut "Oeoeoedingoeoeoen" zu singen. Auch gestern, beim Achtelfinalspiel des Niederrheinpokal gegen den Drittliga-Spitzenreiter MSV Duisburg, erklang das Lied wieder. Und weil der Gast aus Duisburg zum einen gut 3000 Fans dabei hatte und die das Lied auch in ihrem Repertoire hatten, klang gleichzeitig neben dem "Oeoeoedingoeoeoen" auch noch "EmmEssVau". 7320 friedliche Zuschauer sorgten so für eine Gänsehaut verursachende Kulisse, und wenn nicht der eingewechselte Simon Brandstetter drei Minuten vor dem Abpfiff für den Duisburger Siegtreffer gesorgt hätte, wäre die Gänsehaut bestimmt auch noch nach dem Spiel wieder zurück gekommen.

So aber gab es ob des Ausscheidens zwar traurige Uerdinger Gesichter - doch auf die Vorstellung, die das Team von André Pawlak zuvor geboten hatte, darf es wirklich stolz sein. Ein Unterschied von gleich zwei Spielklassen, die den Oberliga-Ersten vom Drittliga-Tabellenführer trennen, war jedenfalls nicht zu erkennen.

Dabei hatte es in der mit 15 Minuten Verspätung angepfiffenen Partie für den KFC unglücklich begonnen. Schon nach fünf Minuten humpelte Außenverteidiger Sascha Tobor mit einer gut drei Zentimeter tiefen Schnittwunde am Sprunggelenk vom Feld, die im Krankenhaus genäht werden musste. Er fällt jetzt erst einmal aus. Für ihn kam Marvin Matten zum Einsatz, und der erst 19-Jährige erledigte seine Aufgabe mit Bravour.

Beide Teams lieferten sich fortan ein Duell auf Augenhöhe. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware, die größten Gelegenheiten vergaben Danny Rankl, der den Ball nicht voll traf (21.), und Pascal Schmidt, der freistehend aus 18 Metern nicht fest genug schoss (42.).

Auch nach dem Wechsel nahmen die Szenen vor dem Tor nicht zu. Allerdings hatten die Uerdinger Pech, dass Rankl mit dem Steilpass von Schmidt in der 53. Minute nicht mehr anstellte, als ihn neben das Duisburger Tor zu schießen - das hätte auch die Führung sein können. Da es weiterhin über Torszenen wenig zu jubeln gab, verdiente sich den größten Applaus Leon Binder Binder. Der Uerdinger Sechser, der später seine fünfte Gelbe Karte sah und deshalb am Mittwoch gesperrt ist, drosch bei einem Abwehrversuch den Ball so hoch weg, dass die Murmel auf das Dach der Nordtribüne flog und fortan nicht mehr gesehen wurde.

In der Schlussphase dann wurde es ein wenig hektischer - und Schiedsrichter Martin Ulankiewicz geriet in die Kritik ob seines allzu laxen Handelns gegen die Duisburger Abwehr, die sich ziemlich intensiv darum kümmerte, dass Danny Rankls Laufeinheiten möglichst eingeschränkt wurden. Zwei, dreimal hätte hier nach allzu heftiger Umklammerung gepfiffen werden können. Doch das blieb aus.

Unumstritten war indes der Siegtreffer für den MSV Duisburg. Nach einer Flanke über rechts war Simon Brandstetter Sekundenbruchteile eher am Ball als sein Bewacher Kris Thackray, und von der Unterkante der Latte sprang der Ball zunächst gut 30 Zentimeter hinter der Linie ins Tor und dann wieder hinaus. 87 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt, und die noch verbleibende Zeit langte nach dem ohnehin kraftraubenden Spiel nicht mehr, um zumindest noch die Verlängerung zu erzwingen.

"Wir wollten hier heute den Sieg und holen und waren nah dran", sagte Trainer André Pawlak unmittelbar nach dem Schlusspfiff. "Aber jetzt ist der Pokal weg und wir können uns jetzt voll auf den Aufstieg konzentrieren." Dann wäre zumindest ein Traum in Uerdingen erfüllt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Schade, "Oeoeoedingoeoeoen"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.