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Lokalsport
Sportlerwahl: Überraschendes Votum der Jury

Lokalsport: Sportlerwahl: Überraschendes Votum der Jury
Die besten Mannschaften der Damen und Herren des Jahres 2015 präsentierten sich nach der Ehrung gemeinsam dem Publikum und bekamen für ihre Erfolge viel Beifall. FOTO: Thomas Lammertz (2), samla
Kempen. Beim 11. Ball des Sports wurden Surfer Vincent Langer und Ringerin Aline Focken als beste Einzelsportler/in des Jahres ausgezeichnet Von H.-G. Schoofs

Als Dieter Hofmann mit den goldenen Umschlägen die Bühne betrat, kannte die Spannung im Saal keine Grenzen mehr. Selbst der 1. Vorsitzende des Stadtsportbundes wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, für welche Mannschaften und Einzelsportler sich die Jury entschieden hatte. Während es bei den Teams keine Überraschungen gab, staunten die meisten der 700 Gäste beim 11. Krefelder Ball des Sports über das Ergebnis der Einzelkämpfer nicht schlecht. Denn Vincent Langer ist in der Seidenstadt recht unbekannt. Der Surfer aus Kiel, der bei seinen nationalen und internationale Wettkämpfen für den Segelklub Bayer startet, wurde in diesem Jahr in der Kategorie Slalom Welt- und Europameister.

FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Nicht minder erfolgreich war die Sportlerin des Jahres: Aline Focken gewann bei den Weltmeisterschaften in Las Vegas die Bronzemedaille. Die erfolgreiche Ringerin konnte ihre Auszeichnung aus Termingründen nicht selber in Empfang nehmen. Die Mannschafts-Krone bei den Herren erhielt der Männer-Achter des Crefelder Ruderclub. Bei den Damen verteidigten die Wasserballerinnen des SV Bayer 08 Uerdingen ihren Titel.

Es war am Samstagabend im Seidenweberhaus ein Stelldichein der Krefelder Sportelite und Vereinsfunktionäre. "Heute ist ein besonderer Ball. Wir haben 300 junge Sportlerinnen und Sportler zu Gast. Das ist ein Markenzeichen für unsere Stadt", sagte Horst Giesen. Der "Mister Tennis", der gemeinsam mit seinem Team für die Organisation des Balls von allen Seiten jede Menge Lob und Anerkennung erntete, freute sich, dass die Sportmeisterehrung des Jahres nun in den Händen des SSB liegt. Dessen Vorsitzender Dieter Hofmann stellte die große Bedeutung des Sports für Krefeld heraus, die allerdings noch gesteigert werden könne.

FOTO: samla.de

Eine 27-köpfige Jury mit Vertretern aus Sport und Politik sowie der Verwaltung, Medien und Sponsoren hatte Ende Oktober die Wahlzettel ausgefüllt. Zum ersten Mal ging es dabei auch um die Einzelwertung, was dem Ball des Sports einen weiteren Glanzpunkt verleiht. Das gilt auch für die Ehrung der Perspektivsportler. Viele junge Talente, die in den kommenden Jahren in die Fußstapfen der aktuellen Stars des Krefelder Sports treten könnten, strahlten im Scheinwerferlicht. Als zusätzliche Anerkennung erhielten alle 200 Nominierten eine Einladung für den 20. Dezember zum Heimspiel der Krefeld Pinguine gegen Eisbären Berlin. Den neuen Trainer der Schwarz-Gelben lernten sie am Samstag bereits kennen. Franz Fritzmeier vermittelte eine Art Aufbruchsstimmung und baut dabei auf die Unterstützung der Krefelder. Auch der künftige Geschäftsführer Karsten Krippner zeigte sich im Interview kämpferisch: "Wir brauchen neue Sponsoren, die ich für die Pinguine gewinnen möchte. Dafür bin ich da."

Als Vincent Langer seinen Silberteller überreicht bekam, war auf der großen Leinwand ein Video mit eindrucksvollen Bildern von seinen Wettkämpfen auf dem Surfbrett zu sehen. Der Schullehrer ist seit sechs Jahren Profi. Weltmeister in der Disziplin Slalom zu werden, ist kein Kinderspiel. Etwa 200 000 Aktive kämpfen weltweit um Ranglistenpunkte und Titel. Mit sechs Jahren stand der heute 29-Jährige zum ersten Mal auf einem Surfbrett. Nur fünf Jahre später fuhr er seine erste Jugendregatta: "Da wurde ich vom Windsurf-Virus infiziert." Zum Segelklub Bayer kam er durch seinen Teamkollegen Leon Delle, dessen Schwester Moana Delle vom SK Bayer, die 2012 bei Olympia in London die Uerdinger Farben vertrat.

Lautstark gejubelt wurde im Saal, als Oskar Deecke, Bronze-Sieger bei den Herren, die Bühne betrat. Der Nationalspieler und Olympiasieger des Hockey-Bundesligisten Crefelder HTC hatte am Nachmittag mit seinen Teamkollegen auf eigenem Platz Tabellenführer Rot-Weiß Köln mit 3:1 besiegt. Das wurde natürlich kräftig gefeiert. Das galt auch für die Handballer des Drittligisten HSG Krefeld, die aber erst kurz vor Mitternacht mit einem Auswärtssieg aus Gummersbach zurückkehrten.

Quelle: RP
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